Einstiegsgehalt Bachelor

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Sonnentag
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Einstiegsgehalt Bachelor

Beitrag von Sonnentag » 5. Jul 2016 17:12

Hey an alle,

Ich habe nun meinen Bachelor mit der Gesamtnot "Gut" (2,4) abgeschlossen.
Nun bin ich am Punkt angelangt, wo ich mich bewerbe (als Software-Entwickler).
Oftmals muss man hier direkt seine Gehaltsvorstellungen mitteilen (oder man wird im Vorstellunsggespräch gefragt).
An diesem Punkt bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, was ich hier angeben/sagen soll.

Ich habe noch keine Berufserfahrung, bin also Berufseinsteiger und habe mein Studium in 7 Semestern abgeschlossen (Habe den Bachelor ins 7. gelegt), also nahezu Regelstudienzeit. Nun habe ich natürlich etwas recherchiert im Internet, was man da so für Gehaltsvorstellungen angeben kann, dennoch variieren diese Werte doch recht stark. Ich möchte natürlich keine überzogenen Gehaltsvorstellungen angeben, andererseits mich natürlich nicht unter Wert verkaufen.

Kann mir da jemand helfen, was man als Absolvent der TU Darmstadt mit dem Bachelor of Science in Informatik "verlangen" kann?

Vielen lieben Dank schonmal,
Sonnentag

PS: Ich hoffe mal, dass ich diese Frage nicht in einen Falschen Bereich gelegt habe.

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Reflection
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Re: Einstiegsgehalt Bachelor

Beitrag von Reflection » 5. Jul 2016 21:06

Ich habe noch keine Berufserfahrung, bin also Berufseinsteiger und habe mein Studium in 7 Semestern abgeschlossen (Habe den Bachelor ins 7. gelegt), also nahezu Regelstudienzeit.
Meinen Erfahrungen nach stellt das Absolvieren innerhalb der Regelstudienzeit nur ein "Nice-2-Have"-Kriterium dar und ist daher nicht wirklich relevant. Die Abschlußnote dagegen schon viel eher. Aber auch hier ist es wichtig zu verstehen, in welchen Fächern du wie genau abgeschnitten hast. Jemand der Software-Entwickler werden will, braucht nicht zwingend eine 1,7 in Krypto oder Netzwerksicherheit. In den GdI-Fächern sollte man dagegen mit solchen (oder besseren) Noten da stehen - immerhin stellen diese die einzig meßbare Referenz dar, auf die Personaler einen Blick werfen können. Zudem kommt noch hinzu das du keine Berufserfahrung vorweisen kannst, also zählen diese Fächer (plus Praktika / Bsc. Praktika) erst recht.

Nun habe ich natürlich etwas recherchiert im Internet, was man da so für Gehaltsvorstellungen angeben kann
Zunächst bzgl. der Gehaltsvorstellungen: Viele meiner ehemaligen Kommilitonen die eine BSc. Exit-Strategie verfolgt haben fingen mit 45.000€ an. Mittlerweile sind sie bei ca. 50.000€ angekommen. MSc. Absolventen fangen typischerweise (ohne Berufserfakrung) bei 50.000€ an, ca. 55.000€ bei bestimmten Schwerpunkten (Stichwort Data Science, Machine Learning oder NLP) und/oder ersten Berufserfahrungen. Und genau hier ist ein Problem bei BSc. Absolventen erkennbar, den hier existiert i.d.R. keine vernünftige Studiumsvertiefung und auch die Berufserfahrung hält sich in Grenzen, sodass Personalern wenig Spielraum bei den Gehaltsvorstellungen vorliegt.

, dennoch variieren diese Werte doch recht stark.
Nun die Gehälter variieren neben den Abschlüssen natürlich je nachdem, was du konkret anpeilst. Ein DB-Admin wird schon mal mehr verdienen als ein Code-Monkey (sorry für den Ausdruck). Dagegen verdient ein Projektmanger/-leiter jedoch öfters mehr als der DB-Admin, aber dafür weniger als ein Data Scientist mit gerade mal 2-3 Jahre Berufserfahrung. Dazu muss man aber natürlich auch wissen das Deutschland kaum über solche Experten verfügt (aktuelle Statistik die mir ein Branchen-Insider mitgeteilt hat: 500 zertifizierte Data Scientists mit > 5 Jahre Berufserfahrung). Was ich also sagen will: Es ist generell schwierig konkrete Zahlen zu nennen, da hier zig Faktoren eine Rolle spielen. Orientiere dich, wenn möglich, an Bekannte und/oder Freunde (aus der Domäne der Informatiker), die an den Markt angekommen sind und frage diese mit welchen Gehaltsvorstellungen sie herangetreten sind und natürlich ob sie damit Erfolgt gehabt haben. Verfügst du nicht über einen solchen Kreis, dann studiere einschlägige Webseiten und höre dich auf Bussiness-Foren um. Man bekommt relativ schnell ein Einblick in den Markt und auch darüber ob du hinsichtlich der eigenen Expertise gut pokern kannst... By the way: XING/LinkedIn Profile zulegen --> LOHNT SICH !

Viel Glück !
"Tausend Wege führen zu Fehlern, zur Wahrheit führt nur einer..." J. J. Rousseau

Sonnentag
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Re: Einstiegsgehalt Bachelor

Beitrag von Sonnentag » 5. Jul 2016 21:21

Vielen Dank für die Antwort. Hat mir schon mal sehr viel weitergeholfen. :)

NonStop
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Re: Einstiegsgehalt Bachelor

Beitrag von NonStop » 5. Jul 2016 23:32

500 zertifizierte Data Scientists
Mal eine Frage dazu. Was versteht man unter einem zertifizierten Data Scientist? Frage deswegen, weil ich mich für dieses Gebiet interessiere und bisher dachte, dass man sich höchstens durch zu dem Gebiet passende Wahlpflichtmodule "spezialisieren" kann.

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Re: Einstiegsgehalt Bachelor

Beitrag von Reflection » 6. Jul 2016 01:04

Mal eine Frage dazu. Was versteht man unter einem zertifizierten Data Scientist? Frage deswegen, weil ich mich für dieses Gebiet interessiere und bisher dachte, dass man sich höchstens durch zu dem Gebiet passende Wahlpflichtmodule "spezialisieren" kann.
Zunächst, Data Science ist momentan ein regelrechter Hype wie du es sicherlich mitbekommen hast. Allerdings ist es nicht exakt definiert welche Aufgaben dazu zählen. Auf zig Seiten sieht man klassische Muster ala Python (inkl. Frameworks wie scikit-learn, pandas, matplotlib, statsmodel, ipython,...), R, SAS, Predictive Analysis, Hadoop/Spark, Hive, Pig, bla, blaaaaa... Ich würde mich an WikiPedia's Background-Infos halten, um grob zu verstehen was sich dahinter verbirgt und wer da alles in Deutschland mitmischt. Wenn du es etwas kompakter mit bunten Bilderchen magst, dann erhälst du unter folgender InfoGraphic ein schönen Überblick über die verschiedenen Unterkategorien der DataScientists.

So, jetzt zu deiner eigentlichen Frage: "Spezialisieren" kann man sich vielleicht an der Uni, aber zertifizieren eher weniger, den das kostet Asche und das nicht zu knapp. Das Fraunhofer IAIS zertifiziert z.B. Data Scientists im Rahmen ihrer Big Data Allianz Aktivitäten. Der Spaß hat halt seinen stolzen Preis. So kostet etwa ein Basis-Kurs zu Basic Data Analytics immerhin 2.850€. Als Privatperson wäre das sicherlich too much, aber im Rahmen einer Weiterbildungsmaßnahme in einer Firma durchaus vertretbar. Es geht natürlich auch kostenlos: Auf gefühlt hunderten von Coursera (und entsprechende Klone)-Academies kannst du dir die Birne mit stundenlangen Videos und nicht runterladbaren Online-Materialien reinballern bis der Arzt kommt. Ob das effektiv und zielführend ist sei mal dahingestellt, aber ich denke wenn man sich motivieren und eigenständig lernen kann, kommt man zumindest rein in diese Materie (die in der Tat überaus spannend ist).

Es sollte dir und vielleicht auch anderen Lesern nur klar sein das solche Jobs nicht für jederman geeignet sind und ich meine nicht nur aus fachlicher Hinsicht. Ein gepflegstes Burnout-Syndrom kann man sich hier praktisch wöchentlich abholen, vor allem bei Global-Playern wie Google, Microsoft, EY, PWC, Deloitte, etc. Ich sag mal so, für Leute mit Familie, Familienwunsch oder auch langfristigen Partnerwunsch ist diese Art von Jobs nicht sonderlich zu empfehlen, da die Reisebereitschaft teilweise mit > 60% zu Buche steht (siehe einschlägige Stellenausschreibungen), sodass man von seinen Kindern und wie sie heranwachsen vielleicht nicht allzu viel mitnimmt...aber hey, Karriere ist ja auch schön, oder? ;-)
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