Studiengebühren die 2. -- Ist euch das bewusst?

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chrschn_fs
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Studiengebühren die 2. -- Ist euch das bewusst?

Beitrag von chrschn_fs »

Hallo alle.

Ab morgen (09.11.04) verhandelt das Bundesverfassungsgericht, ob das generelle Verbot für Studiengebühren ab dem ersten Semester, das momentan bestehet, verfassungsgemäß ist oder nicht. Falls dieses Verbot gekippt wird, könnt ihr euch alle an einer Hand abzählen, was die Regierung Koch als nächstes tun wird -- schließlich wurde diese Verfassungsbeschwerde von CDU/CSU-regierten Ländern eingebracht! :evil: Eine Entscheidung wird noch in diesem Jahr erwartet, so dass Studiengebühren ab 500,- Euro aufwärts schon sehr bald für jeden von uns Realität werden könnten :!:

Es steht also einiges auf dem Spiel: für mich, für euch, oder spätestens mal für unsere Kinder! In der Frankfurter Rundschau ist das heute Thema des Tages. Nachfolgend alle Artikel im Einzelnen, die ersten beiden sind auf alle Fälle lesenswert.

Wer entscheidet über Studiengebühren?
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachr ... cnt=580450

Analyse: Rechtlich wird es eng
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachr ... cnt=580446

Baden-Würtemberg: Kritiker sehen sich bestätigt
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachr ... cnt=580447

Interview: "Soziale Selektion"
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachr ... cnt=580449

Informiert euch, engagiert euch, lasst nicht einfach alles so passiv geschehen! Diesmal ist ausnahmslos jeder von uns betroffen!

Falls ihr noch weitere Quellen habt, gerne hier anfügen!
--
Schönen Gruß,

Christian Schneider
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Jtb
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Beitrag von Jtb »

so, mal als Ankündigung gesetzt da es wirklich jeden betrifft..

Aber wie so oft braucht das BVerfG aber eine Weile dafür - offen wir mal, dass sie in der Zeit richtig entscheiden :?

Man muss aber hevorheben, dass nur entschieden wird, ob der Bund oder das Land über Studiengebühren entscheiden kann... D.h. sollte irgendwann die CDU im Bundestag die Überhand gewinnen, können die immer noch das Gesetz ändern und Studiengebühren durch bekommen!

btw: überlegt euch das nächste Kreuz auf dem Wahlzettel gut ;)
mfg Jens

..etwas gutes hat der Terrorismus - man sieht wie der Staat die Demokratie mit Füssen tritt :(

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chrschn_fs
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Beitrag von chrschn_fs »

Jtb hat geschrieben:Man muss aber hevorheben, dass nur entschieden wird, ob der Bund oder das Land über Studiengebühren entscheiden kann... D.h. sollte irgendwann die CDU im Bundestag die Überhand gewinnen, können die immer noch das Gesetz ändern und Studiengebühren durch bekommen!
Wenn das BVG das entschieden hat, ist es entschieden. Aber egal auf welchen Weg allgemeine Studiengebühren kommen, sollten wir uns gemeinsam dagegen wehren, nicht so wie beim letzten Streik. Wenn die nämlich erstmal eingeführt sind, wird sie bestimmt keiner mehr abschaffen, egal welche Farbe unsere Bundes-/Landesregierung hat!
Jtb hat geschrieben:btw: überlegt euch das nächste Kreuz auf dem Wahlzettel gut ;)
Wir wollen doch hier kein Propaganda betreiben... ;-)
Schönen Gruß,

Christian
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A.
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Beitrag von A. »

Im Gegensatz zu Herrn Stoiber z.B. hat unser Herr Koch m.W. wenigstens noch keine fertig gefassten "Studientarife" ab erstem Semester bereitliegen

mal sehen, Mainz hat Informatik nur als Bachelor (oder als zweites Hauptfach im Magister), das nächste wär dann Kaiserslautern, da gibts noch n Diplomstudiengang Informatik ^^

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chrschn_fs
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Beitrag von chrschn_fs »

A. hat geschrieben:Im Gegensatz zu Herrn Stoiber z.B. hat unser Herr Koch m.W. wenigstens noch keine fertig gefassten "Studientarife" ab erstem Semester bereitliegen
Bist du dir da so sicher? Ich nicht...
Schönen Gruß,

Christian
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A.
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Beitrag von A. »

Oh, _dass_ er welche einführen wird (so schnell wie möglich) ist schon klar.

Nur hat Edmund Stoiber schon letztes Jahr ausdrücklich vom Kultusministerium (d.h. Frau Strauß, er, Hohlmeier) verschiedene Pläne entwickeln lassen. Die "mildeste" Variante, wenn ich mich richtig erinnere, ging von 400 Euro pro Semester während der Regelstudienzeit im Bachelor und 600 Euro p.S. während des Masters aus.

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H3LL
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Beitrag von H3LL »

Wenn man hört, dass die ja eigentlich machen was sie wollen nur um ihre fehlerhafte Politik der letzen Jahrzehnte auszugleichen und krampfhaft die Finazlücken zu stopfen, muss ich eigentlich nur an eins denken.... "G36" ... oder doch an was zweites.... "G22" ^^
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A.
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Beitrag von A. »

Plant eigentlich irgendein AstA in der Gegend (DA,FFM, Giessen etc) eine kleine "Studienfahrt" zu einem der Verhandlungstermine nach KA?

(und ja, das is ne ernste Frage)

Bei DEM Thema könnte man durchaus mehr Menschen mobilisieren als letztes Jahr.

mehlvogel
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Beitrag von mehlvogel »

Ich glaube kaum das sich mehr Menschen mobilisieren lassen, das Thema wurde letztes Jahr durch die "erfolgreichen" Demonstrationen bereits totgehauen. Ausser Geisteswissentschaftler, die eh wegen allem und jedem streiken, werden denk ich net viele mit machen.
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H3LL
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Beitrag von H3LL »

Womit man wieder über meinen Vorschlag diskutieren sollte ;)
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A.
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Beitrag von A. »

Och, wenn man den Leuten klar macht, dass _dieses mal_ jeder dran glauben wird (d.h. nicht nur die "Trödler" und "Schein-Studenten"), wird das schon mehr geben - beim letzten Semester haben sich die meisten Leute dem Streik mit der Begründung verweigert, dass "mich das ja eh nicht betrifft".

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Sam
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Beitrag von Sam »

Ich halte es für unwahrscheinlich, viele Studenten mobilisieren zu können - und selbst wenn, sind nicht die der Flaschenhals der Aufmerksamkeit - das Problem ist die Öffentlichkeit.

Die ist nämlich vom letzten Jahr noch gesättigt mit Studenten die gegen irgendeinen Gesetzentwurf demonstrieren. Bereits letztes Jahr wurde bestenfalls eine Reaktion wie "Ach guck mal, jetzt wirds für die armen Studenten auch härter, ja was will man machen" erzeugt, wenns dieses Jahr zu nem Schulterzucken reicht, wärs schon gut.

Und wen sollen wir sonst mit ner Demo beeindrucken (außer andere Astas)? Die Entscheidungsträger interessiert so was auf jeden Fall nicht.

Deprigrüße,
Sam

A.
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Beitrag von A. »


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Beitrag von [LoN]Kamikaze »

Mist. :evil:

Bildung den Reichen. Wo ist die APO wenn man sie braucht?

Wirksam sind Proteste erst wenn sie ungenehmigt stattfinden und die Polizei mit Wasserwerfern kommt. Damit bewegt man sich zwar außerhalb de rechtlichen Raumes, aber die Gesellschaft zwingt ja gerade dazu, da man sonst nicht ernstgenommen wird.
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Yankee
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Beitrag von Yankee »

Wieviele Studenten gibt es in Deutschland? Vielleicht 2 Millionen?
Wieviele sind davon gegen Studiengebühren? Wer von diesen würde demonstrieren gehen?

Ist es nicht so, dass in der momentanen Gesellschaft sich jeder lediglich mit seinen eigenen Problemen auseinandersetzt?
Wen interessiert es schon, dass Studenten Studiengebühren zahlen müssen ausser den Studenten und vielleicht einen Bruchteil der Eltern?

Wer würde uns denn in der Politik vertreten? Wo ist unsere Lobby?
Selbst als wir letztes Jahr zusammen mit den Gewerkschaften 25000 Mann und Frau in Wiesbaden waren, welcher Politiker hat sich hingestellt und gesagt: "Ja, eigentlich haben die doch recht"?
Ich erinner mich an keinen einzigen Fürsprecher ausserhalb des Bildungssystems, mal abgesehen von Frau Buhlmann.

Es ist klar, dass wir alle sparen müssen. Natürlich sparen die Politiker dann da, wo der Widerstand am geringsten ist, unter anderem bei uns.
Das war dreitausend Jahre so und wird auch immer so sein.
Es ist ungerecht, ja, aber wohl schwer zu ändern.

Wenn wir auf die Straße gehen, müssten wir hunderttausende sein, damit es einen wirklichen Eindruck macht. Bei den Hartz4-Protesten hat sich ja wenigstens gezeigt, dass die Politiker Massen-Bewegungen wahrnehmen, aber wir Studenten sind wohl eben noch keine solche Massen-Bewegung.
Und wenn wir streiken, juckt das niemanden.
Vielleicht würde es jemanden jucken, wenn die wissenschaftlichen Mitarbeiter streiken?

Wir brauchen eine Lobby. Wie wir daran kommen, ist die Frage, nicht, ob wir streiken oder nicht.
Politik wird nicht auf der Straße gemacht, sondern in Konferenzräumen und Sitzungssälen.

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