IT-Management 2012

yourmaninamsterdam
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IT-Management 2012

Beitrag von yourmaninamsterdam » 11. Apr 2012 14:56

Ich hab mich in den letzten Tagen mit dem Anwendungsfach IT-Management befasst und deutlich mehr Zeit in einen validen Prüfungsplan investiert, als ich wollte. Daher möchte ich hier kurz meine Einschätzung und Überlegungen teilen, damit andere auch daran teilhaben können.

Kurz vorweg: Ich habe meinen Master mit dem Anwendungsfach BWL begonnen (gibt es jetzt auch nicht mehr; anstelle tritt "Wirtschaft und Recht") und habe letztes Semester zu IT-Management gewechselt, weil es eine bessere Mischung an Vorlesungen hatte. Nun habe ich vor, nach dem Übergangsstudienplan 2004/2012 fertigzustudieren und werde mich im Folgenden auf eben jenen beziehen. Einige Dinge sind aber sicherlich ohne Probleme auf den neuen Plan übertragbar.

Zunächst mal möchte ich zu bedenken geben, dass man als Informatik-Masterstudent im Grunde (und eher theoretisch) 3 Semester Zeit hat, alle Vorlesungen zuendezuhören, bevor man die Masterarbeit beginnt, wenn man in der Regelstudienzeit fertig werden will. Ich halte das an sich für einen ungeeignet kurzen Zeitraum für ein Studium, das man der Inhalte wegen studiert. Aber das mag jedem selbst überlassen sein. Man sollte dennoch im Hinterkopf behalten, dass das "so gedacht" ist.

Gliederung
Das Anwendungsfach teilt sich in einen "Pflichtbereich", den Bereich "Wirtschaft und Recht" und "Wirtschaftsinformatik".

Der Pflichtbereich ist nicht der Rede Wert und besteht aus einer "Einführung in die BWL". Was der Unterschied zum früheren "Grundlagen der BWL I" ist, erschließt sich mir zunächst mal nicht. Im Übergangsstudienplan lässt sich jedoch das Eine durch das Andere ersetzen, sodass der Pflichtbereich in Wahrheit eher ein Wahlpflichtbereich ist, bestehend aus einer der Einführungen in die BWL.

Im Wahlpflichtbereich Wirtschaft und Recht hat man eine Reihe von Modulen, deren Namen so nicht im Vorlesungsverzeichnis auftauchen. Das halte ich generell für eher verwirrend. In der Regel bestehen die Module aus jeweils einer Vorlesung im Sommer- und einer im Wintersemester. Ich gehe davon aus, dass diese zusammen geprüft werden müssen, weiß es aber nicht genau. Fest steht jedenfalls, dass man wohl beide Veranstaltungen besucht haben muss, um die Credits fürs Anwendungsfach zu bekommen.

Soweit ich das überblicke, sind im neuen Studienplan für 2012 die Rechtsvorlesungen in Modulen "Wirtschaftsrechtliche Governance im Kontext von Informationstechnologie" und Modul oder Vorlesung "Rechtsfragen der digitalen Welt" untergebracht (bei letzterem ist mir etwas unklar, ob es sich wie dei dem meisten anderen auch um zwei Vorlesungen handelt, aber ich gehe davon aus, da zwei Professoren aufgeführt sind). Außerdem gibt es die Vorlesung "Praxis des Softwarerechts" im Wirtschaftsinformatikteil.

Der Bereich Wirtschaftsinformatik enthält eine überschaubare Anzahl an Modulen aus der Wirtschaftsinformatik. Die Organisation in Zweierpacks ähnelt dem Bereich Wirtschaft und Recht.

Notation
Die Verteilung der Module ist z. B. durch SS+WS angegeben, wenn es sich um eine Veranstaltung im Sommer und eine im Winter handelt. Was der Unterschied zu SS/WS ist, erschließt sich mir nicht. Genauso wenig der Unterschied zwischen Modulen, die die Bezeichnung "Name und Name" oder "Name / Name" haben. Einige Module haben auch "besondere" Namen, etwa das Modul "Corporate Governance & Strategisches Management", das (Google ist dein Freund) aus folgenden Veranstaltungen besteht:
Das Modul „Corporate Governance & Strategisches Management“ (6 CP) umfasst die beiden Veranstaltungen- Teil I: „Corporate Governance & Compliance“ (3 CP) und- Teil II: „Corporate Governance & Kooperationen“ (3 CP)
Aha.

Eine Anmerkung noch: Unter den Wahlpflichtbereichen sind CP-Grenzen aufgeführt.

Prüfungen
Auf der Seite der Veranstalter von "Corporate Governance & Strategisches Management" ist auch zu lesen:
Die Prüfung des Moduls „Corporate Governance & Strategisches Management“ umfasst die Teilprüfungen „Corporate Governance & Compliance“ (Jun.-Prof. Dr. Janine Oelkers – Teil I) sowie „Corporate Governance & Kooperationen“ (Jun.-Prof. Dr. Alexander Bode – Teil II).Teil I wird im Sommersemester gelesen und geprüft – Teil II wird im Wintersemester gelesen und geprüft.
Das heißt, dieses Modul wird in Einzelprüfungen geprüft. Ich würde mich allerdings nicht darauf verlassen, dass das generell der Fall ist. So gibt es im Übergangsstudienplan das Modul "Grundzüge der Wirtschaftsinformatik / Geschäftsprozesse- und Unternehmensmodellierung", das zwar Einzelprüfungen für die Wirtschaftsinformatiker hat, für Informatikstudenten im Anwendungsfach allerdings als Modulprüfung im Sommer abzulegen ist.

Inhalte
Im Wirtschaftsteil zeigt sich eine Schwäche, die meines Erachtens bereits im Anwendungsdach BWL evident war: Viele Inhalte decken sich. Jede der Veranstaltungen mag ihre Berechtigung haben, jedoch halte ich die Nützlichkeit in einem Anwendungsfach über 30 CP für fragwürdig.

Man schaue sich beispielsweise die Veranstaltungen "Bilanzierung und Finanzierung", "Financial Accounting", "Finanz- und Betriebsbuchführung" und "Wirtschaftsprüfung" an. Wenn man damit durch ist, kann man bestimmt direkt als Buchhalter irgendwo anfangen, aber ein interessantes Anwendungsfach hat man damit nicht studiert. Auf der guten Seite: Es handelt sich hier um einen Wahlpflichtbereich, sodass man nicht darauf angewiesen ist, all diese Veranstaltungen zu besuchen. Aber es zeigt sich, dass die Auswahl nicht so bahnbrechend ist, wie sie anhand der Dokumentlänge aussieht.

Bei der Wirtschaftsinformatik wäre ich besonders vorsichtig. Die Inhalte hier halte ich Informatik-Masterstudenten für grenzwertig. Man sollte nicht vergessen, dass diese oft mit Wirtschaftsinformatik-Erstsemestern gehört werden oder Informatikthemen auf einem sehr oberflächlichen Niveau behandeln.

Ich kann hier keine Auskunft zu allen Veranstaltungen geben, möchte aber anekdotenhaft aus der Pflichtliteratur zu "Grundzüge der Wirtschaftsinformatik" zitieren, das als Ersatz für die weggefallene Veranstaltung "E-Business" im Übergangsstudienplan angeboten wurde zitieren:
Martens et al. - Grundzüge der Wirtschaftsinformatik (9. Edition) hat geschrieben:Das wichtigste Gerät zur Dateneingabe neben der Tastatur ist die Maus. Hierbei handelt es sich um ein etwa faustgroßes Eingabegerät, das auf dem Tisch mit der Hand bewegbar ist.
Das ist sicherlich keine Darstellung des Gesamtniveaus der Veranstaltung. Das war allerdings auch nicht allzu hochtrabend.

Hier möchte ich nochmal auf die Organisation in Module hinweisen: Thematisch kann das nur einen Nachteil darstellen. Dadurch, dass man eine Veranstaltung wählt, wird man auch auf die andere festgenagelt.

Fazit
Ich halte IT-Management im aktuellen Zustand für ein sehr mittelmäßiges Anwendungsfach. Die Gründe sind:
  • Durch die Organisation in Module ist man thematisch unflexibel, weil man mit einer Vorlesung gleich eine andere "kauft".
  • Mit Abstand die meisten Module sind über zwei Semester verteilt.
  • Die Organisation der Module macht Studieren undurchsichtig, weil nicht klar ist, welche Veranstaltungen und Modalitäten sich hinter dem Modul verbergen.
  • Insbesondere betrifft das Unklarheit der Prüfungssitation, insbesondere den Prüfungszeitpunkt. Sollte es Veranstaltungen geben, die als Modul nur im Sommer oder nur im Winter geprüft werden, wäre das die schlimmste Variante.
  • Viele Veranstaltungen aus dem Gebiet "Wirtschaft und Recht" behandeln (Finanz)Buchhaltung im weiteren Sinne.
  • Rechtsveranstaltungen sind wenige und oft im Modul.
  • Inhalte des Bereichs Wirtschaftsinformatik sind für Informatiker im Masterstudium potenziell nicht ausreichend niveauvoll.
Wenn man jetzt noch im Hinterkopf hat, dass das Masterstudium optimalerweise in 3 Semestern beendet sein sollte, fällt die Modulorganisation besonders ins Gewicht. Einige wenige Module/Veranstaltungen sind nur im Sommer oder nur im Winter und bieten sich daher besonders aus Organisatorischen Gründen für eine Wahl an, unabhängig davon, ob man sie thematisch interessant findet oder nicht.

Nicht zuletzt halte ich IT-Management insgesamt für ein schlechteres Wirtschaft und Recht. Die Ähnlichkeiten der Studienpläne sind frappierend. Bei WuR fällt zwar der Wirtschaftsinformatikteil weg, das ist meines Erachtens allerdings kein großer Verlust, wie ich oben bereits dargelegt habe. Anstelle dessen tritt mehr Flexibilität in der Auswahl einzelner Nicht-Modul-Vorlesungen, mehr Auswahl in der Wirtschaft, mehr Auswahl im Recht. Meine Meinung: Da kann es nur Gewinner geben. Warum die beiden Anwendungsfächer im Rahmen der Überarbeitung für dieses Semester nicht gleich zusammengelegt wurden, wird für immer ein Rätsel bleiben.

Allgemein sollte noch gesagt werden, dass beide Fächer einen enormen Studieraufwand mit sich bringen. Diese Information ist nicht neu, sollte bei einem solchen Review wie hier aber nicht ausgelassen werden. Im Schnitt kriegt man bei IT-Management und WuR 3 CP pro Vorlesung. Das sind 10 Veranstaltungen und potenziell 10 Prüfungen bis zum Abschluss. Als Vergleich, ein kompletter Prüfungsplan des Anwendungsfachs "Optimierung":
  • Einführung in die Optimierung (10 CP)
  • Diskrete Optimierung (10 CP)
  • Nichtlineare Optimierung (10 CP)
Fertig. Eine Vorlesung pro Semester. Eine Prüfung pro Semester. Regelstudienzeit. Für sich sind die Veranstaltungen sicherlich umfangreicher, aber man sollte die Fixkosten einer Veranstaltung und von Prüfungen nicht vergessen, die auch bei weniger umfangreichen und einfacheren Themen anfallen.

Meine Wahl
Hier nochmal der Vollständigkeit halber, mein aktueller Studienplan. Darüberhinaus führe ich am Ende noch eine interessante Studienplanrechnung vor, die sicherlich auch allgemein nicht uninteressant ist.

Ich habe aus BWL in IT-Management gewechselt und habe bereits die Veranstaltungen
  • Grundlagen der BWL I
  • Grundlagen der BWL II
  • Buchführung
  • Kosten- und Leistungsrechnung
bestanden. Vor der Änderung der Anwendungsfächer habe ich aus dem Anwendungsfach
  • Cyberlaw I
  • Grundzüge der Wirtschaftsinformatik (als Ersatz für E-Business)
gehört.

Zur Vervollständigung des Moduls "BWL und Cyberlaw" (9 CP) und Grundzüge der Wirtschaftsinformatik (7 CP) kommen dieses Semester
  • Cyberlaw II (Update: Das ist wohl nicht nötig, weil "BWL und Cyberlaw" kein Modul, sondern eine ... Gruppierung von Veranstaltungen ist? Da ich das Anwendungsfach eh um 5 CP überziehe (s. u.), sind die CP aus Cyberlaw II nicht nötig.)
  • Geschäftsprozesse- und Unternehmensmodellierung
Damit komme ich auf 24 CP. Es fehlen also noch 6 CP insgesamt und davon mindestens 5 CP aus Wirtschaftsinformatik. Hier befindet man sich jetzt in einer Situation, bei der man meinen könnte, sie sei mit Absicht.

Das beginnt damit, dass die meisten Module zweiteilig sind und auf SS und WS verteilt sind. Da habe ich also keine Chance, wenn ich in diesem Semester fertig werden will.

Zwei der einzelnen Vorlesungen aus WInf bringen nur 4 CP und reichen daher nicht aus (und werden überdies nur im Winter angeboten). Zwei der anderen Module würden im Übrigen zu viele CP bringen. Generell keine Katastrophe, aber ich habe da inhaltliche Bedenken.

Meine Wahl fällt daher auf das Modul:
  • Unternehmensführung und Marketing
und zur Auffüllung der CP im WInf-Teil auf die Vorlesung mit dem lustigen Namen:
  • Creating a Web Startup
Letztere studiere ich dann nebenher im Wintersemester, nachdem ich eigentlich schon mit meinen Vorlesungen fertig sein wollte. Man kann aber nicht alles haben. Damit überziehe dann auch das Anwendungsfach um 5 CP (um die Mindestanforderung aus WInf zu erfüllen).

Ich finde jedenfalls, dass man zurecht sagen kann, dass das Anwendungsfach suboptimal ist.

Ein paar Einzelbewertungen
Zu den BWL-Fächern ein paar kurze konkrete Anmerkungen, für all diejenigen, die noch bei der Auswahl ihrer Fächer sind:
  • BWL I (Pfohl) ist thematisch recht umfangreich und deckt viele Themen, die es als einzelne Veranstaltungen noch gibt, bereits ab, etwa Finanzierung, Personalführung und Marketing. Zwar ist das sicher nicht der gleiche Detailgrad, aber spannender werden die Themen durch eine Reiteration auch nicht. Zu bedenken ist hier auch, dass man sicher nicht erwarten kann, in die gesamte Materie in einem 30-CP-Anwendungsfach vorzudringen. Die Notwendigkeit einer allgemeinen Behandlung in den Grundlagen der BWL I und einer späteren Vertiefung sei also dahingestellt. Die Klausur hat auch einen grenzbekloppten Schwierigkeitsgrad, weil viele zufällige Details gefragt werden. Zum Bestehen ist meines Erachtens kein Auswendiglernen der Seitenzahlen und des Folienlayouts notwendig, wie das oft behauptet wird, um eine Lernphase von mehreren Wochen zum Zwecke eines mäßigen Ergebnissen wird man allerdings nicht herum kommen. So oder so hoffe ich, dass diese Bugs durch die neue Einführungsveranstaltung behoben sind.
  • BWL II war ziemlich rechenintensiv und für Informatiker über weite Strecken wegen simpler Algorithmik auch nicht übermäßig schwierig. Es geht in weiten Teilen der Vorlesung um Entscheidungsfindung bei gegebenen Zukunftsszenarien und Handlungsalternativen. Die Inhalte bleiben jedoch relativ abstrakt. Als ich die Vorlesung gehört habe, wurde sie inhaltlich stark gekürzt. Bei einem größeren Umfang wäre auch diese Prüfung vom Aufwand nicht unerheblich.
  • Buchführung und Kosten- und Leistungsrechnung sind weder besonders spannend noch besonders schwierig. Mit Genug Übung (und Übungsmaterialien werden mehr als genügend zur Verfügung gestellt) sind beide Veranstaltungen leichte Beute. Letztere halte ich für interessanter, da sie mehr mit der Realität zu tun hat. Externe Buchführung ist überspitzt ausgedrückt eine Art Farce um den Gesetzgeber zu befriedigen, während KLR als interne Buchführung auf eine tatsächlich nützliche Bewertung von Input/Output befasst ist. Obwohl die Veranstaltungen nicht so spannend sind und sich die Frage stellen lässt, ob es sich dabei wirklich um ein akademisches Fach handelt, sind die Inhalte meines Erachtens extrem nützlich, um den Zweck bestimmter Vorgänge in der BWL zu verstehen bzw. leichter nachvollziehen zu können. In der Vorlesung setzt Prof. Quick abstruserweise darauf, dass Dinge, die von ihm diktiert werden, mitzuschreiben sind. Ich halte das in der Form für extrem blödsinnig und habe mich daher für sein eigenes inhaltsgleiches Buch "Doppelte Buchführung" entschieden. Das enthält witzigerweise auch noch Übungsaufgaben und Beispielklausuren. Damit kann man aber erstaunlich gut lernen und ich konnte mir problemlos nach einigen Wochen den Besuch der etwas trägen Vorlesung sparen. Ein paar Kontrollbesuche später im Semester haben mich in meiner Entscheidung bestätigt. Zusätzlich wird die Vorlesung aufgezeichnet, sodass man im Zweifel problemlos bei Schwierigkeiten zu den Videos greifen kann. Den gleichen Ansatz habe ich dann ein Semester später bei KLR verfolgt, jedoch mit deutlich weniger Erfolg: Das Buch Kostenrechnung (Horsch) ist eine absolute Zumutung und sieht nicht nur so aus, als hätte es meine Oma mit Word gesetzt, sondern beinhaltet auch keine nennenswerte Struktur, dafür aber mehrere ziemlich offensichtliche inhaltliche oder handwerkliche Fehler. Also Hände weg.
  • Cyberlaw I wurde in meinem Fall von RA Dosch gehalten und nicht von Professor Schmid. Ich fand die Vorlesung nicht schlecht, jedoch behandelt sie eine Aneinanderreihung aktueller Themen und daher ist ein roter Faden nicht leicht zu erkennen. Den gibt es, es ist aber relativ lose: Er behandelt die juristische Vorgehensweise zur Bewertung verfassungsrechtlicher Fragen. Empfehlenswerter finde ich inhaltlich gerade für Informatiker jedoch die Softwarrerechts-Vorlesungen von Prof. Marly. Unnütz ist Cyberlaw I für die Verständnis des Rechts in der modernen Gesellschaft jedoch keinesfalls.
Ein letzter unibüroktatischer Tip
Wenn ihr ein Anwendungsfach studieren wollt, dass sich so stark mit einem anderen deckt, wie es bei IT-Management und Wirtschaft und Recht der Fall ist, ist es meines erachtens aus organisatorischen Gründen besser, sich für keins davon anzumelden. Grund ist die Regelung, dass nur ein Anwendungsfachwechsel zulässig ist. Meines Erachtens ist die Regelung reine Schikane und die Begründung, die Studenten müssten sich dann direkt am Anfang besser informieren, zieht nicht. Wenn sich das Studium schneller in seinem Aufbau ändert, als man es studieren kann, dann hilft eine Gründliche Auseinandersetzung mit den Inhalten von nächstem Jahr ohnehin nicht.

Der größte Witz an der Regelung ist nämlich, dass es problemlos möglich ist, erst die Veranstaltungen als freiwillige Zusatzleistungen zu hören, sich dann für ein Anwendungsfach zu entscheiden und sie alle anerkennen zu lassen. Wenn man sich aber erst anmeldet und dann wechselt, dann hat man seinen einzigen Wechsel verbraucht und steckt dann im zuletzt gewählten Fach fest. Sollte sich dann -- wieso auch immer -- ein weiterer Wechsel anbieten (etwa weil die Studienpläne wieder wechseln, irgendwelche Veranstaltungen kurzfristig nicht verfügbar sind etc.), dann ist er nicht zulässig.

Schon allein wegen diesem Designfehler im System plädiere ich daher auch für eine Abschaffung dieser Regel.
Zuletzt geändert von yourmaninamsterdam am 17. Apr 2012 21:41, insgesamt 1-mal geändert.

Toobee
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Re: IT-Management 2012

Beitrag von Toobee » 14. Apr 2012 22:11

Hi,

du hast dir ja viel Mühe gemacht deine Äußerungen/Kritik nachvollziehbar zu machen, aber ich fürchte das Forum ist der falsche Ort um Kritik an der Organisation des Anwendungsfaches anzuschlagen. Du solltest dich direkt an die Fachstudienberatung wenden bzw. an den Dozenten der das Anwendungsfach auf der anderen Seiten federführend vertritt.
Zumindest die Regelung dass man nur 1x wechseln darf ist etwas, dass der Fachbereich Informatik beschlossen hat --> Fachstudienberatung?

>Der größte Witz an der Regelung ist nämlich, dass es problemlos möglich ist, erst die Veranstaltungen als freiwillige Zusatzleistungen zu hören,sich dann für
>ein Anwendungsfach zu entscheiden und sie alle anerkennen zu lassen.
Diese Möglichkeit wird tatsächlich nicht sonderlich stark kommuniziert. Ich kenne die Regel grade nicht im Wortlaut, aber ich würde erwarten, dass man sich zu Beginn des Masters für ein AWF entscheidet. Scheinbar ist das aber nicht zwingend erforderlich?

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Thomas
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Re: IT-Management 2012

Beitrag von Thomas » 14. Apr 2012 23:12

Zwei Anmerkungen:

1. Die Regel, das AWF einmalig ändern zu können ergibt sich aus § 30 der Allgemeinen Prüfungsbestimmungen:
[...] Sehen die Ausführungsbestimmungen die Wahl von Nebenfächern vor, kann auf Antrag das Nebenfach einmalig aus wichtigem Grund gewechselt werden. In diesem Fall entfallen die nach Abs. 1 Satz 1 in Verbindung mit § 27 Abs. 3 erforderlichen Wiederholungsprüfungen. [...]
...und ich denke, dass das Anwendungsfach im Master ein Nebenfach ist, kann der Fachbereich kaum verneinen. Also müssten die APB geändert werden, allerdings mit Auswirkungen auf alle anderen „Nebenfächer“, die dann auch mehrmals gewechselt werden könnten.

2. Dein Erfahrungsbericht würde leicht angepasst gut in das Infoheft der Anwendungsfächer passen, dass als Orientierungshilfe gedacht ist. Schau es dir mal an und melde dich bei Interesse beim derzeit Zuständigen, Cornelius Flöter (vorname.nachname@D120.de).
„Die Universität steht nunmehr vor der Aufgabe, die Lehre vor Qualitätseinbußen zu schützen, damit der dort vorhandene sehr gute Ruf gehalten wird.“
Rechenschaftsbericht des TU-Präsidiums 2009-2010 (Seite 20), angesichts von aktuell 23.000 Studenten und vor G8

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Re: IT-Management 2012

Beitrag von yourmaninamsterdam » 14. Apr 2012 23:17

Toobee hat geschrieben:Du solltest dich direkt an die Fachstudienberatung wenden bzw. an den Dozenten der das Anwendungsfach auf der anderen Seiten federführend vertritt.
Meine Kritik war hauptsächlich an Studenten gerichtet, die sich gerade für ein Anwendungsfach entscheiden wollen. Deswegen halte ich das Forum dafür auch für angebracht. Alle Dinge, die ich mit den zuständigen Leuten klären wollte, habe ich mit ihnen geklärt.

Darüberhinaus sei noch erwähnt, dass es organisatorisch nicht ganz einfach ist, sich an die Koordinatorin des Anwendungsfachs zu richten, weil Sprechstunden mit ihr lange Vorlaufzeiten haben und zeitlich extrem eingeschränkt sind.
Toobee hat geschrieben:Ich kenne die Regel grade nicht im Wortlaut, aber ich würde erwarten, dass man sich zu Beginn des Masters für ein AWF entscheidet. Scheinbar ist das aber nicht zwingend erforderlich?
Richtig, es ist nicht zwingend erforderlich.

mariusssl
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Re: IT-Management 2012

Beitrag von mariusssl » 26. Apr 2012 12:53

Ich kann mich der Sache nur anschliessen - das selbe Elend hab ich auch gerade durchgemacht, hätte ichs aufgeschrieben hätte es einen ähnlichen Umfang. Das größte Problem ist, meiner Ansicht nach, nicht, dass es "so viele" Veranstaltungen mit jeweils wenigen CP sind (im Gegensatz zu einigen Info-Veranstaltungen sind die Inhalte ja recht trivial), sondern in der Tatsache, dass völlig vergessen wird, dass man nur 3 Semester Zeit hat. Man hat also wentweder 2 SS und 1 WS oder 2 WS und 1 SS Zeit, was schon ein starker Constraint für die Auswahl der Fächer ist. Prinzipiell habe ich nicht (wie es eigentlich mit der neuen PO gedacht war: flexibler Entscheiden, was man belegt) nach Inhalten der VL entschieden, sondern wie die Vorlesungen "zeitlich" in meinen Prüfungsplan passen. Was mich aber am meisten nervt sind diese "Modulklausuren". Ich besuche dieses Semester E-Commerce, was scheinbar in einer Modulklausur mit Electronic Markets geprüft wird. Schönen Dank: Bieten die eine Klausur im WS an, hab ich nächstes Semester noch eine zusätzliche Klausur, falls nicht darf ich dann am Ende des SS13, wenn ich meine Masterarbeit schreibe, die Klausur schreiben. Oder ich lern halt einfach das Script vom letzten Sem auswendig und setz mich auf gut Glück in die Klausur dieses SS. So ein absoluter Humbug. Dieser Modul-kram mag ja für Wirtschaftsinformatiker Sinn ergeben, die nichts anderes studieren. Aber für ein AWS auf 3 Semester ist es völliger Käse.

grüsse

mariusssl
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Re: IT-Management 2012

Beitrag von mariusssl » 26. Apr 2012 13:37

Auch super ist, dass in der Woche der ominösen Blockveranstaltung "Creating a web startup" die Klausur Network Security geschrieben wird und man dementsprechen was schwänzen muss von dieser Blockveranstaltung - unter Vorraussetzung der Veranstalter lässt es zu Oo - so ein orga bullshit

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Re: IT-Management 2012

Beitrag von John » 14. Okt 2012 14:21

yourmaninamsterdam, danke für den ausführlichen Bericht!
DON'T PANIC

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Re: IT-Management 2012

Beitrag von MaMaj » 25. Okt 2013 09:58

Kann mich auch nur anschließen, dass ich dieses Anwendungsfach aus organisatorischer Sicht einfach schlecht finde.

Die Themen sind sehr interessant und z.B. Personalführung und Personalmanagement Systeme sehr zum empfehlen.
Die Modulprüfungen, welche mehrere Modulveranstaltungen zusammengefasst prüfen, sind hingegen der letzte Bullshit für Informatiker.

FJanssen
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Re: IT-Management 2012

Beitrag von FJanssen » 25. Okt 2013 12:48

Ich kann die Kritik an diesem Anwendungsfach durchaus nachvollziehen, wobei ich diese vornehmlich auf die Modulklausuren reduzieren würde. Das ist natürlich insofern unumgänglich als dass alle Klausuren am FB1 Modulklausuren sind. Die einzige Möglichkeit wäre speziell für Informatiker mit einem Anwendungsfach aus dem FB1 Einzelklausuren wie man es aus der Informatik kennt anzubieten. Dies ist aber leider organisatorisch einfach nicht möglich.
No ein wichtiger Hinweis: Sollten Sie Probleme bei der Erreichbarkeit der Ansprechpartner des Anwendungsfachs haben, wenden Sie sich bitte direkt an mich. Sollte sich Ihr Studium durch diese Modulklausuren nachweislich verlängern, wenden Sie sich bitte ebenfalls direkt an mich (bitte erst dann wenn es soweit ist, nicht während der Planungsphase).

Ich hoffe ich konnte wenigstens ein bißchen helfen. Bitte kontaktieren Sie mich direkt wenn Probleme auftreten.

Viele Grüße
Frederik Janssen

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