Antwort: Analyse Nichtbestehensquote und Hinweise an Wiederholer

Benutzeravatar
D'Angelo Russell
Mausschubser
Mausschubser
Beiträge: 48
Registriert: 13. Apr 2016 12:56

Antwort: Analyse Nichtbestehensquote und Hinweise an Wiederholer

Beitrag von D'Angelo Russell » 24. Okt 2016 21:34

Ich möchte mit diesem Beitrag auf den Beitrag von Professor Weihe aus dem moodle-Forum eingehen. Denn ich gehöre auch zu den 46% der Teilnehmer, die im nächsten Semester ein Wiedersehen mit der Klausur feiern. Seit der Bekanntgabe der Ergebnisse am Freitag, habe ich so manche Stunde Ursachenforschung zu meinem Abschneiden in der Klausur betrieben. Dabei habe ich vorhin auch die Aussagen von Professor Weihe miteinbezogen.

zu 1.: Diese Prozentzahl spricht sehr deutliche Worte. Bei diesen Aufgaben kann man nur an eigenem Unvermögen scheitern.

zu 2.: Auch wenn die Ergebnisse bei den Aufgaben 7 und 8 besser waren als im letzten Jahr, habe ich mit der Aufgabe 7 große Probleme. Dort war einiges an Code gegeben, den man erstmal verarbeiten musste. Ich fand den Anspruch dieser Aufgabe um einiges höher, als die Theorietestate zu diesen Themen. In den Theorietestaten hatte ich keinerlei Probleme mit diesen Aufgaben, die Klausur hat mich deshalb in dieser Hinsicht überrascht. Zumal im Klausurblatt mit Lücken die Formulierung „lehnt sich an die Theorietestate an“ gebraucht worden ist. Diese Formulierung hätte ich auch im Bezug auf die Schwierigkeit des Codes gedeutet. Mich würde dazu aber auch die Sicht der anderen Studenten interessieren. Möglich, dass ich diese Meinung unter Umständen exklusiv vertrete.

zu 3. - 5.: Dabei stimme ich Professor Weihe zu. Mir persönlich geht es so, dass ich ein absoluter Java-Laie bin. Vor dem Studium habe ich keinerlei Kenntnisse in dieser Richtung erlangt. Und auch im Studium selbst liegen die Prioritäten komplett unterschiedlich gelagert. Die Klausur in FOP habe ich befriedigend abgeschlossen, allerdings kann ich sagen, dass ich in dieser Grundlagenveranstaltung keinerlei Programmierkenntnisse in Java sammeln konnte. Denn dort wurde das halbe Semester in Racket programmiert. Im letzten Drittel etwa, wurden völlig schwachsinnige Java-Sachen „programmiert“. Den Sinn dahinter verstehe wer will. Allein die Tatsache, dass in der FOP-Klausur nur ein Java-Lückentext abgefragt worden ist, zeigt, dass dem Programmieren in Java kein großer Stellenwert beigemessen wurde. Auch in der AuD wurde 3/4 der Zeit über verschiedene Algorithmen und Datenstrukturen gesprochen. Erst mit Veröffentlichung des Java-Übungsblattes wurde mir bewusst, dass hier auch gute Programmierkenntnisse vorausgesetzt werden. In den Testaten war dieses Thema auch komplett außen vor. So habe ich vor der Klausur einige Aufgaben des Übungsblattes bearbeitet. Die ersten Aufgaben waren für mich machbar, hinterher wurde es aber schon echt knifflig. Auch die Klausuraufgaben würde ich in den Bereich mittelschwer bis schwer einordnen. Aber auch hier würde mich interessieren, wie die anderen Studenten diese Sachen beurteilen.
Meine Frage an Professor Weihe wäre nun folgende: Können Sie ein Lehrbuch empfehlen, was sich zum Selbststudium mit Java eignet? Mir geht es nicht um ein Buch mit haufenweise Theorie, sondern um ein Buch, mit Aufgaben und kurzen Erläuterungen, sodass es wirklich um das Programmieren (also vor allem ums Üben) geht. Oder gibt es an eine Lehrveranstaltung/Seminar, um sich noch mehr mit der Thematik vertraut zu machen?
Da ich ein äußerst schlechter Verlierer bin, würde ich an dieser Schwachstelle sehr gerne arbeiten.

zu 7.: Ja der Plan war bei mir Anfang bis Mitte September gut gefüllt. Aber eine solche Ausrede lasse ich mir selbst nicht durchgehen. Das wäre in meinen Augen zu einfach, die Schuld darauf abzuladen. Letztendlich ist jeder selbst für sein Ergebnis verantwortlich! Unabhängig von äußeren Umständen.

Nun noch eine letzte Frage. Sie scheint ja die hohe Durchfallquote durchaus zu beschäftigen. Haben Sie darüber nachgedacht, die Klausur herunterzusetzen? In Mathe beispielsweise, ist sowas ja bekanntlich schon öfters vorgekommen.

Vielen Dank vorab für eine Antwort!

D'Angelo
I got ice in my veins! 8)

frtam
Erstie
Erstie
Beiträge: 11
Registriert: 22. Okt 2014 12:28

Re: Antwort: Analyse Nichtbestehensquote und Hinweise an Wiederholer

Beitrag von frtam » 25. Okt 2016 00:58

(Ein passendes Youtube-Video dazu https://youtu.be/c3XqcvnyM0Q :oops: )

D'Angelo ich empfehle dir ganz arg Java Head First! Ich hab auch erst mit Beginn des Studiums Java gelernt - damit kam ich viel besser an die Materie heran. Das beste um Programmieren zu üben ist es zu tun, deswegen empfehle ich dir z.B. den Subreddit DailyProgrammer. Leider braucht man halt als Anfänger extrem lange für die einfachsten Sachen. Aber ist halt das Handwerk eines Informatiker und wie KW schon sagte - man kommt nicht drum herum^^"

Zur Klausur:
Ich fand den Großteil der Aufgaben sehr angemessen- teilweise anspruchsvoll aber machtbar. Ich hatte erhebliche Probleme mit Aufgabe 5 und 6. Es hat mich einiges an Zeit gekostet den Code zu analysieren. Ich muss ehrlich sagen, ich hatte mit einer Aufgabe gerechnet, mit der man immer wieder im Studium intuitiv zu tun hat, bspw Fibonacci-Zahlen berechnen, größter gemeinsamer Teiler usw. und dachte, dadurch dass ich an einem Software Projekt das letzte Semester (alleine) in C++ gearbeitet habe, hätte ich nun genügend "Gefühl/Expertise" für Java gesammelt - Gut, da geb ich zu, da war ich ein bisschen blauäugig :oops: und hab mich auf die Algorithmen aus den Theorietestaten orientiert, mich auch nicht wirklich viel mit den Java Aufgaben auseinander gesetzt (sondern eher mit den Algorithmen die dort vorkommen könnten).

Erstmal: Ein Lob an die tollen Nabla Aufgaben, Verfügbarkeit von Ihnen und Ihrem Team, Strukturiertheit und die vielen Lehrangebote die online verfügbar waren. Auch super finde ich, dass Sie offen sind für "anonymes" Feedback - daran können sich andere Fachbereiche wirklich was abschneiden :)
Nun zur Klausur:
Leider fande ich die Programmieraufgaben - rein inhaltich - kompliziert und zeitaufwändig. Ich saß da bestimmt 20 Minuten dran und hab nicht verstanden was da jetzt passiert, irgendwann hab ich dann aus lauter Verzweiflung irgendetwas hingeschrieben und im Laufe der Zeit ist mir dann langsam aufgefallen um was es ging, dann war die Zeit aber knapp - Weswegen ich die Aufgabe als zu umfangreich empfand/empfinde. Die Klausur ist zwar kein Wunschkonzert, aber ich hätte mir mehr zu dem theoretischem Teil gewünscht, anstatt Java Aufgaben (welche natürlich auch wichtig sind). Schade fand ich es auch dass die Komplexitäts-Analyse etc. auf die Java-Aufgabe aufbaut.

Und zu der Frage woran es bei mir gelegen hat zurück zu kommen: Hab die Aufgabe (5-6) großteils nicht verstanden (in so kurzer Zeit) (resultierte bei mir zu zweimal 0 Punkte) + falsche Organisation meinerseits + bin schlecht in Klausuren schreiben( warum kann man nicht einfach ne 50 Seiten Arbeit schreiben um die Klausur zu bestehen :D?) :/

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und dass hier lesen : )

Grüße

Ich würde mir eine Anhebung des Schnittes natürlich auch sehr wünschen :mrgreen:

yokop
Windoof-User
Windoof-User
Beiträge: 28
Registriert: 13. Apr 2016 12:49

Re: Antwort: Analyse Nichtbestehensquote und Hinweise an Wiederholer

Beitrag von yokop » 25. Okt 2016 08:49

Hab die Klausur zwar (mit 1,0 Bonus) mit einer 1 vor dem Komma bestanden, werde aber trotzdem mal meine Gedanken beisteuern, da ich von meiner Leistung doch ziemlich enttäuscht/unzufrieden war.

Hatte vor der Klausur alle Programmieraufgaben erledigt und auch sonst viel auf die Klausur vorbereitet.
Klausuraufgabe 5 war durchaus fair, da sie extrem ähnlich zu einer Aufgabe auf dem Java-Übungsblatt war.

Mit Aufgabe 6 hatte ich dann meine Probleme, da ich es bei solch komplexen Aufgaben als schwer empfinde, sie sauber auf Papier zu programmieren, weil ich auch gerne noch Sachen währenddessen einfüge bzw. gerne länger über Sachen nachdenke (hier wurde auch am Ende durch meine große Schrift der Platz etwas knapp, ähnlich war es bei Aufgabe 7).

Die Theorieaufgabe hatte ich mir ebenfalls einfacher vorgestellt bzw. hatte ich zwar mit einer Anhebung des Niveaus im Gegensatz zu den Theorieaufgaben gerechnet, jedoch nicht ganz in dem Maß. Hatte mich vor der Klausur gut auf diesen Teil vorbereitet gefühlt, hat dann aber trotzdem nur für 5/15 gereicht :/

Bei der Klausuraufgabe 8 hatte ich mit schweren Fragen gerechnet.

Gesamt fand ich die Klausur angemessen, dafür, dass es ja das Bonussystem gibt. Lief für mich an dem Tag einfach nicht optimal :)

Nicca
Windoof-User
Windoof-User
Beiträge: 30
Registriert: 7. Jun 2016 13:35

Re: Antwort: Analyse Nichtbestehensquote und Hinweise an Wiederholer

Beitrag von Nicca » 25. Okt 2016 10:07

Guten Morgen,

ich kann inhaltlich an die Vorredner anschließen. Ich habe die Klausur zwar bestanden und dank 1,0-Bonus auch noch eine verhältnismäßig zufriedenstellende Note erzielt, aber der Ausgang war denkbar knapp.

Ich war vor Beginn meines Studiums sowohl auf der hobit als auch beim TU-Day. Bei beiden Veranstaltungen kam während der Vorstellung des Fachs Informatik aus dem Publikum die Frage, inwieweit vorhandene Programmierkenntnisse Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium sind. In beiden Fällen wurde die Frage dahingehend beantwortet, dass keine Kenntnisse vorausgesetzt werden und in der TU bei Null angefangen wird.
Rückblickend wünsche ich mir, dass ich gewusst hätte, in welchem Tempo es von der Null auf Hundert geht - dann hätte ich mich vor allem mit Java doch schon im Vorfeld stärker befasst.

Ich empfand die FoP-Java-Aufgaben nicht als "schwachsinnig", aber als sehr schwer in der gegebenen Zeit zu lernen. Bis heute habe ich leider das Gefühl, dass mir noch immer das grundlegende Verständnis fehlt - ich habe zwar sehr viele verschiedene Bausteine kennengelernt, aber weiß nicht, wie ich das Gerüst drumherum errichten muss.

Ich fand es dann erstaunlich, dass in der AuD-Klausur Java-Programmieraufgaben vorkommen, obwohl während der kompletten Vorlesung nicht wirklich Java gelehrt wurde.
Auch die Java-Testate durften ja nur abgelegt werden, wenn andernfalls die Studienleistung nicht erreicht worden wäre, wenn ich mich richtig erinnere.

In den Theorie-Testaten ging es mir bereits teilweise so, dass ich den Code nicht auf Anhieb verstanden habe, hier haben die Tutoren aber bei Bedarf geholfen und den eigentlichen Korrektheitsbeweis konnte ich dann immer erfolgreich führen (was sich ja auch an den Bonus-Punkten zeigte).

Obwohl ich mich nochmal sehr intensiv mit Java befasst habe, kam es dann in der Klausur zu meinem persönlichen worst case: Ich habe den Code des Korrektheitsbeweises nicht verstanden, obwohl ich sehr viel Zeit darauf verwendet habe. Natürlich ist es dann fast unmöglich, eine Invariante etc. zu bestimmen, was sich auch in der Bewertung ausdrückte.

Letztlich konnte ich das dann durch meine Programmieraufgaben noch "rausreißen", aber tatsächlich kann ich unterschreiben, dass das Hauptproblem bei mir und vielen Kommilitonen an den mangelnden Kenntnissen in Java liegt - und da stellt sich nun schon die Frage, ob wir kollektiv unfähig sind oder ob an der Einführung der Programmiersprache etwas nicht passte (oder vielleicht auch abwich von den Vorjahren?).

Ich wünsche allen, die diese Klausur erneut schreiben, viel Erfolg!

VG
Katrin

jr29zyni
Windoof-User
Windoof-User
Beiträge: 25
Registriert: 14. Apr 2016 15:03

Re: Antwort: Analyse Nichtbestehensquote und Hinweise an Wiederholer

Beitrag von jr29zyni » 25. Okt 2016 15:39

Hallo,

ich habe die rekursive Programmieraufgabe als schwerer als die Aufgaben vom Übungsblatt und auch als zu schwer für die Klausur empfunden. Wobei es bei mir überhaupt nicht an Java-Kenntnissen lag, sondern am konzeptionellen Aufbau des Programmes (insbesondere bzgl. des Umgangs mit der Ausgabeliste). (Anmerkung: Ich habe (fast) alle Aufgaben vom Übungsblatt gemacht.)

Java-Programmierung dieser Intensität war zwar kein Bestandteil der Vorlesung, ich habe aber auch alle meine Java-Kenntnisse aus FOP (vormals GDI1; hier ist v.a. das Programmierprojekt von großem Nutzen!) und die haben (in Verbindung mit einigen Denkanstößen aus der inoffiziellen Lösung aus diesem Forum) ausgereicht. Zudem wurde mMn früh genug kommuniziert, dass man einiges an Lernzeit in Java-Aufgaben stecken sollte.

LG

kci
Windoof-User
Windoof-User
Beiträge: 24
Registriert: 21. Apr 2016 20:54

Re: Antwort: Analyse Nichtbestehensquote und Hinweise an Wiederholer

Beitrag von kci » 25. Okt 2016 17:37

Mein Problem bei der Klausur waren in der Tat die Programmieraufgaben, allerdings nicht, dass ich sie nicht hätte lösen können, sondern, dass ich für das Verstehen+ einigermaßene Lösen von Aufgabe 5 schon so lange gebraucht habe, dass für Aufgabe 6 und 7 kaum bzw. gar keine Zeit mehr blieb, dementsprechend konnte ich eine gute Note gar nicht mehr erreichen

Prof. Karsten Weihe
Dozentin/Dozent
Beiträge: 1824
Registriert: 21. Feb 2005 16:33

Re: Antwort: Analyse Nichtbestehensquote und Hinweise an Wiederholer

Beitrag von Prof. Karsten Weihe » 28. Okt 2016 11:40

D'Angelo Russell hat geschrieben: Haben Sie darüber nachgedacht, die Klausur herunterzusetzen? In Mathe beispielsweise, ist sowas ja bekanntlich schon öfters vorgekommen.
Ich denke nach jeder Klausur darüber nach, egal wie gut oder schlecht sie ausfällt. Kriterium für mich ist, ob die Klausur vielleicht nicht doch zu schwer war, so dass Teilnehmer an der Bestehensgrenze scheitern, die eigentlich die Mindestkompetenzen gezeigt haben.

Sie schrieben:
D'Angelo Russell hat geschrieben: Bei diesen Aufgaben kann man nur an eigenem Unvermögen scheitern.
Daher werden Sie sicherlich nachvollziehen können, dass ich besagtes Kriterium nicht als erfüllt ansehe.

BTW: Ich vergaß einen Punkt zu den Aufgaben 5+6 in meiner moodle-Mail: Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie feststellen, dass beide Aufgaben im Prinzip schon so ungefähr auf dem Java-Übungsblatt gestellt waren (wenn auch implizit).

KW

Antworten

Zurück zu „Archiv“