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Warum ist die 2. Normalform verletzt

Verfasst: 1. Sep 2013 20:21
von null
Hallo,

sei R eine Relation mit R = ABCDE. SK enthält mit SK = {{A,B}} alle Schlüsselkandidaten. Die funktionalen Abhängigkeiten lauten F = {AB -> CDE, C -> E, B -> C}.

Die zweite Normalform ist hier verletzt, weil wegen B -> C nicht alle Nichtschlüsselattribute vollständig vom Primärschlüssel abhängen. Aber warum? Es gibt doch noch AB -> CDE. Da sieht man doch, dass C vom vollständigen Primärschlüssel abhängt.

Vielen Dank
LG, null

Re: Warum ist die 2. Normalform verletzt

Verfasst: 1. Sep 2013 20:49
von co_
"Vollständig abhängig" bedeutet, dass nur eine Abhängigkeit vom Ganzen, nicht aber von einer (echten) Teilmenge besteht. {B} ist offensichtlich eine echte Teilmenge von {A, B}. Da C sowohl vom Primärschlüssel {A, B} abhängt als auch von der Teilmenge {B}, ist C nicht vollständig abhängig von {A, B}.

Re: Warum ist die 2. Normalform verletzt

Verfasst: 1. Sep 2013 22:54
von null
Aber C hängt ja vollständig von A und B ab (AB -> CDE). Durch die dritte FA hängt es quasi "zusätzlich" von B alleine ab. Warum ist das ein Problem?

Vielen Dank

Re: Warum ist die 2. Normalform verletzt

Verfasst: 2. Sep 2013 10:01
von co_
Das Problem ist, dass C laut Definition von "voller" bzw. "vollständiger" Abhängigkeit nicht zusätzlich von B abhängen darf. Schau dir einfach nochmal die Definition auf Seite 134 im ersten Foliensatz an. :wink:
Mit vollständig abhängig ist nicht gemeint, dass etwas vom "vollständigen Primärschlüssel" abhängt. Natürlich ist das eine Bedingung, aber es gibt eben noch die Zusatzbedingung, dass keine Abhängigkeit von einer Untermenge bestehen darf.

Re: Warum ist die 2. Normalform verletzt

Verfasst: 2. Sep 2013 13:38
von TobiasF
Die Definition in den Folien ist zugegeben nicht ganz präzise.
Es sollte heißen "... und jedes Nichtschlüsselattribut nicht partiell vom Primärschlüssel abhängt".

Re: Warum ist die 2. Normalform verletzt

Verfasst: 2. Sep 2013 22:12
von null
ah ok. und eine solche vollständige Abhängigkeit ist auch bei einer Transitivität gegeben?

Beispiel:

R = ABCDE SK = {{A,B}, {C,E}} F = {AB -> C, B -> D, D -> E, CE - >B. CE ->A}

Wählt man {C,E} als Schlüssel, so hängen die Nichtschlüsselattribute B und A offensichtlich voll vom Primärschlüssel ab. D hängt jedoch nur vollständig an, wegen der Transitivität B -> D ( B hängt ja wiederum vollständig ab). Ist das der Grund, warum die 2. Normalform hier vorliegt?

Danke

Re: Warum ist die 2. Normalform verletzt

Verfasst: 3. Sep 2013 09:58
von barracuda317
null hat geschrieben:ah ok. und eine solche vollständige Abhängigkeit ist auch bei einer Transitivität gegeben?

Beispiel:

R = ABCDE SK = {{A,B}, {C,E}} F = {AB -> C, B -> D, D -> E, CE - >B. CE ->A}

Wählt man {C,E} als Schlüssel, so hängen die Nichtschlüsselattribute B und A offensichtlich voll vom Primärschlüssel ab. D hängt jedoch nur vollständig an, wegen der Transitivität B -> D ( B hängt ja wiederum vollständig ab). Ist das der Grund, warum die 2. Normalform hier vorliegt?

Danke
Ja, ich würde sagen, da B vollständig abhängt, hängt auch D wegen der Transitivität vollständig ab. Du benötigst den ganzen Primärschlüssel um B zu bestimmen, also auch den ganzen um D aus B zu bestimmen.

3. NF liegt hier dann aber nicht mehr vor.

Re: Warum ist die 2. Normalform verletzt

Verfasst: 3. Sep 2013 16:48
von TobiasF
Stimmt. Ich brauche C und E um B zu bestimmen. Was dann von B abhängt ist quasi egal (für die 2. NF!)