Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Prof. Karsten Weihe
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Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von Prof. Karsten Weihe »

Hallo allerseits,

es gab verschiedentlich Stimmen von Studierenden im Forum, die sich gemäß Selbstauskunft in der Situation sehen, unangemessen viel Zeit in die Vorbereitung der theoretischen Testate investieren zu müssen, um gegen unvorhergesehene Fragen gewappnet zu sein.

Dies ist natürlich nicht in unserem Sinne. Daher möchte ich hier nachfragen, welche konkreten Fragen Ihnen in den ersten Testaten gestellt wurden, die Sie zu einem derart übervorsichtigen Verhalten gebracht haben. Vielen Dank!

Gerne können Sie wie immer hier im Forum oder direkt an mich antworten, wie immer gerne auch anonym.

KW

HeavyMetalGuy
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Re: Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von HeavyMetalGuy »

Ich hatte mir das Testat eher als Abfrage meines Quellcodes vorgestellt in der ich meine Methoden genauer erklären soll. Stattdessen habe ich meinen Code nicht mal sehen dürfen und sollte mich erinnern wie ich Schritt für Schritt vorgegangen bin. Auch wurden viele Fachbegriffe abgefragt, wie "Abstrakte Sequenz", die ich nicht Definitionsgetreu erklären konnte.

Rapha167
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Re: Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von Rapha167 »

Ich bin ebenfalls von ausgegangen das ein Testat im eigentlichen Sinne eine Überprüfung sein sollte, ob das geschriebene wirklich von mir ist.
Also habe ich mich auf Fragen zu meinen Aufgaben vorbereitet. Das ich sämtliche definitionen wie abstrakte Sequenz,in-place .. etc ebenfalls mit Korrekten Fachausdrücken beschreiben musste, war mir vorher nicht bewusst.

Die Antwort "In-Place bedeutet, dass man keine neue Liste erschafft sondern die Elemente nur in der gegebenen Liste verschiebt" war dem Tutor auch nicht ausreichend.
Ich möchte mich hier nicht beschweren da ich das Testat dennoch bestanden habe. Finde aber, dass es ein exponentieller Lern- und Zeitaufwand ist alle Begriffe die einem vorkommen in Wikipedia Art auswendig zu lernen.

Gerade in Theorietestat 2 bin ich mir absolut unsicher was für Fragen mich nun erwarten, ob wieder eine Menge Hintergrundinformationne abgefragt werden, oder ob nur überprüft wird ob das "abgegebene" wirklich von mir ist. Im übrigen habe ich das Gefühl, dass die informationen zum 2. Aufgabenblatt entweder zu wenige oder nicht auffindbar sind, ich sitze teilweise einfach nur ratlos vor den Aufgaben und habe das Gefühl das man sie nur schwer mit dem Wissen aus der Vorlesung bearbeiten kann.
Meine bisherige Erfahrung mit Testaten war, dass man sie locker bestehen kann, wenn man die Aufgaben auch selber bearbeitet hat.

gruss raphael
Zuletzt geändert von Rapha167 am 18. Mai 2015 16:58, insgesamt 1-mal geändert.

¯\_(ツ)_/¯
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Re: Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von ¯\_(ツ)_/¯ »

Da ich an einigen Stellen schon aufgeschnappt habe, dass auch ziemlich viel Hintergrundwissen in den Testaten abgefragt wird habe ich mit dementsprechend auch vorbereitet.
Also die Definition von Rekursion (nach einem Forumpost habe ich penibel darauf geachtet, dass ich bei jedem mal Aufsagen auch den Rekursionsanker erwähne), die Unterschiede zwischen rekursiv und iterativ, wie Listen funktionieren, Invarianten gelernt und bin meinen Code noch auf Papier durchgegangen.
In meinem Testat konnte man einige Fragen sehr gut mit Wissen aus GdI 1 und GdI 2 (Vorlesung oder auch Videos) beantworten, z.B. eben Unterschied iterativ, rekursiv und dass die beiden gleich mächtig sind. Nur in-place musste ich wirklich "auswendig" lernen, damit ich sicher die richtige und korrekte Definition sagen kann.
Mit gutem Vorwissen konnte ich also das erste Theorietestat gut bestehen (und eben eine gründliche Vorbereitung).
Nur bei dem 2. bin ich mir unsicher, was so alles gefragt werden kann und denke, dass ich mich dort sehr lange, intensiv und gründlich drauf vorbereiten muss.

Janosch
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Re: Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von Janosch »

Bei mir steht offiziell "Verständnisprobleme bei Aufgabe 3" als Grund meines Durchfallens im ersten Theorietestat.
Fairnesshalber muss ich dazu sagen, dass mein Code für Aufgabe 3 so nicht ganz fehlerfrei funktioniert hat. Die Grundstruktur allerdings stand und der Lösungsweg war laut meinem Tutor auch richtig. Es waren vermutlich einige syntaktische Fehler vorhanden die mir nicht direkt aufgefallen sind.

Mein Ärgernis basiert mehr auf der Tatsache, das ich noch nicht die Bedeutung der "Pointer" verinnerlicht hatte. Ich nannte diese seid je her einfach "Variable", welche auf die einzelnen Elemente einer zu bearbeitenden Liste zugewiesen werden.
Der eigentliche, meinerseits auch gravierende Fehler, war meines falsches Verständnis der Iterationsreihenfolge. Bei mir wird jedes Array eines Listenelements autark durchlaufen und nicht als ein ganzes Array mit allen Arrays der restlichen Listenelemente. Was mich jedoch wurmte war, das die Iteration die er mir dann selber erklärte, praktisch auf dem gleichen Prinzip basierten wie ich es ursprünglich vor hatte. Ein Pointer für das Listenelement, ein weiterer für das Array des Elements welcher dann der Reihe nach (erst Array durchlaufen, dann zum nächsten Listenelement gehen) iterieren.

Am Ende hieß es ich hätte zu viel Hilfe von ihm zur Erklärung gebraucht.
Dieses Urteil habe ich jetzt erstmal ohne Murren hingenommen. Dennoch erscheint mir das zu viel. Denn alle anderen Aufgaben und Fragen habe ich richtig, ausführlich und ohne jegliche Verständnisprobleme beantwortet und jeder andere Code lief einwandfrei in genau der gewünschten Form.

Ich hatte nach der Testierung ein kleines Deja Vue an meine Abiturzeit. Dort bekam ich in den Sprach- und Geisteswissenschaften teilweise immense Punktabzüge weil meine Antworten zwar richtig waren, aber laut den Lehrern noch bestimmte Erläuterungen nötig "wären", welche ein dermaßen weites Ausholen erfordert hätten, dass ich keine 20 Min. sondern eher 2 Tage gebraucht hätte zum vortragen.

Während wir bei den Praxis- und foo-Testaten auf das Verständnis des Codes und der individuellen Problemstellung achten müssen, liegt die Theorie am Ermessen des Testierenden.
Ohne die Qualität der Vorlesung und des Übungsbetriebes jetzt in Frage zu stellen, halte ich es für ein wenig hart das bestehen oder nicht bestehen abhängig von dem individuellen idiomatischen Verständnis des Tutors zu machen. Immerhin ist bei zweimaligem durchfallen das Semester praktisch für die Katz.

Ich halte morgen mein zweites Testat und bin bestimmt schon Netto seid ca. 20 Stunden an diesem einem Arbeitsblatt dran. Aus meinen kurzen Antworten zu den ersten beiden Fragen sind inzwischen halbe Romane entstanden. Ganz zu Schweigen bei der Erläuterung des Codes bei der dritten Aufgabe.
Und auch noch jetzt werde ich mit jedem Video das ich sehe, mit jedem Thread über diese Themen in denen hier diskutiert wird und mit jedem Eintrag im Wiki, immer unsicherer.

MikMik
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Re: Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von MikMik »

Mir wurden ebenfalls wie von vielen anderen bereits genannt Fragen zu in-place, abstrakte Sequenz, Rekursion und Iteration gestellt. Dass diese Fragen an sich gestellt wurde fand ich etwas schade, da es aus der Aufgabenstellung nicht ersichtlich war, aber das weiß man ja jetzt beim zweiten Testat besser.
Was aber bei mir dazu führt, dass ich extrem viel Zeit in die Vorbereitung stecke ist die Tatsache, dass zumindestens mein Tutor nicht mit einer Antwort zufrieden war, auch wenn sie richtig war, wenn diese nicht vollständig beantwortet wurde und dies beim ersten Versuch. Das finde ich sehr schade, da ich meine Antworten immer bezogen auf die Aufgabenstellung gab und wenn ich gefragt werde was Rekursion ist und ich sage, dass das ein Funktion ist welche sich mit Übergabeparameter immer wieder selber aufruft und mir dann ohne Nachfragen gesagt wird, dass dies falsch sei weil ich nicht gesagt hätte das sie einen Rekursionsanker benötigt ( welcher in meiner Implementierung allerdings offensichtlich vorhanden war) ist die Konsequenz für mich daraus, dass ich nun alle Definitionen aus Büchern auswendig lerne und zwar Wort für Wort. Das ist das was für mich den immensen Zeitaufwand bedeutet.
Auch finde ich diese Art der zeitaufwendung nicht sonderlich produktiv und eher langweilig und denke auch nicht , dass dies das primäre Ziel der Lehrveranstaltung sein sollte.

kurzeFrage()
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Re: Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von kurzeFrage() »

Bei mir und allen die ich kenne waren die Fragen im Rahmen des Aufgabenstoffes, also angemessen.

inf0rmatik0r
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Re: Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von inf0rmatik0r »

Meiner Meinung nach ist es ok, in Theoriethestaten auch Verständnisfragen zu stellen, vor allem auch zentrale Begriffe aus der Vorlesung.
Diese sollten dann aber auch so gestellt sein, dass man nicht nach einer exakten Formulierung gefragt wird, um Auswendiglernen zu prüfen, sondern dass man sie auch ohne Auswendiglernerei bei Verständnis des Vorlesungsstoffes beantworten kann.

h_ar
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Re: Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von h_ar »

Ich finde mein Tutor hat es richtig gemacht.

Er hat außer Fragen zum Code auch die von anderen erwähnten Fragen gestellt. Diese konnte ich nicht perfekt erklären (manchnal musste er nachfragen oder nachhaken) aber es wurde klar dass ich es verstanden hatte.

Nachdem er sah dass der Code von mir ist und ich alles verstanden hatte, erklärte er mir nochmal kurz die Antworten, die er erwartet hatte bzw. sagte mir was mir bei meiner Antwort fehlte oder was ich verbessern könne. Ich fiel also nicht deswegen durch, aber bekam den Hinweis, mich auch mit den Fachbegriffen auseinanderzu setzen.

prox
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Re: Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von prox »

Mir wurden ebenfalls die selben Fragen gestellt. Ich kam aber damit zurecht und konnte sie erklären (nur war ich bisschen erstaunt, weil ich damit nicht gerechnet hatte). Für Theorie 2 bin ich mir ziemlich unsicher was nebenbei noch gefragt werden könnte, weshalb viel Zeit für die Vorbereitung verloren geht. Vielleicht wäre es möglich Schlüsselbegriffe auf den Theorieblättern zu nennen, damit wir ungefähr wissen, wie wir uns vorbereiten können und somit auf die Fragen "gewappnet" sind.

frtam
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Re: Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von frtam »

Ich finde meine Tutorin hat das auch ziemlich gut gelöst. Ich habe ihr meinen Code erklären dürfen und allgemeine Verständnisfragen.
Dass man Fragen wie "was bedeutet in-place" beantworten muss habe ich erst durch Zufall herausgefunden, wäre wenigstens gut gewesen zu wissen dass man noch andere Sachen erklären muss außer seinen Code. Hier hat meiner Tutorin aber gereicht, dass ich es nicht so ausgedrückt habe wie in einem Wikipedia-Artikel. Außerdem stand ja das Wort auch auf dem Arbeitsblatt, da hab ich mir schon gedacht, dass wäre bestimmt so eine typische Testfrage. Bei den anderen Fragen musst ich erst nochmal etwas nachdenken, weil die so nicht ausdrücklich in irgendeiner Weise auf dem Theorieblatt standen, hatte aber trotzdem gelangt.

Nicholas Wolf
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Re: Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von Nicholas Wolf »

Hallo,

auch wenn ich im wesentlichen jetzt das gleiche sagen werde wie meine Vorposter, will ich noch etwas sagen.
Persönlich empfinde ich die Testate an sich nicht zu schwierig, die Aufgaben partiell aber schon. Das liegt meines Erachtens aber eher an Formulierungen bzw. Fragestellungen die nicht so eindeutig sind (zb. Theo-1 : laufen sie über alle Arrays aber NICHT über die Listenelemente -> Ich muss aber indirekt darüber iterieren ...) wie sie seien könnten.
Außerdem finde ich es problematisch denn um die Aufgaben zu bearbeiten ist meist eine Überlegung ausreichen und wenn man diese nicht hat geht (sehr) viel Zeit verloren (-> Frustration) (berichten auch andere).

Die Fragen bei meinen Testaten empfand ich als angemessen, wenn auch die geforderten Antworten etwas sehr perfekt sein mussten. Um jetzt wirklich meine Meinung (die ja hier gefragt ist, oder ?) kund zu tuen: Diese "Perfektion" ist etwas zu viel des guten. Und ich empfinde es als durchaus problematisch wenn unsere Antworten nicht "perfekt" genug sind, aber richtig, und zu Problemen/ Diskussionen führen.

Zum Thema Zeitaufwand muss ich sagen dass ich, vor allem in Testat 2, sehr viel Zeit in viel Text investiert habe um Kleinigkeiten zu erläutern. Mir wurde dann auch gesagt das es zu viel war. Ich habe so viel geschrieben weil ich nicht für Sachen wie "das sollte noch erklärt werde" oder "warum ist das denn jetzt genau so" angreifbar sein wollte.
Alles in allem mache ich mir bei Theorie sehr viel Sorgen um Nebensächlichkeiten was letztlich nicht dem lernerfolg zuträglich ist.

Prof. Karsten Weihe
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Re: Abgefragtes Hintergrundwissen in den Theorietestaten?

Beitrag von Prof. Karsten Weihe »

Nicholas Wolf hat geschrieben: auch wenn ich im wesentlichen jetzt das gleiche sagen werde wie meine Vorposter, will ich noch etwas sagen.
Vielen Dank!

Ich verstehe ihre Kritik so, dass sie eigentlich sehr gut zusammenpasst mit der Kritik, die einige Vorposter geäußert haben. In einer moodle-Mail gestern hatte ich unsere Konsequenzen aus dieser Kritik mitgeteilt. Weitere Anregungen sind willkommen!

KW

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