Anforderungs- Modellierung (Fragen)

karimhanif
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Anforderungs- Modellierung (Fragen)

Beitrag von karimhanif »

In der Übung 2, bzw. in den Folien wurde eine Anforderung verlangt für eine gemeinsame Sprache in einem Arbeitskreis (Modul 2, Seite: 28)
ich nenne sie mal einfach: \(\varphi_1\).

ich habe mir folgendes überlegt und wollte man eure meinung dazu hören...

zunächst definiere ich die funktion: \(spricht:\; DEL \;\rightarrow \; \mathcal P(SPRACHE)\)

\(\varphi_1\;:=\; \forall \;aks\in\;AKS: \forall \;v \in \; aks: \;\exists Spr \in \; \mathcal P(SPRACHE) \backslash \lbrace \rbrace \; \land \; \mid Spr \mid \; =\ 1: (spricht(v) }\;=\; Spr ))\)

wobei hier v einen Delegierten symbolisiert, also: \(v \in DEL\)

was meint ihr, würde diese alternative modellierung auch funktionieren ?



EDIT: noch eine frage dazu: Sehe ich es richtig das funktionen (unabhängig ob sie: partiell, total, bijektiv, surjektiv oder injektiv sind) eine Menge von Abbildungen repräsentieren, dies wurde in den folien nicht klar definiert...daher die frage, also gilt: \(f: \;A\rightarrow B = \lbrace a_1 \mapsto b_1, a_2 \mapsto b_3, ... \rbrace\) ??

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Tigger
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Re: Anforderungs- Modellierung (Fragen)

Beitrag von Tigger »

Hmm, also so wie du das machst klappt das glaub ich nicht. "Spricht ist" ja eine Funktion und eine Funktion bildet einen Wert immer auf maximal einen anderen Wert ab. In deinem Beispiel hast du bei der Definition von "spricht" sogar definiert, dass es sich um eine totale Funktion handelt (zu erkennen an dem Pfeil). Also wird jeder Wert aus dem Definitionsbereich (also DEL) auf genau eine Teilmenge von SPRACHE abgebildet. Das bedeutet, spricht der Abgeordnete mehr als eine Sprache, hat sein Spricht(v) eine Kardinalität > 1 und somit kann die unten stehende Anforderung nie erfüllt sein.

DanielR
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Re: Anforderungs- Modellierung (Fragen)

Beitrag von DanielR »

karimhanif hat geschrieben: \(\varphi_1\;:=\; \forall \;aks\in\;AKS: \forall \;v \in \; aks: \;\exists Spr \in \; \mathcal P(SPRACHE) \backslash \lbrace \rbrace \; \land \; \mid Spr \mid \; =\ 1: (spricht(v) }\;=\; Spr ))\)
Also die ganze Defintion scheint mir nicht so ganz geglückt.

1. Wenn du die Forderung über die Kardiniltät von Pr drin lässt, kannst du dir sparen die leere Menge auszuschließen, weil diese von der anderen Forderung schon ausgeschlossen wird.
2. Warum definierst du nicht einfach \(Spr \in\;Sprache\)?
3. Wie Tigger schon gesagt hast, machst du grade eine Aussage über die Defintion der Sprachfähigkeiten aller Delegierter. Das liegt an deiner Verwendung von Spricht und besonders auch an deiner Quantorenreihenfolge. Deine Aussage lautet im Moment: Für jeden Arbeitskreis-Mitarbeiter exisitert genau eine Sprache, die er spricht. Du möchtest aber gerne: Für jeden Arbeitskreis exisitiert genau eine gemeinsame Sprache, wobei gemeinsame Sprache bedeutet, dass jeder Mitarbeiter sie spricht.

Vorschlag: \(\forall \;aks \in \;AKS; \exists spr \in Sprache: \forall v \in aks: spr\in spricht(v)\)

karimhanif
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Re: Anforderungs- Modellierung (Fragen)

Beitrag von karimhanif »

vielen dank an euch beiden für die "aufklärung", insbesondere dir Daniel...
deine Modellierung macht schon wesentlich mehr sinn als meine, muss halt noch 'n bisschen das modellieren üben :-)

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Re: Anforderungs- Modellierung (Fragen)

Beitrag von Krümelmonster »

DanielR hat geschrieben:Vorschlag: \(\forall \;aks \in \;AKS; \exists spr \in Sprache: \forall v \in aks: spr\in spricht(v)\)
Das ist denke ich noch nicht ganz richtig. v soll ja ein Delegierter sein und ist daher Element von zuordnung(aks).

Ich würde es so machen:
\(\forall \;aks \in \;AKS; \exists spr \in Sprache: \forall v \in zuordnung(aks): spr\in spricht(v)\)
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Re: Anforderungs- Modellierung (Fragen)

Beitrag von karimhanif »

Krümelmonster hat geschrieben:
DanielR hat geschrieben:Vorschlag: \(\forall \;aks \in \;AKS; \exists spr \in Sprache: \forall v \in aks: spr\in spricht(v)\)
Das ist denke ich noch nicht ganz richtig. v soll ja ein Delegierter sein und ist daher Element von zuordnung(aks).

Ich würde es so machen:
\(\forall \;aks \in \;AKS; \exists spr \in Sprache: \forall v \in zuordnung(aks): spr\in spricht(v)\)
ja aber v, also der Delegierter ist doch in einem arbeitskreis "aks" enthalten, warum muss er noch element einer zuordnung sein?
reicht das erstere nicht aus?

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Re: Anforderungs- Modellierung (Fragen)

Beitrag von Krümelmonster »

Siehe Modul-02 Folie 11.

In AKS sind keine Delegierten, sondern Symbole, die die Arbeitskreise modellieren.
Auf Folie 26 des gleichen Moduls ist die Funktion zurodnung(ak) definiert, die zu jedem Arbeitskreis
die Menge der Delegierten zurückgibt, die in diesem Arbeitskreis sind.
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Re: Anforderungs- Modellierung (Fragen)

Beitrag von DanielR »

Die Verwirrung die hier grade entsteht rührt daher, dass verschiedene Möglichkeiten der Modellierung existieren und in der Vorlesung auch vorgestellt wurden.

Werden Arbeitskreise modelliert durch Elemente der Potenzmenge aller Delegierten reicht es vollkommen aus zu fordern das \(v \in aks\).
Die Nachteile dieser Modellierung werden parallel in einem anderen Thread diskutiert :)

Modelliert man Arbeitskreise z.B. durch Symbole oder Tupel, dann ist meine Anforderung so natürlich nicht in Ordnung und man braucht tatsächlich die erwähnte Hilfsfunktion zuordnung : AKS -> P(DEL) mit AKS als Menge aller Arbeitskreise (wie auch immer die Arbeitskreise modelliert sind) und DEL als Menge aller Delegierter (auch hier ist die Modellierung der Delegierten im Einzelnen für die Funktion nicht entscheidend).

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Re: Anforderungs- Modellierung (Fragen)

Beitrag von karimhanif »

Krümelmonster hat geschrieben:Siehe Modul-02 Folie 11.

In AKS sind keine Delegierten, sondern Symbole, die die Arbeitskreise modellieren.
Auf Folie 26 des gleichen Moduls ist die Funktion zurodnung(ak) definiert, die zu jedem Arbeitskreis
die Menge der Delegierten zurückgibt, die in diesem Arbeitskreis sind.
ich habe auch nicht "AKS" sondern "aks" geschrieben und in "aks" sind ja delegierte enthalten oder etwa nicht? also müsste es wie gesagt auch mit dem vorschlag von Daniel funktionieren, denk ich mal...

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Re: Anforderungs- Modellierung (Fragen)

Beitrag von Krümelmonster »

DanielR hat geschrieben:Die Verwirrung die hier grade entsteht rührt daher, dass verschiedene Möglichkeiten der Modellierung existieren und in der Vorlesung auch vorgestellt wurden.

Werden Arbeitskreise modelliert durch Elemente der Potenzmenge aller Delegierten reicht es vollkommen aus zu fordern das \(v \in aks\).
Diese Definition habe ich nicht in den Folien gefunden.
Aber wenn man AKS so definiert hat, dann braucht man die Funktion zuordnung(ak) tastächlich nicht.
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Re: Anforderungs- Modellierung (Fragen)

Beitrag von DanielR »

Ich fürchte du hast recht. Habe mal in die Folien geschaut und tatsächlich werden dort alle "Subjekte" prinzipiel erstmal durch Symbole definiert. Dann benötigt man die Zuordnungsfunktion.

Das macht wohl Sinn, um bei Analysen am Modell einfacher auf die einzelnen Arbeitskreise zuzugreifen. Das ist bei der Modellierung \(ak \in P(Del)\) nicht so einfach Möglich.
Ich habe noch im Kopf, dass alternativ alle Arbeitskreise durch \(P(Del) X P(Del) X P(Del)\) modelliert wurden. Dort könnte man die Arbeitskreise wieder differenziert betrachten, aber benötigt wieder eine Hilfsfunktion, die einem aus dem Tupel die gewünschte Komponente raushohlt.

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Re: Anforderungs- Modellierung (Fragen)

Beitrag von Krümelmonster »

Hattest doch Recht.
In Modul3 Folie 10 werden die AKS alternativ so definiert.
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