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Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 29. Nov 2009 20:47
von mister_tt
Hallo zusammen,

Unten eine Mail, die ich den Veranstaltern der GdI 3 geschickt habe. Ich hoffe, dass sich dadurch noch einige andere zu dem Thema zu Wort melden.
Sehr geehrte Veranstalter des GdI 3 Praktikums,

aus gegebenem Anlass möchte ich Ihnen gerne meine Meinung zur Aufgabenstellung des 2. Praktikums mitteilen. Nach Gesprächen mit einigen Kommilitonen scheine ich auch nicht der Einzige mit den hier beschriebenen Problemen zu sein. Aber vielleicht äußern sich im entsprechenden Forenbeitrag ja noch andere zu dem Thema. Ich habe mich dazu entschieden, diesen Brief zu veröffentlichen, um eine Diskussion zu dem Thema anzuregen.

Ich empfand die Aufgabenstellung des zweiten Praktikums offen gestanden als Unverschämtheit. Bei diesem Praktikum überstieg die Zeit, um die Aufgabenstellung und den dort "beschriebenen" Algorithmus zu verstehen, bei Weitem die Zeit der Implementierung. Wenn Sie mit dem Praktikum erreichen wollten, dass wir uns an schlechte Beschreibungen von "Kunden" gewöhnen (das ist ja ein in dieser Situation üblicherweise sehr willkommenes Argument), betrachten Sie diese Mail bitte als gegenstandslos. Dann möchte ich Ihnen nur mitteilen, dass ich den didaktischen Ansatz absolut nicht nachvollziehen kann.

Zunächst einmal der banale Teil meiner Kritik: Die Aufgabenstellung sollte m.E. in korrektem Deutsch geschrieben sein. Dürfte ich Sie ganz offen fragen, ob Sie die Aufgabenstellung vor Veröffentlichung noch einmal lesen? Dann können solche Fehler eigentlich nicht passieren (gerade wenn vielleicht mal jemand anderes Korrektur liest - ein sehr beliebtes Verfahren zur Minimierung von Fehlern):
- "Im Suchschritt wird für jedes Bit der Lösung einzeln berechnet." -> Bitte was?
- "Da man bei einer 32bit-Zahl weiß, dass die Lösung maximal 2^16 ist." -> Zusammenhang!? Wofür ist das eine Erklärung!?
- "Vom höchstwertigen Bit b_15 absteigend wird entschieden, ob die Lösung sich im Halbraum 0 <= y < 2^15 oder 2^15 <= y < 16 die Wurzel liegt." -> Bitte was!?
- "Die Mantisse des Wurzel" -> (da weiß man immerhin, was eigentlich gemeint ist...)
Bei manchen Zitaten kann man natürlich erahnen, was gemeint ist, es macht das Verstehen des Algorithmus allerdings unnötig schwer.

Das Nächste sind inhaltliche Unklarheiten:
Wie man hier -> http://d120.de/forum/viewtopic.php?f=18 ... 05#p106665 wunderschön sieht, wusste keiner, wie was eigentlich implementiert werden soll. Die Aufgabenstellung ist dazu auch einfach widersprüchlich: "Fertigen sie dazu EIN MIPS-Programm mit den Unterprogrammen heron und binarysearch, das EINE positive doppelt genau Gleitkommazahl einliest und als Ergebnis die Quadratwurzel als doppelt genau Gleitkommazahl ausgibt." -> Mein Gedankengang: Alles klar, in einem Programm beide Verfahren als Unterprogramme implementieren. Aber als Ausgabe EINE Gleitkommazahl? Man benutzt also doch nur ein Verfahren!? ... hä? ... Ach ja, hier -> http://d120.de/forum/viewtopic.php?f=18 ... 78#p106562 hatte schon jemand das selbe Problem und es wurde immerhin eine offizielle Antwort gegeben. Fazit: Unnötige Zeitverschwendung!

Beim Algorithmus zur Wurzelberechnung von Ganzzahlen das nächste Problem:
Was ist y, bi und yi in der Aufgabenstellung!? Wäre schön, wenn man das klar irgendwo hinschreiben könnte. Aber nein, auch hier war rätseln angesagt...

Beim Algorithmus zur Wurzelberechnung von Gleitkommazahlen wird es jetzt ganz wild:
Hier werden Variablen X, y, bi, yi verwendet, die nirgendwo definiert wurden. Auch deren Bedeutung muss man irgendwie rauskriegen. Kein Problem, wenn man weiß, wie der Algorithmus funktioniert. Blöd allerdings, wenn man den Algorithmus erst noch verstehen muss.

Ich hoffe und erwarte, dass die Aufgabenstellungen der nächsten Praktika besser gestellt und geprüft werden.
Grüße von einem enttäuschten und verärgerten Studenten
Simon

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 29. Nov 2009 21:32
von LucasR
Ich persönlich würde einige Details nicht so unterstreichen, aber inhaltlich kann ich dir nur zustimmen. Wir haben >9 Stunden an der Implementation gebastelt, bis etwas rauskam, was grob der Aufgabenstellung entsprach und halbwegs akkurate Ergebnisse geliefert hat. Scha(n)de.

Hoffe nur dass sich das in den nächsten Praktika verbessert - ungenaue Spezifikationen entschlüsseln lernen wir meines Erachtens in EiSE, nicht in GdI3.

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 29. Nov 2009 21:44
von Daniel Mäurer
In der Tat haben sich hier in Sachen Rechtschreibung/Satzbau ein paar dumme Fehler eingeschlichen. Kommt nicht wieder vor.

Zur Aufgabenstellung an sich: Uns ist durchaus bewusst, dass der Algorithmus nicht leicht zu verstehen ist, und das nicht nur Aufgrund der Formulierung der Aufgabenstellung. Knobeln und Überlegen war durchaus einer der Hauptteile der Aufgabe!
Fertigen sie dazu ein MIPS-Programm mit den Unterprogrammen heron und binarysearch, das eine positive doppelt genaue Gleitkommazahl einliest und als Ergebnis die Quadratwurzel als doppelt genaue Gleitkommazahl ausgibt.
=Implementieren Sie beide Verfahren zur Berechnung von Gleitkommazahlen.
Außerdem haben Sie selbst auf den Forenbeitrag dazu hingewiesen...

Nichts desto trotz nehmen wir die Kritik natürlich an. Sie können davon ausgehen, dass die nächste Praktikumsaufgabe leichter verständlich und fehlerfrei wird.

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 29. Nov 2009 21:45
von m_stoica
Klar, wäre es schön wenn die Aufgabe deutlicher formuliert gewesen wäre, aber so scharf hätte ich das Ganze jetzt nicht formuliert.

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 29. Nov 2009 22:04
von glowhand
Ist es eigentlich wichtig, dass man beim binarysearch y*(y-1) rechnet statt einfach y^2?
Habe letzteres gerechnet [weil ich es für sinnvoller halte] und hoffe, dass damit die Aufgabenstellung erfüllt ist.

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 29. Nov 2009 22:19
von ivoch
glowhand hat geschrieben:Ist es eigentlich wichtig, dass man beim binarysearch y*(y-1) rechnet statt einfach y^2?
Habe letzteres gerechnet [weil ich es für sinnvoller halte] und hoffe, dass damit die Aufgabenstellung erfüllt ist.
Mit y*(y-1) bekommst du ein mathematisch gerundetes Ergebnis - also Wurzel von 36 ist 6, von 42 is auch 6, von 43 ist 7, von 49 ist auch 7. Mit y² wird immer nach unten gerundet - Wurzel von 36 ist 6, von 48 ist auch noch 6, erst von 49 ist es 7. Welche der beiden Methoden besser ist, oder wo welche Methode besser geeignet ist, musst du dir selbst überlegen.

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 29. Nov 2009 22:24
von glowhand
Hab nun 2 Versionen hochgeladen, einmal y^2 und y*(y-1).
Die y^2 ergibt auf jeden Fall bessere Ergebnisse.

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 29. Nov 2009 22:32
von Manolis
Ich kann mich da mister_tt eigentlich nur anschließen. Die Grud-Aufgabenstellung war verständlich. Doch wie die binarysearch-funktion aussehen sollte, konnte ich (und meine Gruppe) und nicht vorstellen. Zudem findet man keine weiteren Informationen zu diesem Algorithmus im Netz, die einem wirklich weiterhelfen.
Insofern hoffe ich, dass es bei dem einen Fehler bleibt und die weiteren Aufgaben vielleicht wieder verständlicher sind.
Insofern noch einen Schönen Abend.

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 30. Nov 2009 09:29
von mzittel
Ich stimme aufjedenfall zu das die Aufgabenformulierung unterirdisch war.

Es wäre schön wenn man in Zukunft auf eine vernünftige Dokumentation wert legen würde.

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 30. Nov 2009 10:52
von tigris
Auch ich kann da nur zustimmen.
Ich finde es aber auch gut, dass der Veranstalter sich so schnell dazu geäußert hat und die Kritik auch ernst nimmt. Das is ja nicht überall so der Fall (ein Wink Richtung GdI 2 :roll: ) und sollte auch mal erwähnt werden.
LG

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 30. Nov 2009 13:34
von fetzer
Ein kleiner Vorschlag: Zum Binsearch-Verfahren haben wir stundenlang nach brauchbaren Informationen gesucht, Google selbst hat insgesamt nur 4-5 Seiten gefunden, die mit dem Begriff wirklich zu tun hatten. Vielleicht wäre es bei solch unbekannten Verfahren nächstes Mal möglich Quellenangaben und weitere Informationen (Bücher, URLs, ...) mit anzugeben, um wenigstens die Informationssuche zu unterstützen und ungenaue Angaben somit zu vermeiden.

edit:
sorry, hier sollte es natürlich "ungenaue Angaben" heissen und nicht "genaue Angaben"... :oops:

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 30. Nov 2009 14:37
von jan_k
Schließe mich mister_tt an.
Wenn man erstmal 2 Threads erstellen muss, um überhaupt anfangen zu können, verliert man schon sehr viel Zeit.
Hoffen wir aufs nächste Prak...

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 30. Nov 2009 20:03
von jonas
fetzer hat geschrieben:Ein kleiner Vorschlag: Zum Binsearch-Verfahren haben wir stundenlang nach brauchbaren Informationen gesucht, Google selbst hat insgesamt nur 4-5 Seiten gefunden, die mit dem Begriff wirklich zu tun hatten. Vielleicht wäre es bei solch unbekannten Verfahren nächstes Mal möglich Quellenangaben und weitere Informationen (Bücher, URLs, ...) mit anzugeben, um wenigstens die Informationssuche zu unterstützen und genaue Angaben somit zu vermeiden.
dem kann ich mich nur anschließen.

Und der allgemeinen Kritik kann ich mich grundsätzlich auch anschließen, auch wenn ich es nicht so scharf formuliert hätte.

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 2. Dez 2009 09:22
von maZ
Ich muss den Brief nichtmal lesen, um zu wissen, dass ich mich dem anschließe!

Gruß,
maz

Re: Offene Mail an die Veranstalter zum Thema Aufgabenstellung

Verfasst: 2. Dez 2009 16:42
von conny
stimme in allen punkten zu und der Ton ist absolut gerechtfertigt in meinen Augen.

Ich habe der Aufgabe von dem Zeitpunkt keinen Vertrauen mehr geschenkt, als ich die Formel für binary-search gelesen habe, welche bis heute einen Fehler enthält. Ich mein, ungenaues und schlechtes Deutsch in einer Aufgabenstellung ist eine Sache. Wenn aber dann noch die angegebenen Formeln schlichtweg nicht stimmen dann ist das eine andere Sache die noch mehr verurteilt werden sollte.
yi = 2^15 * bi + 2^14 * b14 + ... + 2^i * bi

y0 gibt den abgeschnittenen Teil wieder blabla

So, mein Kopf rechnet nun aha y0 = 2^15 * b0 + 2^14 * b14 + ... + 2^0 * b0

moment...wieso rechne ich zweimal mit b0 ?
Ok, vielleicht übertreibe ich nun, vielleicht auch nicht, aber die Angabe von mathematisch eindeutig falschen Funktionen/Formeln ist ein no-go und in jedem Fall inakzeptabel, egal ob man den Fehler nun schnell erkennt oder nicht.