Klausur

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mba
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Re: Klausur

Beitrag von mba » 18. Mär 2011 00:45

Monatelange Vorbereitung, ein ordentlicher Bonus und dennoch wahrscheinlich verbockt. Ich frage mich was die sich bei der Konzeption dieser Klausur gedacht haben. Ein Buh' Ruf an die Veranstalter! Welcher Super-Nerd soll die Klausur schon schaffen, in dieser Zeit und unter dem Druck?!
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GNut
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Re: Klausur

Beitrag von GNut » 18. Mär 2011 01:18

Ich fand, es war auf jeden fall moeglich zu bestehen, aber halt nur sehr knapp. Aber ich hatte auch schwerere Klausuren mit ner Durchfallquote bis du 80% und es ist nicht ungewoehnlich, dass vor allem in Mathe Klausuren die der eine prof stellt, ein anderer prof in 90 minuten nicht loesen kann. Es bleibt wohl nichts anderes uebrig, als das Ergebnis abzuwarten. Und von sich jetzt aufregen und Kopf um die Klausur machen hat man auch nichts ;)

Die Klausuren sind eben dem Niveau der Vorlesung entsprechend. Ich hab gehoert, dass diese Mathe1 Veranstaltung nur so ueberfuellt war, weil die Klausuren in den Jahren davor so schwer waren. Habe mir ein paar davon angeschaut und fand die wesentlich einfacher als diese. Es liegt also meistens am Auge des Betrachters, denn die Betroffenen finden es meistens am schlimmsten. Und nein, ich bin kein mathe crack und habe auch gehofft, dass diese klausur einfacher wird, aber es wurde ja vor wochen schon gesagt, dass man nur mit rechnen knapp nicht bestanden hat, also sollte sie sehr beweislastig werden, was sie ja auch geworden ist.

Und fuer alle die durchgefallen sind: Keine Angst, das war nur ein Versuch von dreien. Beim zweiten Mal ist man besser vorbereitet und hat mehr erfahrung ;) es besteht also kein Grund zur Panik.
Und an alle, die kaum uebungen gemacht haben oder nicht in den Vorlesungen waren und durchgefallen sind: Langt euch erstmal an die eigene Nase. Schliesslich ist das eine Uni und nicht mehr Schule und selbst ein "bestanden" muss man sich erarbeiten.

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mba
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Re: Klausur

Beitrag von mba » 18. Mär 2011 01:26

Yupp, genau was solls, vorallem um diese Uhrzeit sich noch den Kopf drüber machen, wie was war... wir werden es sehen :D
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MaMaj
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Re: Klausur

Beitrag von MaMaj » 18. Mär 2011 11:20

Ich habe mich heute Nacht ja schon im http://www.d120.de/forum/viewtopic.php?f=154&t=21845-Thread ausgelassen.

Mir sind noch einige nette Anekdoten eingefallen:

1) Beim Auspacken der Klausur haben die HiWis im AudiMax fast nen Lachkrampf bekommen. Sie standen zu dritt über dem Klausurblatt und haben sich an den Kopf gefasst. Wir waren uns schnell einig, dass sie wohl kaum Freude an der fairen Klausur zum Ausdruck bringen wollen, sondern sich eher denken: "Gut, dass wir Mathe studieren, da gibts einfachere Klausuren!"
Wie schon im heh-Thread gesagt: Ich habe mit Mathematikstudenten über die Klausur gesprochen und sie meinten, das war absolut zu hoch gegriffen.

2) Im heh-Thread wurde gesagt, dass sich der Veranstalter wohl verschätzt hätte... Natürlich... Schätzungen und Statistiken... die gehören ja eher in den Voodoo-Priester-Bereich als in den Kompetenzraum eines Mathematik-Fachgebiets, nicht?

3) Du Streichers Zeiten hab ich eine lustige Begegnung mit der Leistungsfähigkeit des Professors gehabt. Es war gerade Gruppenübungsstunde und Prof. Streicher kam ins Zimmer. Er wollte sehen, wie schlecht doch seine Ersties sind. Na ja... ich hatte tatsächlich Probleme eine Beweisaufgabe zu führen und weil es sich anbot, habe ich ihn um seine Hilfe gebeten.
Das führte zu folgendem Dialog (wortwörtliche Zitate werde ich mit !! kenntlich machen - der Rest ist sinngemäß):

Ich: "Herr Streicher, ich verstehe nicht, wie ich in der Aufgabe von diesem auf jenes schließen soll, können Sie mir da bitte weiterhelfen?"

Prof: "Also das ist doch gar nicht so schwer, sie müssen nur mal nachdenken, !!für einen mathematisch reifen Menschen stellt diese Aufgabe gar keine Herausforderung dar!!"

Ich: "Ja, ich hab schon dies und jenes versucht, aber ich steig da nicht dahinter..."

Prof Streicher stöhnte, verdrehte die Augen, nahm sich einen Zettel und krickelte in unleserlicher Schrift irgendwas auf den Zettel kreuz und quer...

Prof: "Also man muss hier die Annahme machen... Oder wir schauen mal, ob dies klappt... Dann gucken wir uns... Oder machen... hmmm... ja, also..."

Bedenkpause!

Prof: "... also die Aufgabe ist ja wirklich nicht so das Problem, !!ich habe die Lösung in meinen Unterlagen notiert!!..."

Er warf den Stift hin, drehte sich auf der Ferse um und ging...
Ein Kommilitone, der das alles mitverfolgt hat hat ungefähr so geschaut: :shock:

Okay, und jetzt soll mir mal einer erzählen, die Profs wissen, was sie da eigentlich fabrizieren? Und falls doch: Wie im heh-Thread gesagt, ich denke wir Studenten zählen an der Uni als Individuen nichts und werden nicht ernst genommen. Klausuren sind (gefühlte) Aussiebverfahren, weil sie einfacher zu realisieren sind, als Eignungstests und man immerhin im ersten Semester durch die absolute Überfüllung der Uni mit Ersties gutes Semesterbeitragsgeld abgreifen kann.
Dass man aber nicht die Gesamtzahl der Studenten in die höheren Semester durchlassen darf, ist leider auch verständlich, denn sonst müsste man irgendwann Vorlesungs-Public-Viewing am Caro 5 machen.

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Re: Klausur

Beitrag von gregor » 18. Mär 2011 11:31

Beim Auspacken der Klausur haben die HiWis im AudiMax fast nen Lachkrampf bekommen. Sie standen zu dritt über dem Klausurblatt und haben sich an den Kopf gefasst. Wir waren uns schnell einig, dass sie wohl kaum Freude an der fairen Klausur zum Ausdruck bringen wollen, sondern sich eher denken: "Gut, dass wir Mathe studieren, da gibts einfachere Klausuren!"
die szene hab ich auch mitbekommen, wie sich die Aufsicht die klausur angeschaut hat. Im ersten moment dachte ich, die lachen, weil es kinderkacke ist.
naja dann haben sie wohl über irgendwas anderes gelacht.

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Re: Klausur

Beitrag von MaMaj » 18. Mär 2011 11:45

gregor hat geschrieben:
Beim Auspacken der Klausur haben die HiWis im AudiMax fast nen Lachkrampf bekommen. Sie standen zu dritt über dem Klausurblatt und haben sich an den Kopf gefasst. Wir waren uns schnell einig, dass sie wohl kaum Freude an der fairen Klausur zum Ausdruck bringen wollen, sondern sich eher denken: "Gut, dass wir Mathe studieren, da gibts einfachere Klausuren!"
die szene hab ich auch mitbekommen, wie sich die Aufsicht die klausur angeschaut hat. Im ersten moment dachte ich, die lachen, weil es kinderkacke ist.
naja dann haben sie wohl über irgendwas anderes gelacht.
Wahrscheinlich zappelte auf dem Klausurblatt ein Clownfisch und die fanden den so drollig!

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Re: Klausur

Beitrag von franzose » 18. Mär 2011 14:51

MaMaj hat geschrieben: 3) Zu Streichers Zeiten hab ich eine lustige Begegnung mit der Leistungsfähigkeit des Professors gehabt. Es war gerade Gruppenübungsstunde und Prof. Streicher kam ins Zimmer. Er wollte sehen, wie schlecht doch seine Ersties sind. Na ja... ich hatte tatsächlich Probleme eine Beweisaufgabe zu führen und weil es sich anbot, habe ich ihn um seine Hilfe gebeten.
Das führte zu folgendem Dialog (wortwörtliche Zitate werde ich mit !! kenntlich machen - der Rest ist sinngemäß):

Ich: "Herr Streicher, ich verstehe nicht, wie ich in der Aufgabe von diesem auf jenes schließen soll, können Sie mir da bitte weiterhelfen?"
Prof: "Also das ist doch gar nicht so schwer, sie müssen nur mal nachdenken, !!für einen mathematisch reifen Menschen stellt diese Aufgabe gar keine Herausforderung dar!!"
Ich: "Ja, ich hab schon dies und jenes versucht, aber ich steig da nicht dahinter..."
Prof Streicher stöhnte, verdrehte die Augen, nahm sich einen Zettel und krickelte in unleserlicher Schrift irgendwas auf den Zettel kreuz und quer...
Prof: "Also man muss hier die Annahme machen... Oder wir schauen mal, ob dies klappt... Dann gucken wir uns... Oder machen... hmmm... ja, also..."
Bedenkpause!
Prof: "... also die Aufgabe ist ja wirklich nicht so das Problem, !!ich habe die Lösung in meinen Unterlagen notiert!!..."
Er warf den Stift hin, drehte sich auf der Ferse um und ging...
Ein Kommilitone, der das alles mitverfolgt hat hat ungefähr so geschaut: :shock:

Okay, und jetzt soll mir mal einer erzählen, die Profs wissen, was sie da eigentlich fabrizieren?
Vorsicht mit solchen pauschalisierenden Äußerungen, denn ich z.B. habe andere Erfahrungen mit Prof. Streicher gemacht:
Bei Fragen/Unklarheiten habe ich ihn häufig nach der Vorlesung angesprochen oder war auch mal in seiner Sprechstunde und sogar per Mail war er erreichbar. Seine Erklärungen/Hinweise/Erläuterungen waren (zumindest für mich) immer zufriedenstellend.....

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Re: Klausur

Beitrag von tonyp » 18. Mär 2011 15:39

Ich fand Prof. Streicher auch immer hilfsbereit - die Vorlesung war halt didaktisch sehr schwach - aber auf meine Emails wurde immer umfassend und schnell eingegangen.


Die Szene im Audimax ist mir auch aufgefallen und sie war schon sehr seltsam...
3 Tutoren die den Kasten aufmachen - die Klausur anschauen und sich - wortwörtlich - biegen vor lachen!

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Re: Klausur

Beitrag von MaMaj » 18. Mär 2011 15:43

franzose hat geschrieben:
MaMaj hat geschrieben: 3) Zu Streichers Zeiten hab ich eine lustige Begegnung mit der Leistungsfähigkeit des Professors gehabt. Es war gerade Gruppenübungsstunde und Prof. Streicher kam ins Zimmer. Er wollte sehen, wie schlecht doch seine Ersties sind. Na ja... ich hatte tatsächlich Probleme eine Beweisaufgabe zu führen und weil es sich anbot, habe ich ihn um seine Hilfe gebeten.
Das führte zu folgendem Dialog (wortwörtliche Zitate werde ich mit !! kenntlich machen - der Rest ist sinngemäß):

Ich: "Herr Streicher, ich verstehe nicht, wie ich in der Aufgabe von diesem auf jenes schließen soll, können Sie mir da bitte weiterhelfen?"
Prof: "Also das ist doch gar nicht so schwer, sie müssen nur mal nachdenken, !!für einen mathematisch reifen Menschen stellt diese Aufgabe gar keine Herausforderung dar!!"
Ich: "Ja, ich hab schon dies und jenes versucht, aber ich steig da nicht dahinter..."
Prof Streicher stöhnte, verdrehte die Augen, nahm sich einen Zettel und krickelte in unleserlicher Schrift irgendwas auf den Zettel kreuz und quer...
Prof: "Also man muss hier die Annahme machen... Oder wir schauen mal, ob dies klappt... Dann gucken wir uns... Oder machen... hmmm... ja, also..."
Bedenkpause!
Prof: "... also die Aufgabe ist ja wirklich nicht so das Problem, !!ich habe die Lösung in meinen Unterlagen notiert!!..."
Er warf den Stift hin, drehte sich auf der Ferse um und ging...
Ein Kommilitone, der das alles mitverfolgt hat hat ungefähr so geschaut: :shock:

Okay, und jetzt soll mir mal einer erzählen, die Profs wissen, was sie da eigentlich fabrizieren?
Vorsicht mit solchen pauschalisierenden Äußerungen, denn ich z.B. habe andere Erfahrungen mit Prof. Streicher gemacht:
Bei Fragen/Unklarheiten habe ich ihn häufig nach der Vorlesung angesprochen oder war auch mal in seiner Sprechstunde und sogar per Mail war er erreichbar. Seine Erklärungen/Hinweise/Erläuterungen waren (zumindest für mich) immer zufriedenstellend.....
Top! Das freut mich wirklich für dich! 8)

Aber wieso soll meine eigene und persönliche Meinung eine pauschalisierte Aussage sein? Ich habe oben hingewiesen, dass es sich um Anekdoten handelt. Somit entspringen die Situationen einzig und allein meinem persönlichen empfinden. Und wieso soll ich bei der Äußerung meiner ehrlichen Meinung Vorsicht walten lassen? Sind wir in Deutschland schon so weit, dass ehrliche und persönliche Meinung verfolgt wird? Nach der Enthaltung bei der Libyen-Debatte stehen wir zwar auf Augenhöhe mit Russland und China, aber dass es in Hinsicht auf Meinungsäußerungen schon so weit gekommen sein soll, ist mir neu. (*überspitzungbeabsichtigt) :evil:

Man sagt uns doch nach einer nicht bestandenen Klausur auch, dass wir zu wenig gelernt haben, oder dass wir anscheinend nicht Uni-Niveau haben. Hat dein Vorredner ja gesagt, dass die Probeklausur schulischer Pipifax war. Damit sind alle, welche die Probeklausur als angemessen empfanden nicht unireif! DAS nenne ich mal eine pauschalisierte Aussage!

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Re: Klausur

Beitrag von doemel » 18. Mär 2011 20:22

Soderle ... das folgende bitte nicht ganz soo ernst nehmen.

TOP 1 - Wir armen Studenten werden nicht als Individuum wahrgenommen
Stimmt der Prof und die Assis sind voll die ***(passendes bitte einfügen). Wieso können die nicht auf 500 Individuen eingehen? Das ist ja wohl echt nicht zu viel verlangt. Das sind doch insgesammt 3 Leute. Und die haben sogar noch Tutoren, die ihnen dabei helfen!!! Wie sieht ne Lösung aus? Weniger Studenten? Mehr Dozenten -> Wer bezahlt die? Schlagt was vor.

TOP 2 - Die Bewertungen werden an den Schnitt angepasst
Jop. Das werden sie. Und jetzt kommt der Hammer: zu Recht! Im Schnitt sind sich die Studenten 2er Jahrgänge bei 500 Studenten je Jahrgang erheblich gleicher als 2 Klasuren es in 2 verschidenen Jahren sind. Man muss auch irgendwie die Fairness zwischen den Jahren betrachten. Wenn in der selben Prüfung in einem Jahr 80% durchfallen und wer doch besteht ne miese Note hat und im nächsten Jahr die Noten verschenkt werden haben die Leute, die es beim ersten Versuch grade so geschafft haben die Arschkarte gezogen und haben am Ende nen schlechteren Schnitt weil sie besser waren. Das Dozenten immer noch Klasuren vermurksen können ist klar aber ich denke mal Fehler kann man nie ganz ausschließehn sondern nur ihre Auswirkungen minimieren.

TOP 3 - *mimimi ... nur totale Nerds können sowas schaffen"
Also ich brauch keinen Abschluss, den jeder im ersten Versuch schaffen kann. Wenn das die Zielsetzung für nen Studiengang sein soll kann man sich ihn auch gleich schenken. Das Studium muss auch die Anforderung haben mehr zu verlangen als reine Fleißarbeit. Wenn hier das Argument kommt, "ja aber ich hab keine Zeit": Das Studium ist ausgelegt auf nen Vollzeitjob. Entweder du hast diese Zeit, du schaffst das ganze schneller weil du gut bist oder du lässt dir mehr Zeit insgesammt. Im Studium muss ne gewisse Masse an Wissen vermittelt werden. Diese Masse ist unabhängig von deinem Privatleben - deine Aufgabe als Student ist es beides unter einen Hut zu bekommen.

MfG Dömel

Sebastian R.
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Re: Klausur

Beitrag von Sebastian R. » 18. Mär 2011 23:25

Grundlegend betrachtet habe ich auch die ein oder andere Reproduktionsaufgabe (ggT, inverse Matrix) vermisst, aber die Klausur war eigentlich gut konzipiert. Der Prof hat eine sehr gute Vorlesung gehalten und ich habe auf jede Frage eine kompetente Antwort bekommen.
Zuletzt geändert von Sebastian R. am 19. Mär 2011 00:31, insgesamt 1-mal geändert.

fetzer
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Re: Klausur

Beitrag von fetzer » 18. Mär 2011 23:54

Sebastian R. hat geschrieben:Wer möchte denn einen Bachelor in Informatik, den jeder sofort mit fast voller Punktzahl bestehen kann?!
Ist das euer Ernst, oder hab ich die Ironie darin nicht verstanden?

Sebastian R.
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Re: Klausur

Beitrag von Sebastian R. » 19. Mär 2011 00:20

fetzer hat geschrieben:Ist das euer Ernst, oder hab ich die Ironie darin nicht verstanden?
Ich habe gemeint, dass der Anspruch der Klausur natürlich einem gewissen Maßstab gerecht werden sollte. Ich habe damit nicht gemeint, dass die Klausur sinnlos schwer oder zum "Aussieben" von Studenten sein soll.

@fetzer: Meine Aussage mit "das jeder mit voller Punktzahl bestehen kann" ist vielleicht etwas falsch gewählt. Damit meinte ich lediglich, dass ein Studium nicht grundlegend simpel und leicht zu bestehen sein sollte.

RHD
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Ein paar Kommentare zur Klausur

Beitrag von RHD » 19. Mär 2011 15:06

Liebe Hörerinnen und Hörer,

nachdem nun die Korrektur der Klausuren angelaufen ist, und ich mir auch ein erstes Bild von ein paar Bearbeitungen machen konnte, will ich gerne auch ein paar Kommentare aus meiner Sicht zur Klausur geben. Auch ich bin einigermaßen überrascht über das Ergebnis, denn ich bin weiterhin überzeugt davon, eine gut zur Vorlesung und Übung passende Klausur gestellt zu haben.

Ich will mich jetzt weniger mit den Verschwörungstheorien, die jetzt hier durch manchen Thread geistern, beschäftigen, sondern Ihnen begründen, wie ich zu dieser Einschätzung komme und wo, meiner Meinung nach, in vielen Klausuren die Sache auf das falsche Gleis geraten ist.

Damit sich nicht alle mühsam daran erinnern müssen, was die Klausuraufgaben waren, habe ich diese unter "Informationen" ins TUCaN gestellt.

Ein paar grundsätzliche Bemerkungen:

- An verschiedenen Stellen wird beklagt, dass man z.B. so absurde Dinge wie die Exponential-Reihe erkennen sollte oder wissen sollte wie die Rechenregeln in Gruppen lauten. Das finde ich reichlich seltsam, denn dies zu wissen, ist gerade Ihre Aufgabe in der Klausur, und dieses Wissen abzuprüfen, ist das Wesen einer Klausur. Die Erwartung, hier sollte der Aufgabensteller jeweils Hinweise anbringen, verstehe ich daher nicht. Und wer in der Vorlesung dabei war, wird sich durchaus an meine Einschätzung zur Wichtigkeit der Exponentialreihe erinnern...

- Bei der Erstellung der Klausur habe ich ganz bewusst, die bekannten Hassthemen (Relationen, Faktormenge/-raum, Basiswechsel) ausgespart. Eine bewusst fiese Klausur hätte anders ausgesehen.


Zu den einzelnen Aufgaben:


Aufgabe 1

Hier ist, meinem Eindruck nach, bei den meisten die Sache in den Brunnen gefallen. Diese Aufgabe war als schnelle(!) Rechenaufgabe zu Eigenwerten konzipiert. Was ich allerdings nicht vorhergesehen habe (hätte ich es können?), ist, dass sehr viele die Aufgabenstellung anscheinend nicht richtig gelesen haben. An keiner Stelle war hier verlangt (und das war Absicht!), dass Sie mir alle Eigenvektoren der Matrix ausrechnen. Die meisten haben sich allerdings im Aufgabenteil (a) sofort an dieses Unterfangen gemacht (warum?) und damit natürlich Unmengen Zeit verbraucht. Schauen Sie noch mal drauf, es war nur die Bestimmung der Eigenwerte verlangt. Das geht schnell und ist absolut Standard zu rechnen.

Im (b)-Teil ist es dann von Nutzen einen, und auch nur einen, Eigenvektor zu berechnen (so wollte ich kurz den Gauß prüfen...), denn für einen Eigenvektor v zum Eigenwert Null ist Av = 0 und damit auch A^321 v = 0, für einen Eigenvektor w zum Eigenwert 1 ist Aw = w und damit A^321 w = w und für einen Eigenvektor u zum Eigenwert -1 ist A u = - u und damit A^321 u = (-1)^321 u = - u.

Der Teil (c) ist in einer Zeile abhandelbar, denn in (a) haben Sie drei verschiedene Eigenwerte herausbekommen, die alle mindestens einen eindimensionalen Eigenraum haben müssen, also ist A diagonalisierbar.

Zusammen passt die Lösung dieser Aufgabe damit auf eine Seite. Ich wäre niemals im Traum darauf gekommen, dass mir so viele die volle Basiswechselmatrix S ausrechnen und die auch noch invertieren. Das war tatsächlich eine Fehleinschätzung meinerseits, denn diesen ganzen (unnötigen) Zeitaufwand hatte ich natürlich nicht eingepreist. Ich sehe allerdings immer noch nicht, wie ich darauf hätte kommen sollen.


Aufgabe 2:

Die Folgen und Reihen waren allesamt Standard und in verschiedensten Übungen und der Ferienübung vorbereitet:

a)
Die Folge (a_n) ist ein Derivat der immer wieder behandelten Folge 1/n und der Trick zur Behandlung von (b_n) wird in Beispiel 4.3.12 a) eingeführt, in Übungsaufgabe G38 a) i) geübt und in Ferienübung F1 a) extra noch mal aufgenommen. Mit dieser Vorbereitung halte ich auch das für eine Standard-Rechenaufgabe.

b)
In der ersten Reihe wird offensichtlich über eine Folge summiert, die keine Nullfolge ist, die zweite ist eine geometrische Reihe und die dritte eine Exponentialreihe, zwei der drei Reihen für die einsame Insel tauchen hier auf, mein Faible für diese sollte bekannt sein. Und selbst, wenn man das nicht erkennt, sind die beiden konvergenten Reihen einfache Opfer für Wurzel- und Quotientenkriterium, die jeweils sehr schnell die absolute Konvergenz liefern. Auch dieser Aufgabenteil ist aus entsprechenden Übungsaufgaben entwickelt und in der Ferienübung vorbereitet.

Auch hier: Kein Bedarf für das unbeliebte Majoranten-/Minorantenkriterium, keine Epsilons, alles Standard, fies finde ich das nicht.


Aufgabe 3:

Diese ist eine einfache Beweisaufgabe zur Gruppentheorie. Anscheinend ist das Thema aber bei vielen etwas in Vergessenheit geraten. Das ist schade, denn zumindest der Teil (a) war eigentlich geschenkt. Außerdem weiß ich nicht, was ich Ihnen noch für eine freundlichere Aufgabe geben soll, als mit dem (b)-Teil eine, die wortwörtlich als Übungsaufgbabe im Skript steht. Wer diese nicht im laufenden Semester gemacht hat, hätte ja zumindest bei der Vorbereitung mal darüber nachdenken können.

Da ich ja weiß, dass das nicht unbedingt alle machen (war ja selbst mal Studi...) habe ich außerdem den entscheidenden Schritt für den Beweis der (b) wohlkalkuliert als Ferienübung F16 d) nochmal gestellt. Damit hätten das eigentlich so gut wie alle hinbekommen sollen, zumindest weiß ich nicht, wie ich die Aufgabe noch besser vorbereiten soll, außer mich in den Hörsaal zu stellen und zu verraten, dass sie drankommt.


Aufgabe 4:

Das war die durch die Probeklausur angekündigte Beweise-oder-widerlege-Aufgabe. Auch diese Aufgaben sind nicht sonderlich fies, die erste und letzte auf jeden Fall durch das Ferienblatt vorbereitet und schon alleine durch die Bepunktung ist diese Aufgabe sehr Studi-freundlich. Warum gibt es eigentlich immer noch so viele, die diese Aufgabe gar nicht bearbeiten? Schon für einfaches Raten bekommt man hier im Schnitt zwei Punkte und das Raten sollte auch nicht viel Zeit fressen.


Aufgabe 5:

Das war sicher die schwierigste Aufgabe der Klausur (und auch so gedacht). Das Thema war aber auch schon in Übungsaufgabe (H16) mal vorgekommen. Außerdem ist diese Aufgabe nun tatsächlich eine Variation der Aufgabe 4 aus der Probeklausur.


Aufgabe 6

Multiple Choice bleibt Multiple Choice. Aber auch hier habe ich versucht, nicht irgendwelche Aufgaben zu stellen, sondern an bekannte Dinge anzudocken. Beispiele: Den Umkehrschluss in a) hatten wir am Anfang der Vorlesung mehrfach thematisiert, genauso das Vollständigkeitsaxiom in b), außerdem sind g) und h) direkte Derivate von Multiple-Choice-Aufgaben aus der Probeklausur.


Ich verstehe gut, dass sich viele ärgern, für die die Klausur nicht gut gelaufen ist und Sie haben jedes recht zu schimpfen. Was mich ärgert sind Vorwürfe, ich wolle Sie in die Pfanne hauen o.ä. Ich hoffe ich konnte Ihnen darlegen, dass ich lediglich meine Vorlesung abgeprüft habe und selbst vom Ergebnis überrascht bin. Mein Eindruck ist, dass einige ihre Methodik der Klausur-Vorbereitung noch einmal überdenken sollten und vor allem bange ich mit denjenigen, die mit ihrem Drittversuch drinhängen. Alle Klausuren von diesen KandidatInnen werde ich mir am Ende der Korrektur noch mal selbst und genauestens anschauen.

Viele Grüße

Robert Haller-Dintelmann

obebo
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Re: Klausur

Beitrag von obebo » 19. Mär 2011 17:46

Super, dass Herr Dintelmann hier ein Wort spricht.

Viele meckern, weil sie einfach zu wenig gelernt haben und wahrscheinlich die Klausur nicht gepackt haben (ich gehöre dazu), aber man muss auch
erkennen, dass die Schuld bei einem selbst liegt, zumindest meistens und auch hier!

Trotzdem bleibt eine kleine Hoffnung für die, die die 25 Punkte nicht geschafft haben, dass falls die Durchfallquote zu hoch ist, die Bestehensgrenze gesenkt wird..

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