SAP in Stellenausschreibungen

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das_dumme_Bit
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SAP in Stellenausschreibungen

Beitrag von das_dumme_Bit »

Seit 2 Tagen beschäftige ich mich mit Stellenausschreibungen, da ich Ende des Jahres mit dem Studium fertig bin.
Mir ist aufgefallen dass in fast jeder 3ten Stellenanzeige SAP R3 als Ganzes, oder ein Modul davon, unter Vorraussetzungen steht.

Klar sind die Vorraussetzungen nicht zwingend um sich bewerben zu dürfen aber trotzdem stört mich das ein wenig.

Ich habe in den 8 Semestern Uni noch nie was von SAP Software im Detail gehört oder gesehen.
SAP R3 scheint mir ein "State of the Art" Programm zu sein, dass (jede?) größere bzw jede international agierende Firma einsetzt.

Mir ist auch klar, dass ich auf einer UNI bin aber gefreut hätte es mich schon, wenn ich R3 mal in einer Vorlesung/Seminar/Praktikum kennengelernt hätte.

Was ist eure Meinung ?
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abtoom
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Beitrag von abtoom »

Da es normalerweise kein Student schafft, sich während des Studiums SAP anzueignen, gibt es m. A. nach zwei Möglichkeiten:

1. Diplomarbeit zu dem Thema suchen
2. die Firma fragen, inwieweit SAP-Vorkenntnisse gefordert werden. Bei IDS Scheer hatte ich nämlich mal gefragt und sie meinten, dass sie auch Einsteiger schulen würden.

Ein Kumpel von mir arbeitet bei Unilog, hat von Programmieren nur Grundkenntnisse und macht Spezifikation von SAP. Ich würde das mit SAP nicht so eng sehen.

Persönlich habe ich mir ein DA-Thema zu J2EE gesucht, damit kann man in der Wirtschaft auch gut einsteigen.

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das_dumme_Bit
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Beitrag von das_dumme_Bit »

Danke für den Tipp. Ich bin auch gerade beim suchen der Diplomarbeit. Habe jetzt im März und April noch Hauptdiplomprüfungen und will dann Anfang Mai mit der DA anfangen.

Werde gleich mal schauen ob ich Uni Intern was zu SAP / J2EE finde.

Danke
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Yankee
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Beitrag von Yankee »

Nach Vorlesungen zu SAP Produkten zu fragen ist genauso, wie Oracle Schulungen und Microsoft Trainings innerhalb einer Veranstaltung durchzuführen. Wenn Dich so etwas interessiert, kannst Du solche Angebote doch extern wahrnehmen, sie kosten nur "etwas". Ich sehe keinen Grund, warum eine Universität Geld dafür verwenden sollte, ihren Studenten den Umgang mit domänenspezifischer Software beizubringen. Oder würdest Du Vorlesungen zu Microsoft Office begrüßen?
SAP R3 mag ein wichtiges Produkt sein, davon gibt es aber weltweit viele in unterschiedlichen Branchen. Die Ausbildung an der Uni soll Dich befähigen, Dir selber, wenn nötig, Wissen jeglicher Art anzueignen. Zumindest ABAP wirst Du Dir auch anschauen können, ohne Geld in Lizenzen investieren zu müssen. Zumindest nehme ich das an.

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foo
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Beitrag von foo »

Da muss ich Yankee zu 100% Recht geben, so etwas sollte nicht Inhalt eines Informatik-Studiums an einer Universitaet sein.
Zuletzt geändert von foo am 20. Mär 2007 13:48, insgesamt 1-mal geändert.

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das_dumme_Bit
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Beitrag von das_dumme_Bit »

:-)
Nein, eine Office Schulung halte ich nicht für sinnvoll, da Office dem Ottonormal Bürger zugänglich ist.
R3 ist das nicht.
Klar ist das ein Fass ohne Bode, was man alles an "Schulungen" anbieten könnte und jeder wird was anderes für wichtiger halten.

Mir ist halt nur aufgefallen, das Qualitätssicherung und TK 2 von SAP Leuten gehalten wurde und ich es begrüßt hatte wenn man auch was über R3 erfahren hätte. Sei es auch nur in einem Seminar.
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Yankee
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Beitrag von Yankee »

Weder QS noch TK2 sind domänenspezifisch sondern vermitteln querschneidende Kompetenzen. Das ist in keiner Weise vergleichbar. Du musst halt bedenken, dass auch Privatdozenten für ihre Tätigkeit bezahlt werden. Und bei der momentanen Lage der deutschen Hochschulen sollte wirklich abgewogen werden, wie investiert wird.

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Arki
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Beitrag von Arki »

Och Yankee, von so ner Oracle Schulung könntest du sicherlich auch profitieren :p.
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Robert
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Beitrag von Robert »

ich stimme der Meinung zu das es nützlich wäre während des Studiums SAP R/3 Kenntnisse zu erwerben (auf welche Art auch immer).

Was ich nicht so ganz nachvollziehen kann ist die Argumentation das die Uni sowas nicht machen sollte/darf.
Also es gibt zu einen schon Veranstaltungen dieser Art welche Speziell auf bestimmte Software zugeschnitten sind (Plug-in-Entwicklung in Eclipse) ... und SAP hat nunmal eine sehr marktbeherrschende Stellung. Es spricht auch nichts dagegen in einer Veranstaltung den Aufbau und auch die Nachteile von SAP zu behandeln (diese gibt es ja auch) .. sowie Lösungen für diese Nachteile.

zu Privatdozenten kriegen auch Geld ... ich hab bisher mit zwei Privatdozenten gesprochen .. beide haben mir unabhängig von einander erzählt das man den Dozenten Job nur kriegt wenn man das erhaltene Geld der Uni spendet.

und verglichen mit anderen Produkten wie Office .. Windows Server Versionen .. sind Produkte wie SAP R/3 für Studenten nicht verfügbar. .. gilt übrigens auch für einige andere Produkte von IBM, Cisco usw.

also zusammengefasst fände ich eine solche Veranstaltung auch gut. Ich bin mir auch ziemlich sicher das SAP sowas zu einem Schleuderpreis oder umsonst anbieten würde. Die Uni müsste nur die Kosten für die Räume tragen. ... das finde ich nicht zuviel verlangt.

ahoefer
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Beitrag von ahoefer »

das_dumme_Bit hat geschrieben: Mir ist halt nur aufgefallen, das Qualitätssicherung und TK 2 von SAP Leuten gehalten wurde und ich es begrüßt hatte wenn man auch was über R3 erfahren hätte. Sei es auch nur in einem Seminar.
Qualitätsicherung wird von SAP-Leuten gehalten? Welchen Dozenten meinst du?

ahoefer
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Beitrag von ahoefer »

Da man für Unternehmensoftware wie SAP R/3 gleichermaßen technisches wie auch betriebswirtschaftliches Know-How braucht, ist das Gebiet Domäne der Wirtschaftsinformatik.
An der TU gibt es beim FB 1 Veranstaltungen, die SAP thematisieren, z.B.:
SAP R/3-Praktikum oder Information Management

Anstatt SAP-Vorlesungen sollte es eher Vorlesungen zum Thema Unternehmenssoftwaresysteme geben, die z.B. ähnlich wie eine Betriebsystemvorlesung organisiert sein könnten. D.h., man studiert die Konzepte in verschiedenen Bereichen (z.B. bei Betriebssystemen: Speicherverwaltung, Scheduling, IO, Dateisysteme etc.) und schaut sich jeweils konkrete Implementierungsbeispiele an (z.B. ext2-Dateisystem, Threads bei W2k etc.).
Bei Unternehmenssoftware kämen die Konzepten aus anderen Bereichen und als Implementierungsbeispiele würde man die entsprechenden Teilsysteme von R/3 und Konkurrenten heranziehen. Problematisch für so eine Vorlesung dürfte die Komplexität von R/3 und Co. sein.
Aber wie schon am Anfang gesagt, imo sollte dieses Gebiet bei den Wirtschaftsinformatikern angesiedelt sein.

holgman
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Beitrag von holgman »

Sicherlich hat SAP die ähnliche Verbreitungsgröße wie MS-Produkte, aber wie einige ja schon erwähnt haben, kommt man da als normaler Student kaum in Berührung. Allerdings kann aber auch jeder, den das ganze interessiert in der bib ein Buch dazu ausleihen und sich Theoriewissen aneigenen. Das nimmt einem ziemlich schnell die Berührungsängste :-)

Ich würde mich allerdings nicht zu sehr auf eine Sache fokussieren, denn in der freien Wirtschaft werdet ihr u.a. auch mit Software- und Hardwarenamen konfrontiert, von der ihr evtl. noch nicht mal gehört habt.
Oder kennt ihr Betreibssysteme und Programmiersprachen wie bspw. Hummingbird, Tandem D30, AIX, BaaN 4GL, DEC DCL, CL/400....

Ist aber alles kein Hexenwerk, da ihr ja in der Lage seid Euch Wissen effizient selbst beizubringen :-)

Interessant wären natürlich trotzdem freiwillige (kostenlose) Kurse an der Uni zu den am meisten verbreitesten EDV-Umgebungen...aber halt dann sind die Minderheiten ja wieder benachteiligt...argghh :?

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Robert
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Beitrag von Robert »

Anstatt SAP-Vorlesungen sollte es eher Vorlesungen zum Thema Unternehmenssoftwaresysteme geben, die z.B. ähnlich wie eine Betriebsystemvorlesung organisiert sein könnten. D.h., man studiert die Konzepte in verschiedenen Bereichen (z.B. bei Betriebssystemen: Speicherverwaltung, Scheduling, IO, Dateisysteme etc.) und schaut sich jeweils konkrete Implementierungsbeispiele an (z.B. ext2-Dateisystem, Threads bei W2k etc.).
Bei Unternehmenssoftware kämen die Konzepten aus anderen Bereichen und als Implementierungsbeispiele würde man die entsprechenden Teilsysteme von R/3 und Konkurrenten heranziehen.
Finde ich eine sehr gute Idee .. ist auch zukunftsgereichteter als eine reine R/3 vorlesung .. denn das system ist vllt schon überholt bis wir fertig sind mit dem Studium.


Aber wie schon am Anfang gesagt, imo sollte dieses Gebiet bei den Wirtschaftsinformatikern angesiedelt sein.
Warum den nur bei WInfen? .. wie du schon gesagt hast ist diese Software unheimlich komplex .. daher bin ich mir sicher das der fachliche Aspekt garkeine so große Rolle spielt bei der Software. Sicherlich kann man aus BWLer seite den Fachlichen Aspekt dieser Software betrachten, aber genausogut kann man aus Informatiker Seiten den technischen Aspekt betrachten.

als Informatiker ist man doch sehr häufig eine Bindeglied zwischen verschiedenen Fachlichkeiten .. daher finde ich es wichtig auch solche Vorlesungen anzubieten, bzw auch für Informatiker zu erlauben (erlauben im Sinne das man es einbringen kann)

ahoefer
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Beitrag von ahoefer »

Warum bei den Winfen? Weil ich denke, dass diese sowohl eine wirtsschaftswissenschaftliche als auch eine Informatiker-Ausbildung haben und beides notwendig ist, um diese Software zu verstehen. Die WInfe haben die besten fachlichen Vorraussetzungen dafür (im Vergleich zu anderen Fachrichtungen). Deswegen sollten imo Forschung und Lehre zu dem Thema am FB1 angesiedelt sein. Natürlich können sich auch Informatiker mit solchen Themen beschäftigen (insbesondere aus der technischen Perspektive heraus) und Informatik-Studenten sollten die Möglichkeit haben, solche Vorlesungen zu besuchen, egal welcher FB sie anbietet.

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