Unis müssen sparen: Im Hörsaal Aldi-Süd wird jetzt Hexenkund

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spark
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Unis müssen sparen: Im Hörsaal Aldi-Süd wird jetzt Hexenkund

Beitrag von spark »

Nur drei Universitäten können mit Exzellenzförderung rechnen. Also müssen die anderen sich neue Einnahmequellen suchen
(Von André Mielke)

Sie wollen endlich die Millionenfrage? Also los: Was ist eine Exzellenzinitiative? Ist es, wenn c) die Queen das Geschirr spült oder d) der nordkoreanische Botschafter mit einer Kirschkernspaltung droht? Die Antworten a und b haben wir durch den 50/50-Joker bereits ausgeschlossen. So, meine Damen, die Zeit ist um. Richtig ist Antwort e: Die Exzellenzinitiative führt zur Bildung von „Elite-Hochschulen“.

Dort werden Lehrbücher traumschiffartig mit Wunderkerzen garniert ins Audimax getragen. Die besten Studenten dürfen in der Mensa an einem Tisch mit dem Dekan sitzen und ihm den Bart halten. Bis jetzt wurden nur drei Universitäten derart geadelt, zwei in München, eine in Karlsruhe. Alle anderen erhalten deutlich weniger Geld vom Staat. Deshalb musste die Fachhochschule Würzburg soeben das Namensrecht an ihrem Raum Z02 an eine Handelskette verkaufen. Nun gibt es dort, kein Scherz, einen „Aldi-Süd-Hörsaal“.

Auch andere Unis ringen um Sponsoren. In diesen Bildungsdiscountern werden die Wissenschaften nicht mehr aufwendig sortiert, sondern sozusagen aus der Kiste vermittelt. Komplizierte Marken wie „Schopenhauer“ oder „Gravitationsgesetz“ werden durch griffige Labels wie „Die schlauen Drei“ ersetzt. Pfiffige Studenten sichern sich Resteposten und Aktionslektionen. Da ist schon mal ein Semester Original-Hexenkunde von 1601 im Angebot. Angehende Sozialpädagogen könnten Seminare in Quantenmechanik belegen, sollte gerade ein pakistanischer Kernwissenschaftler günstig auf dem Markt sein.

Im Gegenzug müssen alle BWL-Studiengänge „Spar“ oder „Netto“ heißen. Sämtliche Musikkonservatorien firmieren unter „Lidl“, und wer sich beim Professor einkratzt, ist ein „Schlecker“. Selbst einige Grundschulen wurden hellhörig. Um die Toilettenreinigung finanzieren zu können, nennen sie ihre Mathe-Stunden nur noch „Plus“ und alle Vertretungslehrerinnen einfach „die neue Rewe“. André Mielke

Artikel erschienen am 23.10.2006

Quelle: http://www.welt.de/data/2006/10/23/1083674.html

Geile Idee, oder? Fehlt nur noch, dass im Hörsaal auch die entsprechenden Supermarktregale inklusive Inhalt stehen :-D

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unschuldslamm
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Beitrag von unschuldslamm »

nein, aber dafür wird er in gelb-orange umgestrichen...
;)
Maybe in Ohio, but not in America!

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