Melderegister-Auskünfte via Internet

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tiwoc
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Melderegister-Auskünfte via Internet

Beitrag von tiwoc »

http://www.zema-hessen.de/

Dort gibt es ein Portal, über das Behörden und sog. "Power-User" "einfache Melderegisterauskünfte" beantragen können. Hört sich ja erst mal gut an - eGovernment, weniger Papierkrieg etc... Nur was sind "Power-User"? Nach Auskunft der Webseite handelt es sich um Firmen wie Inkasso-Dienste, Versandhäuser und Versicherungen. Da fragt man sich doch: Mit welcher Berechtigung sollten Firmen ohne weitere Begründung des Einzelfalles Adress- und Geburtsdaten abfragen können? Das scheint allerdings - zumindest in Ansätzen - schon länger zu geschehen, nur eben auf dem teureren und aufwändigeren Postweg.

Langer Rede kurzer Sinn: Man kann bei seiner Gemeinde formlos beantragen, die eigenen Daten für die Internetauskunft zu sperren. Ich jedenfalls werde davon Gebrauch machen. Nur: Die automatische Weiterleitung solcher geblockter Abfragen auf postalischem Wege ist bereits in der Mache.

Ein Schmankerl zum Schluss:
Ein Zugang für Privatpersonen ist aus Datenschutzgründen nicht möglich.
Na, Hauptsache hier stimmt der Datenschutz :roll:

Gast
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Re: Melderegister-Auskünfte via Internet

Beitrag von Gast »

tiwoc hat geschrieben: Da fragt man sich doch: Mit welcher Berechtigung sollten Firmen ohne weitere Begründung des Einzelfalles Adress- und Geburtsdaten abfragen können? Das scheint allerdings - zumindest in Ansätzen - schon länger zu geschehen, nur eben auf dem teureren und aufwändigeren Postweg.
Unter welchen konkreten Bedingungen dürfen denn Firmen auf die Melde-Daten zugreifen (online oder offline)? Hast du eine Quelle, in der das geneur beschrieben wird?

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tiwoc
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Beitrag von tiwoc »

Ich bin nach Lektüre der "Bedienungsanleitung" und des Antragsformulares zu dem Schluss gekommen, dass es kein größeres Problem gibt, ohne konkrete Begründung an die gewünschte Auskunft zu kommen. Leider ist mir kein weiterführendes Material zwischen die Finger gekommen, und die Webseite selbst enthält keine "Bürger-Informationen".

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neutrino
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Re: Melderegister-Auskünfte via Internet

Beitrag von neutrino »

Hallo!

Also ich finde auch, das neue Verfahren spart eine Menge bürokratischen Aufwand. Außerdem ändert sich an den Kosten für eine MRA meist nicht viel, außer dass die Portokosten wegfallen.
Im Übrigen bleibt die derzeitige Voraussetzung zum Erhalt dieser Daten - denn bisher war die Antragstellung nur schriftlich möglich - auch für elektronische Abfragen bestehen, dass nämlich die fragende Stelle Name, Vorname und weitere Identifilationsmerkmale nennen muss [1], um an die Daten heranzukommen. Es gibt also keinesfalls eine Art "Wildcard", mit der man sämtlichte Daten einfach so bekommt.
Neu i st, wie tiwoc bereits geschrieben hat, hier also nur die Möglichkeit einer elektronischen Antragstellung. Zu Diskutieren wäre also nicht die elektronische Bereitstellung, sondern ob es überhaupt gut/schlecht ist, dass man die Daten eines Einwohners erfragen kann.
Der Begriff "Power-User" und seine Verwendung durch eine öffentliche Stelle missfällt auch mir. Allerdings gibt es den Auskunftsanspruch wohl schon seit einiger Zeit und die Behörden haben es vielleicht einfach satt, haufenweise Anfragen zu beantworten.
tiwoc hat geschrieben:Mit welcher Berechtigung sollten Firmen ohne weitere Begründung des Einzelfalles Adress- und Geburtsdaten abfragen können?
Ich könnte mir vorstellen, dass bei nicht auffindbaren Personen die Adresse erfragt werden kann. Inwieweit dies von Vorteil ist, kann und mag ich nicht beurteilen.

Leider werden Bekanntmachungen von Gesetzen IMHO kaum beachtet. Uns hat unsere Gemeinde damals immerhin einen Brief geschickt, dem ein Widersprungsantrag beilag. Habe schon bei der Meldestelle beim Umzug nach Darmstadt auf dem Meldebogen alle möglichen Auskunftswidersprüche angekreuzt.

Viele Grüße
neutrino

[1] Bedingungen siehe Kurzbeschreibung der ZEMA (Achtung! PDF)

Zudem interessant der Gesetzestext (elektronische MRA ist in § 34a definiert):

Hessisches Meldegesetz

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Jtb
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Beitrag von Jtb »

Tipp: beim nächsten Umzug deinen Eintrag sperren lassen..

Z.B. "meine Freundin verfolgt mich" und dein Eintrag ist nur noch für einen sehr beschränkten Kreis lesbar ;)
mfg Jens

..etwas gutes hat der Terrorismus - man sieht wie der Staat die Demokratie mit Füssen tritt :(

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tiwoc
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Beitrag von tiwoc »

Leider werden Bekanntmachungen von Gesetzen IMHO kaum beachtet. Uns hat unsere Gemeinde damals immerhin einen Brief geschickt, dem ein Widersprungsantrag beilag.
Meine Mutter hat es im Amtsblatt gelesen und dann per Mail beim zuständigen Sachbearbeiter der Gemeinde nachgefragt. Mir wäre das so nicht aufgefallen.

Gast
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Beitrag von Gast »

Jtb hat geschrieben:Tipp: beim nächsten Umzug deinen Eintrag sperren lassen..

Z.B. "meine Freundin verfolgt mich" und dein Eintrag ist nur noch für einen sehr beschränkten Kreis lesbar ;)
irgendwie hab ich das Gefühl, dass die das Dir nicht abnehmen werden. :twisted:

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Jtb
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Beitrag von Jtb »

Anonymous hat geschrieben:
Jtb hat geschrieben:Tipp: beim nächsten Umzug deinen Eintrag sperren lassen..

Z.B. "meine Freundin verfolgt mich" und dein Eintrag ist nur noch für einen sehr beschränkten Kreis lesbar ;)
irgendwie hab ich das Gefühl, dass die das Dir nicht abnehmen werden. :twisted:
doch, wenn ich damit argumentiere, dass die meint, dass es etwas names Reallife gibt ;)
mfg Jens

..etwas gutes hat der Terrorismus - man sieht wie der Staat die Demokratie mit Füssen tritt :(

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Beitrag von Gast »

Jtb hat geschrieben:
Anonymous hat geschrieben:
Jtb hat geschrieben:Tipp: beim nächsten Umzug deinen Eintrag sperren lassen..

Z.B. "meine Freundin verfolgt mich" und dein Eintrag ist nur noch für einen sehr beschränkten Kreis lesbar ;)
irgendwie hab ich das Gefühl, dass die das Dir nicht abnehmen werden. :twisted:
doch, wenn ich damit argumentiere, dass die meint, dass es etwas names Reallife gibt ;)
da musst Du Dich aber erstmal selber davon überzeugen, dass es so etwas seltsames wie "reallife" gibt, bevor Du es bei anderen versuchst
(das wird nun sehr OT, also lassen wir das :D )

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