Studium wie lange in Wirklichkei? FH oder Uni?

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JoKo
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Studium wie lange in Wirklichkei? FH oder Uni?

Beitrag von JoKo »

Ich hab an der TUD Architektur studiert und überlege jetzt noch Informatik zu studieren. Da ich vom Architekturstudium weiss das es super zeitaufwendig war und niemand auch nur annähernd in der Regelstudienzeit fertig wird, wollt ich mal hören wie´s bei Euch aussieht. Wie lange mus man z.B. für nen Bachelor rechnen (oder früher für´s Grundstudium)?
Die Diskussion um Bachelour und Master im Forum hab ich gelesen. Dazu meine Meinung: Ich will auch lieber Master, aber zwischendurch brauch ich vielleicht mal nen Job und ich weis nicht ob ich das alles nochmal schaffe. Außerdem ist das mit der Allgemeinbildung usw im Studium ganz schön, brauch ich aber nicht zweimal. Hätte ich die Möglichkeit Bachelour gehabt, hätt ich das Studium nicht durchziehen müssen, mir vielleicht früher Gedanken gemacht ob das wirklich das Richtige ist und beruhigt aufhören können. Aber was ist schon ein Vordiplom? Also ganz so negativ sehe ich das nicht..
Da ich in Wiesbaden wohne und ne Tochter habe die hier auf die Schule geht überleg ich auch an der FH dort zu studieren, weil nochmal jahrelang nach Darmstadt zu fahren ist halt nervig. Könnt ihr mir ne Empfehlung geben ob FH oder UNI, gibt sich das viel? (War vielleicht jemand schon mal auf der FH?)
> Würde mich über eine Antwort freuen.
> Grüße Jochen

A.
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Beitrag von A. »

Zur Durchschnittsstudiendauer... würd mal sagen, noch vollkommen unbekannt für den Bachelor - wie ist das hier mit den Bachelors, kommt ihr halbwegs durch euern Studienplan?

Grundstudium im alten Diplom-Studiengang... ich würd sagen, das variiert. Irgendwo zwischen 4 und 7 Semestern, bei manchen auch schon mal länger. Wenn man vor allem die GdI-Fächer und die für Mathe-Ergänzung einigermassen durchziehen kann, sollte das durchaus in 4-5 schaffbar sein.

JoKo hat geschrieben:War vielleicht jemand schon mal auf der FH?
hier, ex-FH Mannheim "Nachrichtentechnik/Informationstechnik mit Schwerpunkt Technische Informatik" (wer denkt sich eigentlich solche Namen aus?), 4 Semester.

Vom Abschluss her? Oder inhaltlich?

Mal von Inhalt und Methodik:

(Da geben sich FH und Uni durchaus einiges)
Man sollte sich da auf beispielsweise wesentlich weniger Beweise, Theorie etc einstellen, dafür mehr Praxis (Programmieren zu jeder Hausaufgabe z.B.). Definitiv wesentlich weniger Mathe.
Übungen gabs zumindest in Mannheim nicht, das wird in den Vorlesungen erledigt. Die sind dafür an der FH meist eher im Stile einer Vorrechenübung oder ähnlichem aufgebaut. Ich persönlich finds teilweise durchaus besser, weil man auch nicht mit 400-500 Leuten in einer Vorlesung gehockt hat, sondern mit vielleicht 30-50 (k.A., wie dass in Wiesbaden ist).
Praktika (Praxissemester) sind üblicherweise Pflichtbestandteil des Studiums, je nach FH gibts da auch was an Unterstützung, das man in gute Firmen reinkommt. Generell bekommt man wesentlich mehr Kontakt zur Privatwirtschaft, insbesondere wenn der Studiengang zum Großteil über Drittmittel finanziert wird - war beispielsweise in Mannheim mit Chemischer Technik der Fall.
Dafür ist meiner Meinung nach an der FH der Prüfungsdruck und der Erfolgsdruck unter Umständen höher - jede Note zählt.

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H3LL
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Beitrag von H3LL »

Hi,
das erste was mir dazu einfällt ist, dass du doch ein Aufbaustudium machen könntest. Genauere Infos dazu kenn ich nicht, die sollten aber leicht zu finden sein. Ich habe nur mal selbst jemandem kennen gelernt, der nach seinem Abschluss in einem anderen Studiengang angefangen hat Informatik zu studieren. Aber wesentlich kompakter als ein "normales" Studium. So war, wie ich mich erinnere, es so gedacht, dass er schon nach einem Jahr sein Vordiplom hat. (z.B. hatte er dann GDI 1 + 3 im ersten Semester). Wäre ja vieleicht eine Alternative.
Zur Frage wie lange man wohl "regulär" , also nicht als Aufbaustudiengang.
, für seinen Bachelor braucht, kann ich nur sagen, dass ich denke dass es die wenigsten in 6 Semestern schaffen werden. Meiner Meinung nach wird der Schnitt eher 7 - 8 Semester betragen. Aber wie du schon sagtest, dann hat man was in der Tasche was wirklich was wert ist, im Gegensatz zu dem Vordiplom. Vergleichsweise ist die "Belastung" in den ersten 4 Semestern des BSc. von den SWS höher geworden als im Diplom... aber auch hier gibt es dann Vor- und Nachteile ... wie immer eigentlich und ich denke, dass ist auch individuell für jeden anders.
Zum Unterschied FH - TU kann ich nur sagen, dass ich viele kenne die von der TU zu FH gegangen sind, weil sie sich dort ein leichteres Studim erhoffen, was angeblich auch den Tatsachen entspricht. Dies kann ich nicht beurteilen...
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A.
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Beitrag von A. »

H3LL hat geschrieben:Zum Unterschied FH - TU kann ich nur sagen, dass ich viele kenne die von der TU zu FH gegangen sind, weil sie sich dort ein leichteres Studim erhoffen, was angeblich auch den Tatsachen entspricht. Dies kann ich nicht beurteilen...
Bei mir wars umgekehrt, ehrlich gesagt :wink:

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H3LL
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Beitrag von H3LL »

Da bist du aber der Allererste von dem ich das höre ^^
Aber des bestätigt mich ja eigentlich auch nur mehr hier an der TU zu bleiben ... ^^
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Beitrag von A. »

H3LL hat geschrieben:Da bist du aber der Allererste von dem ich das höre ^^
Aber des bestätigt mich ja eigentlich auch nur mehr hier an der TU zu bleiben ... ^^
was bei mir an der FH wirklich gestört hat, war der Zeitdruck - 30 SWS regulär pro Semester. plus dem üblichen an Nachlernen und Hausaufgaben. plus einmal die Woche 7-8 h bis abends um 8 Labor mit Präsenzpflicht, und anschliessend 20-30 Seiten Ausarbeitung schreiben.
Mit Job nebenher (oder Freundin, oder Hobbies) wirds da unter Umständen schwierig.
Und sobald man da auch nur eine Vorlesung wiederholen muss, hat man ein echtes Problem.

Gast
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Beitrag von Gast »

Danke für die vielen Antworten!
Also das mit dem Aufbaustudium geht wirklich in vier Sem (an der Uni Trier), aber ich weis nicht ob das wirklich was taugt. Hab dann bestimmt nicht die tollsten Berufschancen. Und was den Zeitdruck an der FH angeht hatte ich auch so meine Bedenken, ich brauch Zeit für Familie und Kohle ranschaffen. Eventuell überleg ich noch Fernuni Hagen, wenn das zu blöd ist kann ich die Scheine sicher überall anerkennen lassen.

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H3LL
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Beitrag von H3LL »

Anonymous hat geschrieben: Also das mit dem Aufbaustudium geht wirklich in vier Sem (an der Uni Trier)
Soweit ich weiß auch hier an der TU !
Anonymous hat geschrieben: , aber ich weis nicht ob das wirklich was taugt.
Naja, ein abgeschlossenes reguläres Studium + Aufbaustudium macht sicherlich keinen schlechten Eindruck, zumal du was die Informatik betrifft (vermutlich) ja die gleich Prüfungen schreiben musst wie wir.
Anonymous hat geschrieben: Hab dann bestimmt nicht die tollsten Berufschancen.
Hm, das sehe ich etwas anders, zumal du halt schneller durch bist.
Anonymous hat geschrieben: Und was den Zeitdruck an der FH angeht hatte ich auch so meine Bedenken, ich brauch Zeit für Familie und Kohle ranschaffen. Eventuell überleg ich noch Fernuni Hagen, wenn das zu blöd ist kann ich die Scheine sicher überall anerkennen lassen.
Fernuni ist sicherlich eine der "schwersten" Möglichkeiten, allerdings macht sich der Abschluss sicherlich gut, und du kannst dir die Zeit besser einteilen als überall anders !
CU - H3LL


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Beitrag von Gast »

Wenn das an der TUD gehen würde wäre toll. Find ich gleich mal raus.

Christian
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Beitrag von Christian »

Soweit ich weiß, wurde es mit der Einführung des Bachelorstudiums abgeschafft. Ziemlicher Schwachsinn. Ich bin wirklich froh, dass ich gerade noch reingekommen bin.

Was die Studienzeiten angeht: Du bist im Zweitstudium deutlich effizienter als im Erststudium, weil Du schon gelernt hast, mit der Freiheit umzugehen und weil Du eine viel bewusstere Entscheidung getroffen hast als die meisten Erststudenten. Andererseits sollte man die Anforderungen nicht unterschätzen: ein paar nicht bestandene Prüfungen kosten eben schnell ein Jahr...

Welches Studium für Dich das richtige ist, dürfte ziemlich von Deiner eigenen Motivation abhängen:
Willst Du nur ein schickes Zeugnis bekommen?
Interessierst Du Dich für bestimmte Aspekte / Teilgebiete der Informatik?
Willst Du ein bißchen Überblick über alles erhalten?
Willst Du die gerade angesagten Tools kennenlernen oder die Hintergründe verstehen?
Ist Mathematik für Dich eine Hürde oder eine Herausforderung?
...

Die TUD war die einzige Uni, die in D wirklich ein umfassendes Aufbaustudium angeboten hat. Die meisten bieten nur etwas praktische Informatik, also Wissen, das man sich auch sehr gut im Selbststudium aneignen kann. (Andererseits ist die TUD insgesamt was die Theorie angeht völlig unterversorgt, mit nur einem einzigen Lehrstuhl für theoretische Informatik - und der ausgerechnet im Spezialgebiet Kryptographie. Ich würde ein Studium an der TUD daher nicht empfehlen, aber andere Leute haben sicherlich andere Erwartungen.)
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Gast
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Beitrag von Gast »

Hab das mit dem Aufbaustudium gefunden, dauert 5 Semster und für Mathenichtsoschlaue wie mich dann 6. Leider steht da, das das nicht mehr angeboten wird. Das muss ich noch abklären.
Danke nochmal für den Tipp! Bis dann im WS vielleicht.

Gast
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Beitrag von Gast »

Da war ich wohl etwas voreilig, habe Deinen Kommentar nicht gesehen. Zu meinen Beweggründen: Die Architektur ist zwar theoretisch ne schöne Sache, aber da sieht´s zur Zeit sehr übel aus. Es ist auch keine Besserung in Sicht. Alle sind Pleite, Alkoholiker oder machen eh was anderes. Das klingt zwar übertrieben, ist aber die Wahrheit. Darüber will ich mich jetzt aber nicht auslassen. Jedenfalls hab ich mich entschieden einen Schnitt zu machen. Mit der Informatik ist das so, daß ich eigentlich nur Anwender bin. Ich kenn mich ganz gut aus wenn man nem normalen User als Maßstab nimmt. Hab sein ich 11 bin nen Computer (>20 Jahre),immer schon solche Dinger zusammengebaut, was ja kein Kunstwerk ist und seit der Schule nicht mehr Programmiert (hat mir damals viel Spaß gemacht). Im Prinzip hab ich keine Ahnung, hatte aber immer schon eine Affinität zu Computern. Hatte zwar Mathe Leistung, aber das ist alles schon so lange her. Zur Zeit mach ich grad so ein Brückekurs Buch in Mathe durch, macht spass (noch). Ich will aber nicht nur Programmieren, sondern schon grundlegend verstehen um was es geht.
Was hast Du denn vorher gemacht? Und wo würdest Du ein Aufbaustudium empfehlen?

Christian
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Beitrag von Christian »

Ich kenne einige Architekten. Geld kann man, wenn man wirklich als Architekt arbeiten will, wohl in der Tat nicht verdienen...

Ich selbst bin Soziologe (auch damit ist nicht wirklich Geld zu verdienen), habe schon in der IT gearbeitet und mein Studium angefangen, weil ich einige Grundlagen lernen und mich in die Programmiersprachentheorie vertiefen wollte. Der Mathe-Leistungskurs lag aber auch bei mir schon 10 Jahre zurück...

Programmieren muss man nicht können, wenn man Informatik studieren will. Lernen tut man es an der Uni allerdings auch nicht. Viel wichtiger ist, dass es Dir Spaß macht und Du es ein bißchen in Deiner Freizeit praktizierst (es sei denn, Du willst Sysadmin werden). Noch wichtiger ist es, dass Du bereit bist, Dich auf die Mathematik einzulassen (die mit dem stupiden Rechnen in der Schule glücklicherweise nicht viel gemein hat). Denn erstens ist die Schulung des formalen Denkens zentral für die praktische Programmierarbeit. Zweitens liegt die theoretische Fundierung der Informatik in der Mathematik bzw. der Meta-Mathematik (Logik, Berechenbarkeit, Semantik, Kategorientheorie, Typtheorie...). Drittens benötigt man die Mathematik auch in den Anwendungen (Algebra für graphische Datenverarbeitung, Robotik und Kryptographie, Statistik fürs Machine Learning, Analysis für die Analyse der Komplexität von Algorithmen etc.). Viele Studenten werden mir da allerdings widersprechen... Auch verhält es sich vermutlich anders, wenn Du Sysadmin werden willst...

In der Praxis des Studiums ist die Mathematik aber eher eine Hürde für den Anfang. Danach wird nicht mehr viel erwartet... Durch die Einführung des Bachelors sind auch die Mathe-Inhalte im Grundstudium stark eingeschränkt worden (ob es dadurch auch einfacher geworden ist, kann ich nicht beurteilen).

Nützlich im Bachelor-Studium sind sicherlich die formalen und die (unbenannten) Grundlagen der Informatik. Dort lernt man eine Menge an grundlegenden Konzepten und Ideen. Die Einführungen in die Kanoniken kann man aber ziemlich vergessen: sie sind oberflächlich und hören (soweit ich das beurteilen kann) immer da auf, wo es gerade interessant wird.

Ich weiß nicht, ob es woanders ein Aufbaustudium gibt, das über "Wir lernen ein bißchen Java programmieren" hinaus geht. Ich hatte damals nicht den Eindruck und mich daher für die TUD entschieden. Andererseits haben z.B. die Unis in Aachen und Saarbrücken m.E. interessantere Inhalte zu bieten als die TUD - vermutlich gibts aber auch dort nur den Bachelor.
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