StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

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yourmaninamsterdam
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von yourmaninamsterdam »

Ergänzend zu meinem Vorposter:

Man kann StudiVZ ja möglich oder nicht und Mitglied sein oder nicht. Fakt ist, dass sich die Plattform als nicht unbedeutende Studentenplattform etabliert hat und so gut wie jedem (auch Nichtstudenten) bekannt ist. Damit haben sie sich ein entsprechendes Öffentlichkeitsinteresse eingehandelt und müssen damit jetzt angemessen umgehen. Dazu gehört auch in der Gesellschaft akzeptierte Entscheidungen zu solchen Fragen. Und die Gesellschaft ist nunmal demokratisch.

Gerade weil Unternehmen als undemokratisch akzeptiert werden, geraten sie regelmäßig deswegen in Kritik. Man muss hier aber unterscheiden. Es fordert ja niemand, dass sich das Unternehmen intern demokratisch verhält, sondern dass es sich als Einheit innerhalb der Gesellschaft demokratisch verhält. Und das ist meines Erachtens für eine Organisation von solch öffentlichem Interesse nicht unbedingt zu viel verlangt.

fetzer
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von fetzer »

Turing-Test hat geschrieben:Das sehe ich absolut nicht so. Wenn man sagt, die vier grossen Parteien sind genug, kann man die Grenze auch gleich bei einer einzigen Partei ziehen, zwischen der man noch die Wahl hat. Demokratie zeichnet sich doch unter anderem dadurch aus, dass es jedem freisteht, eine Partei zu gründen. Man kann doch den Sachverstand oder Extremismus einer Partei nicht an der Mitgliederzahl oder Menge der Wähler festmachen.
Natürlich steht das jedem frei. Ich wollte klein nicht mit extrem gleichsetzen, tut mir Leid, wenn es so rausgekommen ist. Das Problem ist, dass sich gerade kleine Parteien mit waghalsigen Parolen und meist unrealistischen Forderungen ins Bild drängen, da sie dadurch relativ einfach an Mitglieder kommen. Diese Art der Werbung hat den Linken geholfen, jedoch auch NPD und leider auch anderen rechtsextremen Parteien, die gerade im Osten dadurch eine nicht kleine Mitgliederzahl besitzen. Eine Einschränkung seitens StudiVZ ist hier sinnvoll, denn sie verhindert die Verbreitung auf einem Medium, welches Hauptsächlich von, oft leicht zu beeinfussbaren, Heranwachsenden genutzt wird.
Das ist dir klar und das ist mir klar. Sicher auch noch vielen anderen Nutzern und Nichtnutzern, aber ich glaube, dass es eben auch eine Reihe von Leuten gibt, die das weniger kritisch hinterfragen. Ab dem Punkt finde ich es immer gefährlich, wenn durch Instanzen wie StudiVZ oder Massenmedien eine zu starke Selektierung vorgenommen wird. Dass eine Tageszeitung beispielsweise in ihrer Berichterstattung nicht auf jede noch so kleine Interessensgemeinschaft eingehen kann, ist mir absolut klar, aber hier wurde eben aktiv gelöscht und das ohne wirklich dringende Gründe. Die Piraten kann man ja wohl nicht wirklich in eine Ecke mit extremistischen Gruppierungen stellen.
Eine Partei, welche sich "Piratenpartei" nennt ist für mich keine Partei, tut mir Leid. Das sind für mich Kinder, die mit der aktuellen politische Lage nicht einverstanden sind und meinen, dass sie es weitaus besser könnten - mit Forderungen weit fern jeder Realität (u.a. der Grund, warum das Profil gelöscht wurde). Ich hab persönlich wirklich nichts gegen solche Forderungen, denn sie zeigen wenigstens in die richtige Richtung. Übertreiben sollte man es trotzdem nicht. Man muss sich nur mal vorstellen, was denn mit unserer Wirtschaft passieren würde, wenn die Piraten ihre Forderungen durchsetzen würden. Und welche Auswirkungen das auf Bildung, etc haben wird.
Und dass StudiVZ hier eingreifft ist nur gut. Du sagst selbst, dass es noch Leute gibt, welche auf StudiVZ ihre politischen Informationen beziehen, warum also nicht die Quelle soweit einschränken, dass nur große Parteien dies machen können, sodass genau diese Personen nicht in den Sog der Extremen geraten können? Die Informationen, welche von großen Parteien verbreitet werden sind weitaus ungefährlicher als die manch anderer. Meistens findet man auch diese Informationen in Tages- und Wochenzeitungen.
Ich finde es aber legitim, es öffentlich zu diskutieren, wenn StudiVZ offensichtlich versucht, gezielt Informationen zu unterdrücken, die zunächst keinem rechtsstaatlichen Prinzip widersprechen und auch nicht für StudiVZ selber schädlich sind, zumal man dort ja nun wirklich schon diverse idiotische und extremistische Gruppen hat walten lassen.
Ich stimm dir völlig zu, wenn du sagst, dass die Werbung einer Partei - und sei sie noch so extrem - legitim ist. Dass hier irgendwo eine Grenze gezogen werden muss, der eben auch "unschuldige" Parteien unterliegen (z.b. Begrenzung aufgrund der Größe einer Partei) sollte allerdings auch klar sein. Man kann es nicht allen recht machen. Alle Gruppierungen zu erlauben führt weitaus mehr Probleme mit sich.
Ich stimme allerdings nicht zu, dass StudiVZ geziehlt Informationen unterdrückt, denn das ist nicht nur eine Beleidigung gegenüber StudiVZ, sondern unterliegt auch keinerlei Beweisen, oder irre ich mich da?
Ausser Kraft gesetzt wären die Grundsätze, wenn ich zu irgendwas gezwungen würde.
Gut, das sehe ich ein. Dazu gezwungen wird natürlich niemand. Das Problem ist aber hier denke ich mal das Nichtwissen vieler Menschen, was sie mit der Mitgliedschaft einer Gruppe über sich verraten. Wenn jemand die CDU "gut findet" kann man wohl davon ausgehen, dass derjenige die CDU wählen wird. Aber klar, die Wahlgrundsätze bleiben bestehen, da hast du Recht.
Es ist eben nicht reine Privatsache eines Unternehmers, ob er Informationen zulässt oder nicht
Rechtlich gesehen ist es das aber meines Wissens. Denn du kannst kein Unternehmen zwingen, deine Ansichten von Recht zu unterstützen. Wer die Entscheidung fällt, einzelne Parteien zu sperren, der muss auch mit den Konsequenzen rechnen. Wer dadurch Benutzer gewinnt wird dieses Vorgehen sicherlich durchdiskutieren - von der wirtschaftlichen, wie auch der moralischen Seite. Wir leben in einer demokratischen Gesellschaft, sowas wäre bei uns schlecht vorstellbar.
In China werden z.b. div. Newsseiten von vielen Nutzern gemieden, denn sie bringen Nachrichten, welche sich kritisch mit der Regierung auseinandersetzen. Würde sie das nicht hätten sie weitaus mehr Leser. Viele Newsseiten haben deswegen auch umgestellt (oder wurden dazu gezwungen).
Z.B. wollte der WDR sich weigern den Wahlspot der APPD zu senden, wurde aber letztlich dazu gezwungen ihn doch zu senden, jedoch mit Änderungen, die durch den Jugendschutz bedingt waren.
Der WDR ist auch eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Ob Privatsender von diesem Recht ausgeschlossen sind weiss ich nicht, kann es mir aber gut vorstellen. Und wie gesagt: Wenn sie nicht zustimmen würden, würde das Konsequenzen für die Einschaltquoten bedeuten.
Stell dir doch einfach mal vor, StudiVZ hätte sich erdreistet, das CDU-Profil zu löschen... ich versichere dir, das würde am nächsten Tag von entrüsteten Abgeordneten der CDU in der Tagesschau thematisiert werden.
Und? StudiVZ würde Benutzer verlieren. Genau mit diesem Wissen haben sie dann die Löschung durchgeführt und müssen nun die Konsequenzen ihres Handelns abwarten. Rechtlich würde hier aber niemand irgendwas wagen.

Aber um am Ende noch eine kleine Parallele zur politischen Lage zu ziehen: Der Verbot von NPD ist ähnlich kritisch zu betrachten. Meiner Meinung nach darf man keine Parteien verbieten, welche sich in der Politik etabliert haben (d.h. die z.b. in Landtagen sitzen), dann dadurch schadet man wiederum den Regeln der Demokratie. Auf der anderen Seite darf natürlich einer Partei, wie der NPD, keinerlei Einscheidungstecht zugeteilt werden. Was tust du nun? Entscheidest du dich für Demokratie oder dagegen? Wie gesagt: Es ist eine ziehmliche Gradwanderung, sicherlich ist das auch so im StudiVZ, ich kann deine Meinung total verstehen. Auf einer Seite, welche hauptsächlich von Erwachsenen genutzt werden würde hätte ich wahrscheinlich die gleiche Meinung wie du. Nur StudiVZ zielt eben auf eine jüngere Nutzerschaft ab und hier ist die Chance zu groß, dass diese sich von rechten, extremen und "dummen" Parteien zu sehr beeinflussen lassen.

Turing-Test
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Turing-Test »

fetzer hat geschrieben: Eine Partei, welche sich "Piratenpartei" nennt ist für mich keine Partei, tut mir Leid. Das sind für mich Kinder, die mit der aktuellen politische Lage nicht einverstanden sind und meinen, dass sie es weitaus besser könnten - mit Forderungen weit fern jeder Realität (u.a. der Grund, warum das Profil gelöscht wurde). Ich hab persönlich wirklich nichts gegen solche Forderungen, denn sie zeigen wenigstens in die richtige Richtung. Übertreiben sollte man es trotzdem nicht. Man muss sich nur mal vorstellen, was denn mit unserer Wirtschaft passieren würde, wenn die Piraten ihre Forderungen durchsetzen würden. Und welche Auswirkungen das auf Bildung, etc haben wird.
Darin steckt viel Spekulation. Zunächst einmal ist der Name einer Partei kein Kriterium, mit dem sich entscheiden lässt, ob die Partei eine Partei ist oder nicht. Demnach wäre ja auch die CDU keine politische Partei, sondern eine religiöse Vereinigung. In diesem speziellen Fall verweise ich auf die Erklärung der PP zur Namensfindung, die letztlich eine Anlehnung an die Rhetorik der Contentindustrie ist:
http://piratenpartei.de/navigation/partei/partei-faq#4

Was die Ziele der Partei angeht, finde ich die nicht wirklich realitätsfremd (was auch immer das heissen mag) oder radikal. Die PP hat ein sehr überschaubares Programm, das aus den Punkten Informationelle Selbstbestimmung, Patentrecht, Urheberrecht, Transparenz und Open Access besteht. Bei den Punkten Patentrecht und Urheberrecht geht es auch keineswegs um eine Abschaffung, sondern um Einschränkungen z.B. in Bezug auf Biopatente. Wer glaubt, die Piraten würden das Recht auf freie Raubkopien (Rhetorik der Contentindustrie) fordern, ist schlichtweg falsch informiert. Am ehesten kann ich noch Befürchtungen nachvollziehen, dass die geforderten Regelungen "Erfindern" ihrer Lebensgrundlagen berauben, aber sie fordern ja eben nicht wirklich die Abschaffung des Patentrechts.
http://piratenpartei.de/navigation/politik/unsere-ziele
Ich stimme allerdings nicht zu, dass StudiVZ geziehlt Informationen unterdrückt, denn das ist nicht nur eine Beleidigung gegenüber StudiVZ, sondern unterliegt auch keinerlei Beweisen, oder irre ich mich da?
Was ist denn passiert? Die PP hatten ein Profil eröffnet, um es Sammelpunkt für Informationen über die PP auf StudiVZ zu nutzen. StudiVZ hat diese Informationsmöglichkeit gelöscht/deaktiviert/unterdrückt/in's Nirwana geschickt. Was gibt es da zu beweisen und wo liegt die Beleidigung?
Der WDR ist auch eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Ob Privatsender von diesem Recht ausgeschlossen sind weiss ich nicht, kann es mir aber gut vorstellen. Und wie gesagt: Wenn sie nicht zustimmen würden, würde das Konsequenzen für die Einschaltquoten bedeuten.
Die öffentlich rechtlichen Sender haben zwar einen besonderen Auftrag, aber auch Privatsender sind verpflichtet, Wahlspots zu senden, obwohl sie Privatunternehmen sind. Ich schreibe das, weil ich vermute, dass es in Zukunft vergleichbare Regulierungen für Online-Medien gibt, wie es sie aktuell für herkömmliche Medien gibt. Wie das letztlich aussehen wird, kann ich natürlich nicht wissen und es wird aufgrund der speziellen Gestalt des Internats auch nicht äquivalent sein. http://merlin.obs.coe.int/iris/2002/7/article17.de.html
Aber um am Ende noch eine kleine Parallele zur politischen Lage zu ziehen: Der Verbot von NPD ist ähnlich kritisch zu betrachten. Meiner Meinung nach darf man keine Parteien verbieten, welche sich in der Politik etabliert haben (d.h. die z.b. in Landtagen sitzen), dann dadurch schadet man wiederum den Regeln der Demokratie. Auf der anderen Seite darf natürlich einer Partei, wie der NPD, keinerlei Einscheidungstecht zugeteilt werden. Was tust du nun? Entscheidest du dich für Demokratie oder dagegen?
Ich persönlich bin der Meinung, dass eine robuste Demokratie auch extreme Strömungen abfedern kann, solange diese keinen direkten Schaden anrichten. Ebenso denke ich, dass es sinnvoll ist, extreme Meinungen und Informationen nicht zu unterdrücken, weil man als Bestandteil dieser Demokratie sich nur so ein umfassendes Bild verschaffen kann, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Ich beisse damit quasi in den sauren Apfel, wenn es darum geht, Parteien, wie die NPD zu tolerieren, weil es mir perönlich lieber wäre, wenn es die einfach nicht gäbe... trotzdem finde ich zulassen weniger gefährlich als verbieten (Einschränkungen lasse ich aber gelten, wenn Verfassungsfeindlichkeit nachgewiesen werden kann). Das NPD-Verbot ist aber nicht an dieser Frage gescheitert, sondern daran, dass die NPD durch und durch mit V-Leuten durchsetzt ist und es sich nicht zweifelsfrei klären liess, ob verfassungsfeindliche Tendenzen von der Partei oder von den V-Leuten ausgehen. Paradox oder? :roll:
Nur StudiVZ zielt eben auf eine jüngere Nutzerschaft ab und hier ist die Chance zu groß, dass diese sich von rechten, extremen und "dummen" Parteien zu sehr beeinflussen lassen.
Auch wenn man persönlich StudiVZ-Nutzer infantil finden kann, ist die Zielgruppe mit (meist volljährigen) Studenten doch klar definiert. Warum sonst auch Wahlwerbung?
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fetzer
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von fetzer »

Turing-Test hat geschrieben:Zunächst einmal ist der Name einer Partei kein Kriterium, mit dem sich entscheiden lässt, ob die Partei eine Partei ist oder nicht.
Nein, das ist es nicht. Ich bin allerdings der Meinung, dass, wenn man in der Politik Entscheidungen treffen will, man etwas Professionalität an den Tag legen sollte. Der Name "Piratenpartei".... Für mich ist die Piratenpartei aus diesem Grund nicht mehr als eine Vereinigung von Menschen mit der Meinung, dass man z.b. ein Recht auf eine Privatkopie haben sollte. Also etwas, was mit der heutigen Wirtschaft nicht zu vereinbaren ist. Wie gesagt: das ist meine Meinung zur Piratenpartei. Rechtlich gesehen mag die Definition einer Partei anders sein.
Was ist denn passiert? Die PP hatten ein Profil eröffnet, um es Sammelpunkt für Informationen über die PP auf StudiVZ zu nutzen. StudiVZ hat diese Informationsmöglichkeit gelöscht/deaktiviert/unterdrückt/in's Nirwana geschickt. Was gibt es da zu beweisen und wo liegt die Beleidigung?
Die Beleidigung liegt in einer Unterstellung einer Tat, welche begründet durchgeführt wurde. Eine Gruppe "Piratenpartei" besteht ja sogar noch, also sehe ich hier keinen Grund irgendjemandem eine einseitige Informationsploitik vorzuwerfen.
Auch wenn man persönlich StudiVZ-Nutzer infantil finden kann, ist die Zielgruppe mit (meist volljährigen) Studenten doch klar definiert. Warum sonst auch Wahlwerbung?
Bei 17-25 Jährigen ist der Anteil an Erstwählern und Leuten, die sich bisher noch wenig mit Politik auseinandergesetzt haben relativ hoch. Das ist ja nicht nur im StudiVZ so. Hier muss das StudiVZ, bzw. der Holtzbrinck Verlag natürlich einer gewissen Verantwortung nachkommen.

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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Turing-Test »

fetzer hat geschrieben: Nein, das ist es nicht. Ich bin allerdings der Meinung, dass, wenn man in der Politik Entscheidungen treffen will, man etwas Professionalität an den Tag legen sollte. Der Name "Piratenpartei".... Für mich ist die Piratenpartei aus diesem Grund nicht mehr als eine Vereinigung von Menschen mit der Meinung, dass man z.b. ein Recht auf eine Privatkopie haben sollte. Also etwas, was mit der heutigen Wirtschaft nicht zu vereinbaren ist. Wie gesagt: das ist meine Meinung zur Piratenpartei. Rechtlich gesehen mag die Definition einer Partei anders sein.
Abgesehen davon, dass jede Partei eine Vereinigung von Menschen mit einer Meinung ist, drehen wir uns im Kreis. Ich kann dir nur empfehlen, dich stärker mit den tatsächlichen Inhalten auseinanderzusetzen, als mit dem Namen.
Gut, du sprichst die Privatkopie an. Wir haben momentan ja eine gesetzliche Regelung, die Privatkopien in einem gewissen Rahmen erlaubt. Ich kann also nicht nachvollziehen, warum sich das nicht mit der heutigen Wirtschaft vereinbaren lässt. Plädierst du für eine Abschaffung der Regelung?
Die Beleidigung liegt in einer Unterstellung einer Tat, welche begründet durchgeführt wurde.
Auch wenn ich den Satz nicht ganz verstehe, habe ich doch eine Vermutung, was du sagen willst. Nein, es ist keine Beleidigung, weil erstens keine Person angesprochen wurde und zweitens eine Kritik keine Beleidigung ist.
Eine Gruppe "Piratenpartei" besteht ja sogar noch, also sehe ich hier keinen Grund irgendjemandem eine einseitige Informationsploitik vorzuwerfen.
Ob nun die komplette Information gelöscht wurde oder ein Teil ist doch egal. Würden die Admins hier 90% deiner Beiträge löschen (tun sie natürlich nicht), würden sie eine einseitige Informationspolitik betreiben, auch wenn 10% deiner Beiträge noch zu finden sind.
Bei 17-25 Jährigen ist der Anteil an Erstwählern und Leuten, die sich bisher noch wenig mit Politik auseinandergesetzt haben relativ hoch. Das ist ja nicht nur im StudiVZ so. Hier muss das StudiVZ, bzw. der Holtzbrinck Verlag natürlich einer gewissen Verantwortung nachkommen.
StudiVZ muss also einer gewissen Verantwortung nachkommen? Welcher denn? Etwa demokratische Grundsätze einhalten? ;)
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von fetzer »

Turing-Test hat geschrieben: Ich kann dir nur empfehlen, dich stärker mit den tatsächlichen Inhalten auseinanderzusetzen,[...]
Kleine Auszüge aus dem Parteiprogramm: http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm
Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern[...]
Privatkopien sind soweit erlaubt, bis man einen Kopierschutz umgehen muss, um eine Kopie zu erstellen. Das abzuschaffen würde Raubkopien schon fast legalisieren. Es wäre letztendlich nur noch gewerblicher Verkauf illegal.
Jeder Bürger muss gegenüber den Betreibern zentraler Datenbanken einen durchsetzbaren und wirklich unentgeltlichen Anspruch auf Selbstauskunft und gegebenenfalls auf Korrektur, Sperrung oder Löschung der Daten haben.
BDSG §19 und §20 setzen hierfür schon die Grundlagen. Eine Spezialisierung ist gefährlich, in konkreten Fällen können nur Gerichte entscheiden und nicht ein direkter Paragraph.
Das Briefgeheimnis soll erweitert werden zu einem generellen Kommunikationsgeheimnis.
Wie ist das gemein? Mir ist das Telekommunikationsgeheimnis bekannt, das eigentlich schon fast al Das Problem hierbei ist, dass BKA und Co. oft gegen Gesetze verstoßen. Mehr Gesetz helfen da dann leider auch nicht viel ;)
Patente auf Pharmazeutika haben darüber hinaus zum Teil ethisch höchst verwerfliche Auswirkungen.
Und Ärzte dürfen kein Geld mehr verdienen, denn das ist verwerflich. Eine Neuorganisiation der Patente ist ein guter Vorschlag, wirtschaftlich aber wiederum totaler Unsinn. Dazu muss man sich diese Patente auch oft mals anschauen, denn oft schützen sie nicht die Herstellung, oder die Formel einer Rezeptur. Ein Verbot von Patenten bei Pharmazeutika würde eine Überflutung des Marktes mit Billigmedikamenten bedeuten. Das ist übrigens auch die Meinung vieler Ärzte, mit denen ich beruflich zu tuhen habe.
Bei Patenten auf Lebewesen und Gene kann ich leider nichts dazu sagen. Hast du da eventl. weitere Informationen?
* Jeder Bürger hat unabhängig von der Betroffenheit und ohne den Zwang zur Begründung das Recht auf allen Ebenen der staatlichen Ordnung, Einsicht in die Aktenvorgänge und die den jeweiligen Stellen zur Verfügung stehenden Informationen zu nehmen. Dies gilt ebenso für schriftliches Aktenmaterial wie digitale oder andere Medien.
Datenschutz? Es gibt Dinge, die ein normaler Mensch nicht wissen sollte, auch vom Staat. Ein wirklicher Vorteil daraus kann ich absolut nicht erkennen. Ich lass mich da gerne eines anderen belehren.

Dem OpenAccess-Thema kann man insofern zustimmen, dass zu 100% vom Staat finanzierte Projekte öffentlich gemacht werden sollen. Wenn nur 1cent von jemand anderem kommt ist es meiner Meinung nach völlig rechtens diesen "Verlust" wieder einzufordern. Das ist auch gleichzusetzen mit der Arbeit, die geleistet wurde, um die Ziele des Projektes zu erreichen. Auch verstehe ich beim besten Willen nicht, warum man nicht damit Geld verdienen soll. Die Entwickler müssen auch von etwas leben.
Z.b. wird Software, etc auch kostenlos zur Verfügung gestellt, z.b. wenn es um Lehre geht. Das darf man nie vergessen, dass hier nicht überall Geld verlangt wird. So wird es aber relativ oft aufgeführt.
Auch wenn ich den Satz nicht ganz verstehe, habe ich doch eine Vermutung, was du sagen willst. Nein, es ist keine Beleidigung, weil erstens keine Person angesprochen wurde und zweitens eine Kritik keine Beleidigung ist.
Naja Kritik würde ich das nicht nennen. Aber gut, wir sind hier unterschiedlicher Ansicht, da muss man nicht groß drüber diskutieren.
Ob nun die komplette Information gelöscht wurde oder ein Teil ist doch egal. Würden die Admins hier 90% deiner Beiträge löschen (tun sie natürlich nicht), würden sie eine einseitige Informationspolitik betreiben, auch wenn 10% deiner Beiträge noch zu finden sind.
Die Frage ist, welche Informationen gelöscht wurden und ob diese in anderer Form nicht auch schon in der Gruppe vorhanden sein können. Ich denke nicht, dass das Profil so viele Informationen enthielt, die man unbedingt benötigt.
StudiVZ muss also einer gewissen Verantwortung nachkommen? Welcher denn? Etwa demokratische Grundsätze einhalten? ;)
Nein. Sie haben die Verantwortung, dass extreme Parteien die Plattform nicht ausnutzen um ihre extremen Parolen zu verbreiten. Selbst wenn dies rechtens sein soll, man muss 17-25 jährigen keine rechten Parolen an den Kopf werfen. Wohl gemerkt: ich spreche von extremen Parteien. Ob bei den Piraten das zutrifft will ich nicht beurteilen, zumindest erkennt StudiVZ sie nicht als Partei an.

Ist die Piratenpartei eigentlich als Partei anerkannt? Auf der Seite selbst gibt es dazu keine Informationen (mind. 400 Mitglieder laut Gerichtsbeschluss + Meldung ans Bundesministerium des Inneren afaik)

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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Turing-Test »

fetzer hat geschrieben: Privatkopien sind soweit erlaubt, bis man einen Kopierschutz umgehen muss, um eine Kopie zu erstellen. Das abzuschaffen würde Raubkopien schon fast legalisieren. Es wäre letztendlich nur noch gewerblicher Verkauf illegal.
Ich würde das als Anpassung der Gesetze an die Realität bezeichnen.
BDSG §19 und §20 setzen hierfür schon die Grundlagen. Eine Spezialisierung ist gefährlich, in konkreten Fällen können nur Gerichte entscheiden und nicht ein direkter Paragraph.
Das Problem ist dabei, dass es zahllose Fälle gibt, in denen die Auskunft letztlich verweigert wurde, ohne dass es dafür dringliche Gründe gibt. Klar, es gibt Fälle in denen es sinnvoll sein kann, mir so eine Information zu verweigern, z.B. wenn anderen Personen dadurch Nachteile entstehen. Unter dem Strich habe ich aber den Eindruck, dass die bestehenden Regelungen eher zu Ungunsten der Bürger ausgelegt werden. Daran sollte gearbeitet werden.
Wie ist das gemein? Mir ist das Telekommunikationsgeheimnis bekannt, das eigentlich schon fast al Das Problem hierbei ist, dass BKA und Co. oft gegen Gesetze verstoßen. Mehr Gesetz helfen da dann leider auch nicht viel ;)
Einerseits werden die Gesetze immer wieder von Behörden missachtet, andererseits werden auch die gesetzlichen Grundlagen quasi im Wochentakt aufgeweicht. Mir würde es zunächst genügen, wenn die bestehenden Gesetze beachtet und in Ruhe gelassen werden und nicht von extremistischen Grossparteien torpediert werden. Abgesehen von Unsitten wie VDS und neuerdings Netzsperren natürlich.
Patente auf Pharmazeutika haben darüber hinaus zum Teil ethisch höchst verwerfliche Auswirkungen.
Und Ärzte dürfen kein Geld mehr verdienen, denn das ist verwerflich. Eine Neuorganisiation der Patente ist ein guter Vorschlag, wirtschaftlich aber wiederum totaler Unsinn. Dazu muss man sich diese Patente auch oft mals anschauen, denn oft schützen sie nicht die Herstellung, oder die Formel einer Rezeptur.
Da steht doch nicht, dass Ärzte kein Geld verdienen dürfen. Es geht darum, dass verhindert werden soll, dass wirtschaftliche Interessen über gesundheitliche Interessen gestellt werden. Ärzte haben aber heutzutage ganz andere Probleme mit der bestehenden Regierung und den Krankenkassen...

Bei Patenten auf Lebewesen und Gene kann ich leider nichts dazu sagen. Hast du da eventl. weitere Informationen?
Ich kann dir z.B. diesen Film empfehlen: http://video.google.com/videoplay?docid ... +und+genen
Er zeigt nicht nur, wie skrupellos in der Branche agiert wird, sondern könnte auch dafür sorgen, dass dir dein nächstes Mittagessen nicht mehr schmeckt. (trotzdem sehenswert :) )
* Jeder Bürger hat unabhängig von der Betroffenheit und ohne den Zwang zur Begründung das Recht auf allen Ebenen der staatlichen Ordnung, Einsicht in die Aktenvorgänge und die den jeweiligen Stellen zur Verfügung stehenden Informationen zu nehmen. Dies gilt ebenso für schriftliches Aktenmaterial wie digitale oder andere Medien.
Datenschutz? Es gibt Dinge, die ein normaler Mensch nicht wissen sollte, auch vom Staat. Ein wirklicher Vorteil daraus kann ich absolut nicht erkennen. Ich lass mich da gerne eines anderen belehren.
Was den Datenschutz angeht bin ich bei dir, weil auch ich denke, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, wenn ein potentieller Arbeitgeber oder Vermieter uneingeschränkten Einblick in meine Strafakten hat.
Was ich aber sehen möchte, sind z.B. Nachweise über die Verwendung von Steuergeldern, Einblicke in politische und militärische Vorgänge (sofern dadurch keine aktuellen Aktionen gefährdet werden), eben möglichst viele Möglichkeiten für die Bürger zu überwachen, ob Politik und Behörden ihre Arbeit ordentlich machen. Sobald die Kontrolle nur in eine Richtung möglich ist, entsteht ein gefährlicher Machtüberhang. M.M.n geht heute nicht alle Macht vom Volke aus, obwohl das grundgesetzlich zugesichert ist. Daran kann man arbeiten, um das zu verbessern.
Ein anderes Beispiel sind Wahlmaschinen. Es gab in der Vergangenheit in verschiedenen Staaten Fälle, in denen Hersteller von Wahlmaschinen sich nicht in die Karten schauen lassen wollten, wenn es darum ging, die Technik offenzulegen. Z.B. Diebold. Das Interesse einer Bevölkerung an transparenten Wahlen wiegt für mich aber deutlich schwerer, als die Geschäftsinteressen einer Einzelfirma. Sorry, so eine Firma sollte sich eine andere Nische suchen, selbst wenn das weniger profitabel für sie ist.

Dem OpenAccess-Thema kann man insofern zustimmen, dass zu 100% vom Staat finanzierte Projekte öffentlich gemacht werden sollen. Wenn nur 1cent von jemand anderem kommt ist es meiner Meinung nach völlig rechtens diesen "Verlust" wieder einzufordern. Das ist auch gleichzusetzen mit der Arbeit, die geleistet wurde, um die Ziele des Projektes zu erreichen. Auch verstehe ich beim besten Willen nicht, warum man nicht damit Geld verdienen soll. Die Entwickler müssen auch von etwas leben.
Ein privater Cent soll öffentliche Millionen neutralisieren können? Finde ich sehr fragwürdig... zumindest erwächst daraus noch lange nicht das Recht, die Entwicklung allen anderen Leuten vorzuenthalten, die mitbezahlt haben. Ein Mitfinancier kann ja auch von einer Entwicklung profitieren, ohne dass diese verschlossen bleiben muss.
Ich persönlich fordere jedenfalls nicht, dass Entwickler kein Geld verdienen dürfen. Da würde ich mir ja mein eigenes Grab schaufeln. Und ich verstehe auch die Forderungen der Piraten nicht so. Meine Meinung ist aber, dass immer dann etwas schiefläuft, wenn z.B. ein Trivialpatent Innovation blockiert. Das ist wirtschaftlich noch viel unsinniger, als wenn einem einzelnen Unternehmen der Goldesel weggenommen wird.
Geld kann übrigens nicht nur mit dem Verkauf von Lizenzen und "geistigem Eigentum" verdient werden, sondern auch mit Dienstleistungen.
Z.b. wird Software, etc auch kostenlos zur Verfügung gestellt, z.b. wenn es um Lehre geht. Das darf man nie vergessen, dass hier nicht überall Geld verlangt wird. So wird es aber relativ oft aufgeführt.
Das ist begrüssenswert. Ich halte es letztlich aber für unumgänglich, dass Entwicklungen, die aus öffentlicher Hand finanziert werden immer der Öffentlichkeit zugute kommen. Die USA sind in dieser Hinsicht weiter als der alte Kontinent. Z.B. ist es dort selbstverständlich, dass die NASA Bildmaterial frei zugänglich macht und auch im Open-Access sind sie weiter -> http://libraries.mit.edu/dspace-mit/ . Ausnahmen mag es geben - ich finde eine Opt-Out-Regelung in dem Fall aber sinnvoller als Opt-In.

Ich denke, dass die Wissenschaft mehr davon profitiert, wenn Forscher sich wichtige Papers einfach runterladen können, als wenn Unis bestimmte Erkenntnisse re-researchen müssen, weil der Forscher die Papers nicht bekommt, weil das Institut keinen Vertrag mit dem Verleger hat (der dem Urheber sowieso keinen Anteil auszahlt). Das mag wirtschaftlicher Unsinn für die Verleger sein, aber vielleicht sind sie heutzutage auch einfach überflüssig geworden... (Ähnliches Spiel übrigens in der Musikbranche)
Ist die Piratenpartei eigentlich als Partei anerkannt? Auf der Seite selbst gibt es dazu keine Informationen (mind. 400 Mitglieder laut Gerichtsbeschluss + Meldung ans Bundesministerium des Inneren afaik)
Ja. Sie sind zur Europa-Wahl zugelassen, haben an der Hessen-Wahl (unter anderem) teilgenommen, sammeln gerade noch Unterschriften für die Bundestagswahl und mutieren in Schweden gerade zur drittgrössten (Mitgliederstärke) Partei.
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Edoat »

fetzer hat geschrieben:
Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern[...]
Privatkopien sind soweit erlaubt, bis man einen Kopierschutz umgehen muss, um eine Kopie zu erstellen. Das abzuschaffen würde Raubkopien schon fast legalisieren. Es wäre letztendlich nur noch gewerblicher Verkauf illegal.
Ich sehe da kein Problem drin. Ich meine mich erinnern zu können, dass das Umgehen eines Kopierschutzes zur Anfertigung einer Kopie für den persönlichen Gebrauch nicht immer illegal war.

fetzer hat geschrieben:Das Problem hierbei ist, dass BKA und Co. oft gegen Gesetze verstoßen. Mehr Gesetz helfen da dann leider auch nicht viel ;)
Man könnte ja ein Gesetz erlassen, dass dafür sorgt, dass BKA und Co. die Gesetze auch tatsächlich einhalten ;-)
fetzer hat geschrieben:
* Jeder Bürger hat unabhängig von der Betroffenheit und ohne den Zwang zur Begründung das Recht auf allen Ebenen der staatlichen Ordnung, Einsicht in die Aktenvorgänge und die den jeweiligen Stellen zur Verfügung stehenden Informationen zu nehmen. Dies gilt ebenso für schriftliches Aktenmaterial wie digitale oder andere Medien.
Es gibt Dinge, die ein normaler Mensch nicht wissen sollte, auch vom Staat. Ein wirklicher Vorteil daraus kann ich absolut nicht erkennen. Ich lass mich da gerne eines anderen belehren.
Hier geht es um das Thema Informationsfreiheit, zu dem es bereits das Informationsfreiheitsgesetz gibt. Provokativ könnte man dir antworten: "Ich kann bei Open Access keine Nachteile erkennen, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren." ;-).
fetzer hat geschrieben:Ist die Piratenpartei eigentlich als Partei anerkannt?
Ja, sie standen bei der letzten Landtagswahl in Hessen zur Wahl (Ergebnis: 0,5%) und werden bei der Europawahl auch wählbar sein. Für die Bundestagswahl werden sie zur Wahl stehen, falls sich genügend Unterstützer finden (nicht im Parlament vertretene Parteien müssen eine Mindestanzahl an Unterstützern nachweisen um zur Wahl zugelassen zu werden). Ich finde die Piratenpartei u.a. interessant, weil ich das Gefühl habe, dass sie das Thema Datenschutz ernster nimmt, als z.B. die FDP und die Grünen, denen ich vorwerfe in der Opposition auf den Schutz der Bürgerrechte zu pochen und in Regierungskoalitionen Gesetze zu beschließen, die in dieser Hinsicht fragwürdig sind.

fetzer hat geschrieben: [...] dass zu 100% vom Staat finanzierte Projekte öffentlich gemacht werden sollen. Wenn nur 1cent von jemand anderem kommt ist es meiner Meinung nach völlig rechtens diesen "Verlust" wieder einzufordern. [...]
Turing-Test hat geschrieben:Ein privater Cent soll öffentliche Millionen neutralisieren können? [...] Ein Mitfinancier kann ja auch von einer Entwicklung profitieren, ohne dass diese verschlossen bleiben muss.
Ich bin der Meinung, dass es nicht sein darf, dass die Öffentlichkeit bei ganz oder teilweise staatlich geförderten Projekten von den Ergebnissen ausgeschlossen wird. Es müssen dann pro Projekt Lösungen gefunden werden, die für die Beteiligten und die Öffentlichkeit tragbar sind.
Turing-Test hat geschrieben:Es geht darum, dass verhindert werden soll, dass wirtschaftliche Interessen über gesundheitliche Interessen gestellt werden
Patente sollen meiner Ansicht nach sicher stellen, dass Firmen oder Personen, die viel Ressourcen in eine Entwicklung investieren, auch die Früchte ihrer Arbeit ernten können. Es muss aber sicher gestellt werden, dass Patente den Fortschritt nicht behindern (Bsp.: Softwarepatente) und der Allgemeinheit nicht schaden. Wenn die Interessen der Wirtschaft gegen die Interessen der Allgemeinheit stehen, sollte man sich vor Augen halten, dass die Wirtschaft der Allgemeinheit zu dienen hat und nicht umgekehrt.

Zum Thema StudiVZ und Wahlkampf möchte ich noch anmerken, dass die "kleinen" Parteien auch von staatlichen Stellen im Wahlkampf ausgegrenzt werden. Bsp.: Der Wahl-O-Mat ist eine Orientierungshilfe zu Wahlen und wird von der Bundeszentrale für politsche Bildung betrieben. Die ÖDP klagte, weil sie beim Wahl-O-Mat nicht vertreten war und bekam Recht.

Für die Europawahl wird es übrigens auch einen Wahl-O-Mat geben, inkl. Piratenpartei.

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