StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

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Turing-Test
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StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Turing-Test »

Nicht, dass mich StudiVZ wirklich interessieren würde (wo es doch D120 gibt :D ), aber das ist ja mal eine freundliche Promotion-Aktion der Holtzbrink-Gruppe für die Piraten. Ich sage nur Streisand-Effekt...
http://www.heise.de/newsticker/StudiVZ- ... ung/137125
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fetzer
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von fetzer »

Pressemittelung der Piraten
[...]
Angelo Veltens, Kandidat der Piratenpartei für die Europawahl, betrachtet das selektierende Verhalten des selbsterklärten Zugpferdes des Web-2.0-Wahlkampfes als undemokratische Wettbewerbsverzerrung: "Das muss man sich mal vorstellen: Während alten Parteien unter anderem für ihre überwachungsstaatlichen und technikfeindlichen Phantasien Logenplätze offeriert werden, wird die Piratenpartei aus einer Web-2.0-Community geschmissen. Es ist ein Unding, dass die kleinen Parteien bei den Möglichkeiten, in StudiVZ um die Wählergunst zu werben, diskriminiert werden. Demokratie sieht definitiv anders aus."
[...]
Ich wusste garnicht, dass StudiVZ eine Demokratie ist...

yourmaninamsterdam
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von yourmaninamsterdam »

fetzer hat geschrieben:Ich wusste garnicht, dass StudiVZ eine Demokratie ist...
Eben. "Demokratie sieht anders aus."

Turing-Test
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Turing-Test »

So sieht es aus. Aber auch ein System wie StudiVZ, das per se nicht demokratisch organisiert ist, könnte wenigstens zeigen, dass man demokratische Prinzipien gutheisst und Fairness walten lassen. Es wäre ok, wenn generell alle Parteien-Profile gesperrt werden würden, wenn man keinerlei Propaganda wünscht. Wenn man da aber selektiv vorgeht, erweckt das den Anschein, als wolle man die Benutzer in ihrer politischen Meinung manipulieren.
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fetzer
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von fetzer »

Wer damit nicht einverstanden ist soll es nicht nutzen. Es wird ja niemand dazu gezwungen.
Zur Zeit geht es doch nur noch um Quantität und nicht mehr um Qualität und hier stellt sich die Piratenpartei mit ihrer lächerlichen und realitätsfremden Pressemeldung gerade auf einer Stufe mit SPD und CDU. Den Streisand-Effekt haben sie meiner Meinung nach damit perfekt verspielt. Mal ganz davon abgesehen, dass sich die Piratenpartei auf einer Plattform präsentiert (und scheinbar auch präsentieren will), die mit dem Datenschutz der Nutzer nicht gerade zimperlich umgeht...

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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Turing-Test »

fetzer hat geschrieben:Wer damit nicht einverstanden ist soll es nicht nutzen. Es wird ja niemand dazu gezwungen.
Zur Zeit geht es doch nur noch um Quantität und nicht mehr um Qualität und hier stellt sich die Piratenpartei mit ihrer lächerlichen und realitätsfremden Pressemeldung gerade auf einer Stufe mit SPD und CDU. Den Streisand-Effekt haben sie meiner Meinung nach damit perfekt verspielt. Mal ganz davon abgesehen, dass sich die Piratenpartei auf einer Plattform präsentiert (und scheinbar auch präsentieren will), die mit dem Datenschutz der Nutzer nicht gerade zimperlich umgeht...
Diese Argumentation ist für mich auf einer Stufe mit "Wem der Staat nicht gefällt, der soll halt auswandern." oder "Wem das Verhalten der Bahn nicht gefällt, der soll halt mit dem Hubschrauber fliegen.". Es besteht zum Glück auch die Möglichkeit Dinge zu verbessern...
Was ist denn an der Pressemeldung lächerlich oder realitätsfremd? Man weist lediglich darauf hin, was passiert ist und kritisiert es. Ist doch legitim. StudiVZ bezieht ja nicht offen Position für bestimmte Parteien, tut es aber durch diese Form der Selektierung irgendwie doch. Wenn StudiVZ für sich in Anspruch nimmt, eine virtuelle "Wahlzentrale" zu sein ( http://www.heise.de/newsticker/Wahlkamp ... ung/136872 ), dann müssen sie sich auch gefallen lassen, dass man das prüft und gegebenenfalls kritisiert, wenn StudiVZ sich dann manipulativ verhält.

Mirlix_
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Mirlix_ »

Nach der Pressemitteilung von studiVZhttp://www.presseportal.de/pm/62589/1394390/studivz_ltd gilt das Angebot nur für Partein die im Bundestag sind was zur Zeit nach meinem Kenntnissstand nicht auf die Piratenpartei zutrifft. Ob diese Eingrenzung richtig ist ist eine andere Frage, aber als Manipulation kann man es nicht bezeichnen, sie sagen von Anfang an ja was sie tun wollen.
"If you want more effective programmers, you will discover that they should not waste their time debugging, they should not introduce the bugs to start with." Edsger W. Dijkstra

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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Turing-Test »

Stimmt, das hatte nicht gesehen... das heisst aber doch letztlich nur, dass StudiVZ von Anfang an vor hatte, keinen umfassenden Überblick zuzulassen.
Da frage ich mich allerdings wozu es die weitere Eingrenzung gibt, dass rechtsextreme Parteien nicht zugelassen sind - die sind ja meines Wissens auch nicht im Bundestag vertreten. Die Eingrenzung auf Bundestagsparteien finde ich jedenfalls fragwürdig, weil das impliziert, dass überhaupt nur Parteien zur Wahl interessant sind, die schon gewählt wurden.
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Mirlix_
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Mirlix_ »

Denke die Einschraenkung ist dafuer da das keine eechtsextremen Partein eine Platform bekommen. Und das einzige Kriterium das mir einfaellt um das zu verhindern ist der Bundestag. Alles anderes ist eher loechrig. Oder faellt jemand etwas besseres ein?
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Turing-Test »

Man kann z.B. einfach alle Parteien zulassen, die nicht rechtsstaatlich verboten sind. Damit ist man auf sichererem Gebiet, als wenn man willkürlich selektiert.
Ich habe selber keinen StudiVZ-Account (möchte auch keinen haben) und kann das nicht nachprüfen, aber hier steht in den Kommentaren, dass Jusos und junge Union noch Profile auf StudiVZ haben (nicht im Bundestag). Wenn es die explizite Einschänkung gibt, dass rechtsextreme Parteien nicht erlaubt sind, braucht man ja keine 5%-Hürde mehr, um rechtsextreme Parteien auszuschliessen. Ich denke allerdings, dass wenn man schon ein Forum bietet, in dem man sich über Parteien informieren kann, ausnahmslos alle Parteien zugelassen werden sollten, die nicht nicht rechtsstaatlich verboten sind. Hier also z.B. auch die NPD, auch wenn das wehtut, aber man sollte halt nicht nur ein bisschen Demokratie spielen. Entweder ganz oder gar nicht.
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fetzer
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von fetzer »

Turing-Test hat geschrieben:Diese Argumentation ist für mich auf einer Stufe mit "Wem der Staat nicht gefällt, der soll halt auswandern." oder "Wem das Verhalten der Bahn nicht gefällt, der soll halt mit dem Hubschrauber fliegen.". Es besteht zum Glück auch die Möglichkeit Dinge zu verbessern...
Dein Vergleich hinkt gewaltig, denn auf der staatlichen kannst du dich wehren, du hast sogar das Recht, in einigen Fällen würde ich das sogar als Pflicht bezeichen, dazu. Auf der StudiVZ-Seite hast du per se keinerlei Rechte, aber du bist frei in deiner Entscheidung, ob du solch eine Plattform nutzen willst, oder nicht. Das heisst jedoch nicht, dass du deswegen dein Leben ändern musst.
Und wem die Preise der Bahn nicht passen, der soll mit dem Auto, oder meinetwegen auch mit dem Hubschrauber fliegen. Ja - warum nicht.
Was ist denn an der Pressemeldung lächerlich oder realitätsfremd? Man weist lediglich darauf hin, was passiert ist und kritisiert es.
Eine Plattform, welche seine Entscheidungen aufgrund von Gewinn und Verlust und ohne jegliche Benutzerinteraktion trifft, mit "keine demokratie", etc zu kritisieren ist nichts weiter als ein Aufschrei einer kleinen Partei. Dass die Forderung nach mehr Demokratie in *VZ nie geschehen wird muss jedem klar sein, warum also so einen Stuss fordern? Natürlich ist das legitim und es bleibt jedem frei, sich seine Meinung darüber zu bilden und zu verbreiten, aber man sollte ernsthaft darüber nachdenken, was man fordert und wie man kritisiert und ob dies nicht weit an der möglichen Realität weit vorbeizieht.
StudiVZ bezieht ja nicht offen Position für bestimmte Parteien, tut es aber durch diese Form der Selektierung irgendwie doch. Wenn StudiVZ für sich in Anspruch nimmt, eine virtuelle "Wahlzentrale" zu sein ( http://www.heise.de/newsticker/Wahlkamp ... ung/136872 ), dann müssen sie sich auch gefallen lassen, dass man das prüft und gegebenenfalls kritisiert, wenn StudiVZ sich dann manipulativ verhält.
Und wenn StudiVZ sich manipulativ verhält? Dürfen sie doch, oder wo steht bitte, dass StudiVZ politische Entscheidungen repräsentativ für seine User fällen und die Abstimmungen korrekt sein müssen? Wir befinden uns hier nicht auf politischer Ebene, sondern auf Wirtschaftlicher. Und hier ist alles erlaubt, was dem Besitzer hilft und andere nicht schädigt. Wenn die SPD StudiVZ per Wahlprogramm unterstützen, was glaubst du, wie würden die Abstimmungen aussehen? SPD wäre sicherlich nicht auf den letzten Plätzen, auch wenn die Nutzer so abgestimmt hätten.

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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Turing-Test »

fetzer hat geschrieben: Eine Plattform, welche seine Entscheidungen aufgrund von Gewinn und Verlust und ohne jegliche Benutzerinteraktion trifft, mit "keine demokratie", etc zu kritisieren ist nichts weiter als ein Aufschrei einer kleinen Partei. Dass die Forderung nach mehr Demokratie in *VZ nie geschehen wird muss jedem klar sein, warum also so einen Stuss fordern? Natürlich ist das legitim und es bleibt jedem frei, sich seine Meinung darüber zu bilden und zu verbreiten, aber man sollte ernsthaft darüber nachdenken, was man fordert und wie man kritisiert und ob dies nicht weit an der möglichen Realität weit vorbeizieht.
Ich kritisiere doch gar nicht, dass StudiVZ nicht demokratisch organisiert ist. Da habe ich mich vielleicht nicht deutlich genug ausgedrückt. Das ist, wie du schon sagst, in der freien Wirtschaft deren gutes Recht. Ich störe mich aber daran, dass StudiVZ scheinbare Demokratie für seine Zwecke missbraucht: sie vermitteln ihren Nutzern, dass sie sich frei auf StudiVZ über die wählbaren Parteien zur Bundestagswahl informieren können, unterdrücken dabei aber gezielt und willkürlich einzelne Parteien (und für den Nutzer nicht nachvollziehbar, sofern er sich nicht aus dritten Quellen informiert (was ich StudiVZ-Nutzern durchaus zutraue ;) )). Ich denke, das ist auch etwa das, was die Pressemeldung ausdrücken wollte - niemand fordert ernsthaft demokratische Strukturen auf StudiVZ, Facebook oder MySpace. Letzlich ist es auch egal, was StudiVZ jetzt noch dazu sagt, weil der Streisand-Effekt eh schon gewirkt hat. :D
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ice-breaker
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von ice-breaker »

Ich finde es absolut legitim und nachvollziehbar sich nur auf Parteien des Bundestags zu beschränken, das sollte man dann eben auch durchziehen. Es ist von StudiVZ eben denke ich auch nur eine Einschränkung um wahllos Parteien kicken zu können, de ihnen nicht gefallen.
Sie können ja nicht sagen, dass sie nur Parteien zulassen, die ihnen gefallen.

Und warum ich so ne Einschränkung gut finde? Man muss ja keine Plattform solchen "Dingen" (tut mir leid, das ist keine Partei) wie der APPD zur Verfügung stellen.

fetzer
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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von fetzer »

Turing-Test hat geschrieben:Ich kritisiere doch gar nicht, dass StudiVZ nicht demokratisch organisiert ist. Da habe ich mich vielleicht nicht deutlich genug ausgedrückt. Das ist, wie du schon sagst, in der freien Wirtschaft deren gutes Recht. Ich störe mich aber daran, dass StudiVZ scheinbare Demokratie für seine Zwecke missbraucht: sie vermitteln ihren Nutzern, dass sie sich frei auf StudiVZ über die wählbaren Parteien zur Bundestagswahl informieren können, unterdrücken dabei aber gezielt und willkürlich einzelne Parteien (und für den Nutzer nicht nachvollziehbar, sofern er sich nicht aus dritten Quellen informiert (was ich StudiVZ-Nutzern durchaus zutraue ;) )).
Wer sich nicht bei dritten Quellen informiert, sondern seine politischen Entscheidungen primär aufgrund von StudiVZ-Profilen und Posts anderer Mitgliedern fällt sollte nicht dann doch lieber völlig random eine der 4 großen Parteien wählen, denn damit richtet der-/diejenige am wenigsten Schaden an und läuft wenigstens nicht den Extremen in die Arme. Dass Holzbrink hier eine ganz klare Grenze zwischen großen Parteien mit (korrektem) Entscheidungspotential und kleinen Parteien, welche mit unrealistischem, teils gesellschaftsfeindlichen Parolen für sich werben, zieht finde ich so gesehen sogar nur gut.
Jedem MUSS klar sein, dass politische Informationen auf Plattformen wie StudiVZ immer nur mit Beigeschmack zu geniessen sind, egal, von welcher Partei sie kommen.
Ich denke, das ist auch etwa das, was die Pressemeldung ausdrücken wollte - niemand fordert ernsthaft demokratische Strukturen auf StudiVZ, Facebook oder MySpace. Letzlich ist es auch egal, was StudiVZ jetzt noch dazu sagt, weil der Streisand-Effekt eh schon gewirkt hat. :D
Also ich sehe in "Die Piratenpartei fordert [...] eine demokratische Gestaltung der Plattform [...]" eine ganz klare Forderung nach einer Umorganisierung der Administration.

Desweiteren halte ich es eh schon für problematisch seine Meinung über Politik auf einer öffentlichen Plattform wie StudiVZ zu publizieren. Wahlgrundsätze setzt so jeder für sich (geheim ist bei vielen nichts mehr, Abhängigkeit ist wiederum fraglich, unmittelbar genauso) richtig schön ausser Kraft. Dass eine "Partei" wie die Piraten sich dabei sogar per Pressemeldung noch reindrängen wollen wirkt für mich einfach nur paradox und absolut ihren Wertvorstellungen entgegenwirkend. Aber gut, es will halt jeder im Kindergarten der heutigen Politik auch ein Stückchen vom Kuchen abhaben *scnr*

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Re: StudiVZ löscht Profil der Piratenpartei

Beitrag von Turing-Test »

fetzer hat geschrieben: Wer sich nicht bei dritten Quellen informiert, sondern seine politischen Entscheidungen primär aufgrund von StudiVZ-Profilen und Posts anderer Mitgliedern fällt sollte nicht dann doch lieber völlig random eine der 4 großen Parteien wählen, denn damit richtet der-/diejenige am wenigsten Schaden an und läuft wenigstens nicht den Extremen in die Arme. Dass Holzbrink hier eine ganz klare Grenze zwischen großen Parteien mit (korrektem) Entscheidungspotential und kleinen Parteien, welche mit unrealistischem, teils gesellschaftsfeindlichen Parolen für sich werben, zieht finde ich so gesehen sogar nur gut.
Das sehe ich absolut nicht so. Wenn man sagt, die vier grossen Parteien sind genug, kann man die Grenze auch gleich bei einer einzigen Partei ziehen, zwischen der man noch die Wahl hat. Demokratie zeichnet sich doch unter anderem dadurch aus, dass es jedem freisteht, eine Partei zu gründen. Man kann doch den Sachverstand oder Extremismus einer Partei nicht an der Mitgliederzahl oder Menge der Wähler festmachen.
Jedem MUSS klar sein, dass politische Informationen auf Plattformen wie StudiVZ immer nur mit Beigeschmack zu geniessen sind, egal, von welcher Partei sie kommen.
Das ist dir klar und das ist mir klar. Sicher auch noch vielen anderen Nutzern und Nichtnutzern, aber ich glaube, dass es eben auch eine Reihe von Leuten gibt, die das weniger kritisch hinterfragen. Ab dem Punkt finde ich es immer gefährlich, wenn durch Instanzen wie StudiVZ oder Massenmedien eine zu starke Selektierung vorgenommen wird. Dass eine Tageszeitung beispielsweise in ihrer Berichterstattung nicht auf jede noch so kleine Interessensgemeinschaft eingehen kann, ist mir absolut klar, aber hier wurde eben aktiv gelöscht und das ohne wirklich dringende Gründe. Die Piraten kann man ja wohl nicht wirklich in eine Ecke mit extremistischen Gruppierungen stellen.
Also ich sehe in "Die Piratenpartei fordert [...] eine demokratische Gestaltung der Plattform [...]" eine ganz klare Forderung nach einer Umorganisierung der Administration.
Wie gesagt, ich habe das anders aufgefasst. Es kann schon sein, dass die PP sich ein demokratisch organisiertes Unternehmen StudiVZ wünscht. Dass das passiert halte ich auch nicht für realistisch. Ich finde es aber legitim, es öffentlich zu diskutieren, wenn StudiVZ offensichtlich versucht, gezielt Informationen zu unterdrücken, die zunächst keinem rechtsstaatlichen Prinzip widersprechen und auch nicht für StudiVZ selber schädlich sind, zumal man dort ja nun wirklich schon diverse idiotische und extremistische Gruppen hat walten lassen.
Desweiteren halte ich es eh schon für problematisch seine Meinung über Politik auf einer öffentlichen Plattform wie StudiVZ zu publizieren. Wahlgrundsätze setzt so jeder für sich (geheim ist bei vielen nichts mehr, Abhängigkeit ist wiederum fraglich, unmittelbar genauso) richtig schön ausser Kraft. Dass eine "Partei" wie die Piraten sich dabei sogar per Pressemeldung noch reindrängen wollen wirkt für mich einfach nur paradox und absolut ihren Wertvorstellungen entgegenwirkend. Aber gut, es will halt jeder im Kindergarten der heutigen Politik auch ein Stückchen vom Kuchen abhaben *scnr*
Ich sehe das etwas differenzierter: Jeder muss frei entscheiden können, ob er das publiziert oder nicht (freie Rede). Natürlich ist es wünschenswert, wenn sich jeder klarmacht, was das für Gefahren mit sich bringt, aber das Recht auf geheime Wahlen ist nicht gleichzusetzen mit einer Geheimhaltungspflicht. Man setzt die Wahlgrundsätze nicht ausser Kraft indem man darüber redet, was man wählt. Ich kann doch jedem erzählen, dass ich CDU wähle und dann heimlich, unabhängig und unmittelbar in der Wahlkabine für die SPD stimmen. Ausser Kraft gesetzt wären die Grundsätze, wenn ich zu irgendwas gezwungen würde. Und natürlich will jeder im Kindergarten ein Stück vom Kuchen abhaben, nämlich das, das ihm zusteht - Gleichbehandlung. In den Bundestag kommen dann die Parteien, die genügend Stimmen dafür bekommen haben, aber auf dem Weg dorthin müssen alle Kandidaten die gleichen Chancen bekommen, sich nach ihren Möglichkeiten um die Stimmen zu bemühen. Was glaubst du denn, wäre los, wenn Twitter beschliessen würde, die Profile der CDU zu löschen (Twitters gutes Recht) und die Profile der SPD stehen zu lassen. Oder die Telekom würde beschliessen, eigenmächtig Seiten der FDP zu sperren oder entsprechende Requests auf die Seiten der Grünen umzuleiten. Es ist eben nicht reine Privatsache eines Unternehmers, ob er Informationen zulässt oder nicht - das zeigt z.B., dass auch Privatsender verpflichtet sind, Wahlwerbespots in einem fairen Verhältnis zu senden, selbst wenn der Inhaber eine andere Meinung vertritt. Die Grösse einer Partei (und auch die Inhalte) befähigt einen Sender noch lange nicht, zu entscheiden, ob es gesendet wird oder nicht. Z.B. wollte der WDR sich weigern den Wahlspot der APPD zu senden, wurde aber letztlich dazu gezwungen ihn doch zu senden, jedoch mit Änderungen, die durch den Jugendschutz bedingt waren. Ein Fernsehsender ist natürlich nicht das gleiche, wie ein soziales Netzwerk im Internet, aber es gibt gewisse Parallelen und ab einer gewissen Grösse ist eben auch eine Webapplikation ein Massenmedium. Stell dir doch einfach mal vor, StudiVZ hätte sich erdreistet, das CDU-Profil zu löschen... ich versichere dir, das würde am nächsten Tag von entrüsteten Abgeordneten der CDU in der Tagesschau thematisiert werden.
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