Studium der Informatik an der TUD

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Markus B.
Gast

Studium der Informatik an der TUD

Beitrag von Markus B. »

Guten Tag,
ich besuche derzeit eine technische Fachoberschule und werde diese dieses Jahr mit Fachhochschulreife verlassen.
Im Anschluss ist ein Studium der Informatik geplant. Vor einiger Zeit hatte ich mir einige Fachhochschulen zusammengesucht, welche für mich in Frage kämen.
Nun habe ich erfahren, dass die TU Darmstadt auch Personen mit Fachhochschulreife ein Studium ermöglicht. Nun stellen sich mir einige Fragen. Ich würde mich
über eine Antwort dieser freuen!

1. Muss man mit Fachhochschulreife spezielle Eignungsprüfungen oder ähnliches bestehen?
2. Ist ein Studium zum Sommersemester möglich und hat man durch dieses Nachteile?
3. Welchen Fokus legt die TU Darmstadt in der Informatik? Gibt es einen starken Fokus auf Hardware?
4. Welche Erfahrungen habt ihr bei TU Darmstadt gemacht? Seid ihr zufrieden oder wurdet ihr enttäuscht?

Zudem stelle ich mir eine Frage, die wahrscheinlich schon desöfteren gestellt wurde. Würdet ihr mir "generell" eher zur Universität oder zur Fachhochschule raten? Ich persönlich weiß natürlich, dass eine Universität einen starken mathematischen/theoretischen Fokus legt, während eine Fachhochschule praxisbezogener ist und vielleicht nicht stark in theoretische Themengebiete eingeht. Leider weiß ich nicht, wie ich mein Interesse als Schwerpunkt einschätzen soll. Ich habe generell Interesse an praktischen Tätigkeiten. Andererseits wurde mir gesagt, dass das Wissen der theoretischen Elemente das "Denken als Informatiker" schult und dementsprechend zukunftsorientiert ist. Deswegen kann ich eine Frage wie "magst du eher das Theoretische oder das Praktische?" nicht einfach beantworten. Leider kann ich auch nicht sagen, ob ich später eher in die Forschung oder in die Wirtschaft möchte. Denn über ersteres habe ich keinerlei Erfahrung und kann daher auch nicht einschätzen, wie gut die Zukunftsperspektiven("Chancen") sind und wie genau meine Tätigkeit aussieht.

Ich plane aber auf jedenfall, mindestens den Master-Abschluss zu erreichen. Hier stellt sich aber auch wieder die Frage, ob das Uni-Studium ein Hindernis werden kann. Ich schätze mich keineswegs als "schlecht" ein, könnte aber dennoch vermuten, dass die "Bachelorendnote" an einer FH besser sein wird, als sie es an einer Uni werden wird ( auf Grund des Schwierigkeitsgrades ).
In welchem Verhältnis steht hier das Konstrukt: FH ( sehr gut ) <=> Uni ( durchschnittlich/ gut ) ?
Hättet ihr sonst noch irgendwelche Informationen, die meiner Entscheidung behilflich sind?

Vielen Dank!
MfG,

robert.n
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Re: Studium der Informatik an der TUD

Beitrag von robert.n »

Markus B. hat geschrieben:1. Muss man mit Fachhochschulreife spezielle Eignungsprüfungen oder ähnliches bestehen?
2. Ist ein Studium zum Sommersemester möglich und hat man durch dieses Nachteile?
3. Welchen Fokus legt die TU Darmstadt in der Informatik? Gibt es einen starken Fokus auf Hardware?
4. Welche Erfahrungen habt ihr bei TU Darmstadt gemacht? Seid ihr zufrieden oder wurdet ihr enttäuscht?
1. Muss jemand anderes beantworten.
2. Das geht jetzt schon seit einigen Semestern und soll auch ganz gut funktionieren.
3. Im Gegenteil, es gibt einen sehr starken Fokus auf die Theorie. Angeblich ist das an anderen Unis genauso (schlimm). Wobei ein "starker Fokus auf Hardware" für einen Informatik-Studiengang an einer Universität durchaus als peinlich bezeichnet werden könnte. ;-) Was meinst du denn damit?
4. Ich persönlich wünsche mir vor allen Dingen eine etwas längere Regelstudienzeit, bessere Betreuung, sowie eine insgesamt bessere Balance von Theorie und Praxis. An der Uni gibt's halt einfach zu viele Theoretiker.

Du kannst dir auch diesen Thread ansehen: viewtopic.php?f=277&t=23744
Aber Vorsicht, da war ich mal wieder besonders kritisch. Manchmal kommt's einem einfach hoch. :oops:

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Thomas
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Re: Studium der Informatik an der TUD

Beitrag von Thomas »

1.: Nein - und die Möglichkeit mit Fachhochschulreife zu studieren gibt es sogar in ganz Hessen :)
„Die Universität steht nunmehr vor der Aufgabe, die Lehre vor Qualitätseinbußen zu schützen, damit der dort vorhandene sehr gute Ruf gehalten wird.“
Rechenschaftsbericht des TU-Präsidiums 2009-2010 (Seite 20), angesichts von aktuell 23.000 Studenten und vor G8

fetzer
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Re: Studium der Informatik an der TUD

Beitrag von fetzer »

Markus B. hat geschrieben:1. Muss man mit Fachhochschulreife spezielle Eignungsprüfungen oder ähnliches bestehen?
2. Ist ein Studium zum Sommersemester möglich und hat man durch dieses Nachteile?
3. Welchen Fokus legt die TU Darmstadt in der Informatik? Gibt es einen starken Fokus auf Hardware?
4. Welche Erfahrungen habt ihr bei TU Darmstadt gemacht? Seid ihr zufrieden oder wurdet ihr enttäuscht?

Zudem stelle ich mir eine Frage, die wahrscheinlich schon desöfteren gestellt wurde. Würdet ihr mir "generell" eher zur Universität oder zur Fachhochschule raten?
1 und 2 wurden ja schon beantwortet.
zu 3. Hier existiert eher ein starker Fokus auf Sicherheit, graphischer Datenverarbeitung, Robotik oder Software-Entwicklung, aber eher weniger auf Hardware-Themen. Ein kleiner Überblick liefert dir da auch sicherlich die Übersicht über die Fachgebiete (https://www.informatik.tu-darmstadt.de/ ... chgebiete/). Wenn du etwas weiter suchst siehst du beispielsweise auch, dass das Fachgebiet "Integrierte Schaltungen und Systeme" dieses Semester nicht einmal Veranstaltungen anbietet, was gerade für Studis, die sich für Hardware und Hardwaredesign interessieren, eher ein Nachteil ist. Wenn du dich also für diese Themen interessierst würde ich dir eher zu einer anderen Hochschule/Universität raten.
4. Siehe http://d120.de/forum/viewtopic.php?f=277&t=23744.

Zu deiner letzten Frage: Das "Denken als Informatiker" lernst du auch an einer FH. Du hast auch an einer FH theoretische Inhalte. Und du kannst auch von einer FH an die Uni wechseln und später dort forschen. Es kommt dabei eher darauf an, wie du selber gerne arbeitest: Willst du lieber praktisch arbeiten (z.B. Betriebssystem programmieren) oder lieber theoretisch (z.B. Betriebssyste designen)? Letzteres ist eben deutlich theoretischer, ersteres eher praktisch, es muss aber nicht zwangsläufig "einfacher" deswegen sein!

Osterlaus
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Re: Studium der Informatik an der TUD

Beitrag von Osterlaus »

fetzer hat geschrieben:Wenn du etwas weiter suchst siehst du beispielsweise auch, dass das Fachgebiet "Integrierte Schaltungen und Systeme" dieses Semester nicht einmal Veranstaltungen anbietet, was gerade für Studis, die sich für Hardware und Hardwaredesign interessieren, eher ein Nachteil ist. Wenn du dich also für diese Themen interessierst würde ich dir eher zu einer anderen Hochschule/Universität raten.
Prof. Huss befindet sich in einem Forschungssemester. Zukünftige Ersties werden ihn wohl kaum noch kennenlernen, da er bald in den Ruhestand geht.

fetzer
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Re: Studium der Informatik an der TUD

Beitrag von fetzer »

Osterlaus hat geschrieben:
fetzer hat geschrieben:Wenn du etwas weiter suchst siehst du beispielsweise auch, dass das Fachgebiet "Integrierte Schaltungen und Systeme" dieses Semester nicht einmal Veranstaltungen anbietet, was gerade für Studis, die sich für Hardware und Hardwaredesign interessieren, eher ein Nachteil ist. Wenn du dich also für diese Themen interessierst würde ich dir eher zu einer anderen Hochschule/Universität raten.
Prof. Huss befindet sich in einem Forschungssemester. Zukünftige Ersties werden ihn wohl kaum noch kennenlernen, da er bald in den Ruhestand geht.
Dürfen WiMis nicht auch Veranstaltungen anbieten, oder bleibt das nur Professoren vorenthalten?

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Thomas
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Re: Studium der Informatik an der TUD

Beitrag von Thomas »

Ja, das ist nach § 3 (1) der Lehrverpflichtungsverordnung möglich, aber nur „soweit ihnen Lehraufgaben übertragen werden“. Wie das passieren muss, etwa auf eigenen Wunsch, auf Wunsch des „zugehörigen“ Professors etc., ist nicht definiert – also ist erstmal auch nicht klar, warum die WiMis von Prof. Huss anscheinend momentan keine Lehraufgaben haben.
„Die Universität steht nunmehr vor der Aufgabe, die Lehre vor Qualitätseinbußen zu schützen, damit der dort vorhandene sehr gute Ruf gehalten wird.“
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Re: Studium der Informatik an der TUD

Beitrag von ul63ebyz »

Ich bin derzeit im 5 Semester und mit dem Grundstudium im groben durch. Ich denke folgendes:

An einer Uni (bezogen auf die TUD) zu studieren bedeutet keine Berufsbezogene Ausbildung zu machen.
Wenn man sich die Informatik als Museum vorstellt: aufgeteilt in die 3 großen Themenbereiche(Stockwerke) Theoretische, Technische und Praktische Informatik in denen es jeweils einzelne Ausstellungen gibt.
So ist der Bachelor eine Führung durch diese 3 Themenbereiche, ohne sich (zu?) lange an einem der Ausstellungsstücke aufzuhalten.
Dann gibt es in der Mitte des Bachelors einen Einblick in die Bereiche an denen die TUD forscht (die Kanoniken).
Gegen Ende des Bachelors und im kompletten Master kann man sich dann die Stücke genauer anschauen die einen persönlich Interessieren, wobei darauf geachtet wird das man sich nicht nur einem einzigen Themenbereich zuwendet und zusätzlich muss man sich im Master auch noch einer anderen Wissenschaft zuwenden (über den Tellerrand schauen und so).

Wenn du deinen Master hast, hast du viel Wissen das Interessant ist (Geschmackssache) das du aber vielleicht nie gebrauchen wirst in deinem späteren Beruf, aber auch genügend das du gebrauchen kannst.
Dafür hast du einen guten Überblick über die Informatik als ganzes mit einzelnen Vertiefungen.
Wenn du an einer FH studierst (Achtung: Eigene Meinung ohne konkret an ner FH gewesen zu sein), wirst du dir weniger Bereiche anschauen, hauptsächlich die die in der Wirtschaft derzeit von Interesse sind, diese dann aber so lernen das du sie später im Beruf direkt einsetzen kannst.

Bsp: In TGdI lernst du wie eine CPU aufgebaut wird: Von ganz unten (wie Bits in der Hardware gespeichert werden) zu den einzelnen Komponenten wie die ALU (d.h. du siehst wie eine CPU rechnet (addiert, ...)) bis zur fertigen Verdrahtung der CPU.
Wenn du später im Beruf dann irgendwelche Wirtschaftsprogramme entwickelst (falls das was für dich wäre...), wird dir das Wissen was du damals in TGdI gelernt hast, wohl nichts bringen.

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MisterD123
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Re: Studium der Informatik an der TUD

Beitrag von MisterD123 »

den vergleich uni <-> FH solltest du nicht aufgrund von noten ziehen. Du lernst an beiden institutionen jeweils andere Inhalte.

An der Uni lernst du die Theorie hinten dran, da lernst du welche Konzepte in Programmiersprachen eingebaut sind und wie sie funktionieren. Da passierts schonmal, dass der prof auf die idee kommt dafür scheme oder Haskell zu benutzen. Der Vorteil an der Sache ist: Das so gelernte Theorie-Wissen ist zeitlos. Wenn du weißt, wie Polymorphie funktioniert dann weißt verstehst du das konzept in 10 programmiersprachen, du musst nur vielleicht die Syntax jedes mal neu lernen.

Die FH macht eine Berufsorientiertere Ausbildung. Da lernst du weniger Theorie, sondern mehr arbeitspraktische inhalte. Da schlägst du dich nicht mit definitionen von Syntax und Grammatik rum, sondern da kriegst du beigebracht, wie du Hibernate, J2EE und SAP benutzt (alles nur beispiele, die konkreten inhalte hängen natürlich immer von der jeweiligen hochschule ab). Du kriegst dabei zwar auch ein stück weit wind davon, was da an theorie dahinter steckt, und kannst ein stück natürlich erschließen "das geht so und so zusammen weil a und b und c", aber letztendilch kriegst du das Arbeiten in den Aktuellen Industriestandards beigebracht.

Mit ner FH-Ausbildung bist du, wenn du zum beispiel als normaler Softwareentwickler irgendwo anfängst, nem Uni-Master ein stück weit vorraus, einfach weil du die ganzen Tools schon alle kennst. Der Uni-Master dagegen hat den Vorteil wenns drum geht, Neuland zu erschließen, da liegt sein Fachgebiet. Einen deutlichen Unterschied kann man dann in der Entwicklung über Zeit feststellen: Während das was du in der FH lernst (beispiel "so funktioniert SAP") in 20 jahren vermutlich völlig hinfällig ist und der FH-ler dann neu lernen muss, bleiben die Grundweisheiten aus dem Uni-Studium (beispiel "so setzt sich die syntax einer programmiersprache zusammen") mehr oder weniger endlos gültig. Der Uni-Absolvent muss natürlich in 20 jahren genauso wie der FH-ler die neue Programmiersprache lernen, aber in der Regel fällt ihm das leichter weil er die Theorie die dahintersteckt besser kennt.

Die FH-Ausbildung ist damit eher eine Ausbildung, die auf den direkten Berufseinstieg ausgelegt ist, die Uni-Ausbildung eben eine Langfristiger ausgelegte Theorie-Ausbildung. Je nach dem wo du hin willst damit hast du mit dem einen oder anderen Vorteile, aber ein pauschales A ist besser als B gibts nicht.

tobiasp
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Re: Studium der Informatik an der TUD

Beitrag von tobiasp »

Man sollte auch nicht vergessen, dass Vorlesungen, Seminare, etc nicht die einzigen Mittel sind, mit denen man sich was beibringt. Gerade als Vorbereitung für das spätere Berufsleben, sind Werkstudentenjobs (und eingeschränkt Praktika) ziemlich nützlich und zeigen dir viel mehr als du aus Büchern oder Vorlesungen lernen kannst. Außerdem holst du einen Teil dessen auf, was dir FHler evt im Anwendungsbezug vorraus sind (diesen Mythos, dass FHler in der Praxis erstmal besser sind als Uni-Absolventen, glaube ich eh nicht ^^)

fetzer
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Re: Studium der Informatik an der TUD

Beitrag von fetzer »

MisterD123 hat geschrieben:Während das was du in der FH lernst (beispiel "so funktioniert SAP") in 20 jahren vermutlich völlig hinfällig ist und der FH-ler dann neu lernen muss, bleiben die Grundweisheiten aus dem Uni-Studium (beispiel "so setzt sich die syntax einer programmiersprache zusammen") mehr oder weniger endlos gültig. Der Uni-Absolvent muss natürlich in 20 jahren genauso wie der FH-ler die neue Programmiersprache lernen, aber in der Regel fällt ihm das leichter weil er die Theorie die dahintersteckt besser kennt.
In Anbetracht der Tatsache, dass Informatik lebenslanges Lernen bedeutet ist eine Unterscheidung nach einigen Jahren Berufserfahrung eigentlich nicht mehr möglich. Genauso wenig interessiert nach deinem Bachelorabschluss jemanden, ob du Abitur oder FH-Reife hast. Wenn du also mit deinem Abschluss deinen Traumjob findest und darin gut bist interessiert sich niemand, ob du an einer FH oder der Uni warst. Im Umkehrschluss kannst du mit sowohl mit einem FH, als auch mit einem Uni-Abschluss deinen Traumjob finden. Letztendlich spielt also die Frage, ob Hochschule oder Uni nur eine untergeordnete Rolle und zwar, wie du selbst besser lernen kannst (praktisch vs. theoretisch, IDE vs. Papier, Sprache vs. Meta-Sprache, ...). Die Frage kann dir aber am Ende keiner abnehmen, das musst du entweder selbst ausprobieren. Mein Tip: Setz dich einfach mal in eine Vorlesung zu Themen, die dich interessieren. Oder schau dir die Übungen dazu an. IdR sind Vorlesungsunterlagen öffentlich und wenn nicht, dann gibt es zumindest hier das Forum, in dem man danach fragen kann oder man wendet sich direkt an die Professoren.

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