Fragen zum Studium an der TU Darmstadt

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Laprice
Gast

Fragen zum Studium an der TU Darmstadt

Beitrag von Laprice »

Guten Tag,
ich besuche derzeit ein technisches Berufskolleg mit Fachrichtung der Informations & Telekommunikationstechnik. Als Zielabschluss erwartet mich die Fachhochschulreife, die mir das Studium an einer Fachhochschule deutschlandweit ermöglicht. Nun habe ich, vor kurzer Zeit, erfahren, dass an der TU Darmstadt die Fachhochschulreife ausreichend für die Aufnahme eines Studiums der Informatik ist. Mein vorheriges Ziel bestand darin, an einer Fachhochschule Informatik zu studieren. Nun stehe ich aber in der Entscheidung zwischen Fachhochschule und TU Darmstadt. Aus diesem Grund würde ich mich freuen, wenn ihr mir einige Fragen beantworten könntet.

Im Bezug zur formalen Voraussetzung würde mich interessieren, wie es mit Nebenfächern aussieht. Hat man, neben der Informatik, noch ein Nebenfach oder bedient sich das Studium des alleinigen Bereiches der Informatik? Muss eine Aufnahmeprüfung absolviert werden oder kommt man, da zulassungsfrei, höchstwahrscheinlich ohne "Weiteres" hinein?

Mehr Sorgen machen mir in diesem Fall aber der Schwierigkeitsgrad. Anders als an einer Fachhochschule soll die Universität den Fokus bekanntlich auf die theoretisch-mathematische Basis legen. Und genau hier liegen meine Zweifel, ob ein Studium an der TU Darmstadt für mich richtig ist.

Mir wurde gesagt, dass gerade die theoretische Basis das "Informatiker-Denken" ausmacht und man sich aufgrund der veränderten "Denkweise" besser und einfacher in neue Themen einarbeiten kann. Diese Theorie soll sich aber in sehr großem Maße der Mathematik bedienen. Ich selbst beschreibe mich als Neutral gegenüber der Mathematik. Ich bin nicht schlecht, glänze aber auch nicht mit "Einsen". Und genau hier stellt sich die Frage der "Voraussetzung". Vorallem das logisch-abstrakte Denken ist natürlich ziemlich gefordert. Ich weiß aber nicht, ob ich dieses in der Menge besitze, die benötigt wird. Im Bezug zu diesem Thema findet man die unterschiedlichsten Meinungen. Die eine Seite vertritt die Meinung, dass logisches & abstraktes Denken alles eine Frage der Übung ist und sich dementsprechend auch trainieren lässt, die andere Seite entspricht genau dem Gegenteil. "Alles logische ist angeboren! Du kannst Mathematik entweder oder du kannst sie nicht!". Diese Aussage ist bezogen auf die "Mathematik" und nicht das Rechnen und Auswendiglernen von Formeln, wie es zumeist in der Schule betrieben wird.

Ich weiß, dass die Aussage:"du kannst Mathe oder du kannst es nicht" gar nicht so falsch ist, denn es kann natürlich niemals beides zu treffen. ;-)
Aus diesem Grund formuliere ich es mal als ein:"Entweder kannst du von Geburt an logisch/abstrakt gut denken oder du wirst es nie gut können!". Nehmen wir auch hier einfach mal die Feinheiten aus dem Rahmen, sonst wird es ziemlich schwierig, einen medizinisch korrekten Satz abzuliefern. *g*

Nungut, wie ich bereits oben schrieb, ist genau dieser Punkt "der" Punkt, der mir am meisten Sorgen macht. Nun gibt es natürlich die Frage nach dem "Warum?". Wieso hätte ich potenzielles Interesse an einer solchen Theorie? Dies liegt daran, da ich mir von dem mehr erhoffe. Ich empfinde es, zumindest nach meiner bisherigen Erfahrung, ähnlich wie in der Programmierung. Lernst du "Programmieren", kennst du, üblicherweise, die grundlegenden Konstrukte wie If-Anweisungen, Schleifen und Ähnliches. Wichtiger als 'die' Programmiersprache ist in diesem Fall ja auch das Lernen der "Programmierung". Natürlich gibt es immer diverse Ausnahmen, aber vom Prinzip entspricht es dieser "allgemeinen" Form. Statt etwas zu lernen, dass nach einiger Zeit wieder "out" ist, wäre es doch sinnvoller, eine Methode zu finden, mit der man sich später auch leichter in neue Dinge einarbeiten kann.

Hiermit möchte ich also sagen, dass mein Interesse auf jeden Fall vorhanden ist. Mein Vertrauen auf den Erfolg eines Studiums an einer Universität ist wiederum eher gering. Ich würde mich freuen, eure Meinung und Erfahrung zu hören.

Vielen Dank!

MfG

robert.n
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Beiträge: 673
Registriert: 29. Sep 2008 19:17

Re: Fragen zum Studium an der TU Darmstadt

Beitrag von robert.n »

Ich arbeite momentan an meiner Bachelor Thesis. Anfang nächsten Semesters werde ich damit meinen Bachelor fertig haben.

Hier meine Meinung zum Uni-Informatik-Abschluss:
Im Rückblick schätze ich den größten Teil des Studiums als Zeitverschwendung ein. Abgesehen vllt. davon, dass man in der IT-Branche mit einem Bachelor-Abschluss von der Uni (noch dazu mit Notendurchschnitt 1.3) besser da steht als ohne... viel gebracht hat's eigentlich nicht.

Was an diesen formalen Grundlagen so besonders sein soll und welches besondere logisch-abstrakte Denken uns vermittelt worden sein soll - das kann ich wirklich nicht sehen, sorry. (Obwohl sich viele Informatiker gerade darauf besonders viel einbilden. Die niederen Inder/Chinesen erledigen in deren Vorstellung dann später die niederen Programmierarbeiten. Dabei können sich viele von denen (also die Inf., nicht die Inder/Chinesen) in Sachen Programmierung nicht mal den Arsch ordentlich abwischen.)

In meinen Augen ist die Informatik einfach noch lange nicht reif. Gerade an den Unis wird außerdem die Praxis komplett außen vor gelassen. Noch schlimmer: Es ist geradezu verpönt, sich mit praktischen Themen auseinanderzusetzen. Jetzt werden einige bestimmt sagen, ich hätte doch an einer FH studieren sollen! Dazu sage ich nur: Nennt mir eine anspruchsvolle FH und ich werde meinen Master dort machen!

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Nicht allzu ernst nehmen, bin momentan ein bisschen depri und sehe deswegen auch nicht alles klar. :!:
Zuletzt geändert von robert.n am 12. Aug 2011 21:47, insgesamt 2-mal geändert.

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oren78
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Re: Fragen zum Studium an der TU Darmstadt

Beitrag von oren78 »

robert.n hat geschrieben: Hier meine Meinung zum Uni-Informatik-Abschluss:

Im Rückblick schätze ich den größten Teil des Studiums als Zeitverschwendung ein. Abgesehen vllt. davon, dass man in der IT-Branche mit einem Bachelor-Abschluss von der Uni (noch dazu mit Notendurchschnitt 1.3) besser da steht als ohne... viel gebracht hat's eigentlich nicht.

Was an diesen formalen Grundlagen so besonders sein soll und welches besondere logisch-abstrakte Denken uns vermittelt worden sein soll - das kann ich wirklich nicht sehen, sorry. (Obwohl sich viele Informatiker gerade darauf besonders viel einbilden. Die niederen Inder/Chinesen erledigen in deren Vorstellung dann später die niederen Programmierarbeiten. Dabei können sich viele von denen (also die Inf., nicht die Inder/Chinesen) in Sachen Programmierung nicht mal den Arsch ordentlich abwischen.)

In meinen Augen ist die Informatik einfach noch lange nicht reif. Gerade an den Unis wird außerdem die Praxis komplett außen vor gelassen. Noch schlimmer: Es ist geradezu verpönt, sich mit praktischen Themen auseinanderzusetzen. Jetzt werden einige bestimmt sagen, ich hätte doch an einer FH studieren sollen! Dazu sage ich nur: Nennt mir eine anspruchsvolle FH und ich werde meinen Master dort machen!
Wieso gibts hier kein LIKE button ??? 8)
"Unter allen menschlichen Entdeckungen sollte die Entdeckung der Fehler die wichtigste sein.", Stanisław Jerzy Lec

Laprice
Gast

Re: Fragen zum Studium an der TU Darmstadt

Beitrag von Laprice »

Guten Morgen,
ich bedanke mich erst einmal für die Antwort!
Welche nächsten Schritte würdest du mir denn raten, wenn du noch einmal die "Wahl" hättest, Robert?
Aus deinem Post kann ich nämlich entnehmen, dass die Uni anscheind "nichts" gebracht hat und die FH aufgrund des niedrigen Schwierigkeitsgrad ebenfalls nicht gut wäre.

Gruß

banshee
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Beiträge: 684
Registriert: 22. Okt 2006 18:46

Re: Fragen zum Studium an der TU Darmstadt

Beitrag von banshee »

Es geht im Studium auch nicht unbedingt darum, perfekt auf seinen späteren Arbeitplatz vorbereitet zu werden. Das ist angesichts der breiten Spanne von Möglichkeiten gar nicht möglich und nicht umsonst heißt es (wie in den meisten anderen Studiengängen auch): Im ersten Berufsjahr lernt man mehr, als bei allem, was man vorher gemacht hat. Vielmehr geht es darum, einen Prozess des eigenständigen Arbeitens und Problemlösens zu entwickeln und einen Einblick über den aktuellen Forschungsstand zu erlangen (der auch von Nutzen sein kann, wenn man da später arbeiten will). Und komplett umsonst ist auch nicht alles. Insbesondere die Veranstaltungen aus dem Software-Engineering-Gebiet stelle ich mir größtenteils als sehr alltagstauglich vor.

Mirlix_
Endlosschleifenbastler
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Beiträge: 188
Registriert: 3. Mär 2006 14:57

Re: Fragen zum Studium an der TU Darmstadt

Beitrag von Mirlix_ »

Ob man nun an einer Uni oder einer FH besser aufgehoben ist muss denke ich jeder für sich entscheiden. Hier an der TU gibt es auf jeden Fall einiges an Mathe, aber ich bin der Meinung wenn man sich hinsetzt und sich wirklich einarbeitet und gut lernt kann man es auf jeden Fall schaffen, egal wie unbegabt man sich für Mathe hält, dies gilt auch für jede andere Klausur im Studiengang die mir bis jetzt begegnet ist.

Das das Studium eine große Zeitverschwendung ist finde ich nicht, in meinen Nebenjob und meinen Hobbies hab ich bis jetzt immer irgendwann etwas aus meinem Studium gebraucht, es gab bis jetzt keine Vorlesung die ich nicht irgendwann mal zu einen kleinen Teil gebrauchen konnte, natürlich nicht den ganzen Stoff aber ein Teil immer, daher sehe ich gerade die Breite die man hier gelehrt bekommt als großen Pluspunkt der TU an.

Von einem Freund an der HDA weiss ich aber auch das man an der FH eine gute Breite bekommt, ich würde empfehlen am besten mal sich ein Tag die TU und ein Tag eine FH anzuschauen und sich dann mit mehr Informationen zu entscheiden.
"If you want more effective programmers, you will discover that they should not waste their time debugging, they should not introduce the bugs to start with." Edsger W. Dijkstra

Laprice
Gast

Re: Fragen zum Studium an der TU Darmstadt

Beitrag von Laprice »

Guten Tag,
es scheint wohl größere Unterschiede in der Meinung zu geben, als ich gedacht habe. *g*
Dass die Frage: "TU oder FH" von mir entschieden werden muss, ist mir natürlich klar. Leider habe ich noch ein zu unklares Bild, um diese Entscheidung fällen zu können. Hier hilft natürlich auch kein einmaliger Vorlesungsbesuch oder ähnliche Probeveranstaltungen, denn es geht um den langzeitigen Unterschied. Dies kann man natürlich nicht anhand einer einzigen Vorlesung erkennen. Schwierig erscheint mir, wie bereits gesagt, das Theoretische an der Universität. Hier habe ich natürlich Angst, die falsche Wahl zu treffen und das Studium nicht schaffen zu können. Andernseits spricht ein Unistudium für sich, da wie ich nun schon mehrfach hörte, die "Denkweise" im Bezug vorallem auf die Problemlösung "geändert" wird. Aber auch hier habe ich nun unterschiedliche Meinungen gehört, wie z.B. auch die von Robert.

Wie schwierig schätzt ihr das Studium der Informatik an der TU Darmstadt ein? Hattet ihr in der Mathematik schon immer sehr gute Noten, wenn man die Frage im Bezug auf die Schule richtet? Wie sieht es zudem mit der Möglichkeit aus, eine Vorlesung überhaupt zu verstehen? Ich habe gehört, die Vorlesungsräume sollen so voll sein, dass man gelegentlich keinen Platz bekommt oder gar nichts hören kann, geschweige etwas auf der Folie/Tafel lesen kann. Hier stellt sich mir die Frage, wie man dann gescheit der Vorlesung folgen kann.

MfG,

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