mit Fachabitur an die UNI

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levitin
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mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von levitin »

Hallo alle zusammen,
ich frage aus reiner Interesse, warum man eigentlich an der TU Darmstadt mit dem Fachabitur studieren darf und fast an allen anderen UNIs nicht?
Meiner Meinung nach, es ist im Prinzip echt egal, ob man Fachabitur oder normales Abitur hat - persönlich ich würde sogar Fachabitur bevorzugen -
aber eigentlich die beiden haben kein Wissen hinter sich. Außerdem , meiner Meinung nach, Ziel einer deutschen Schule ist im allgemeinen möglichst viele Schüler zu verdummen :)) Was denkt ihr darüber?

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Thomas
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von Thomas »

Die Bezeichnung Fachabitur ist erstmal nicht eindeutig, von daher weiß ich nicht genau, was du meinst.

In Hessen kann man nach § 63 HHG Absatz 2 mit Fachhochschulreife in einem gestuften Studiengang an einer Universität studieren - Bachelor mit konsekutivem (=daran fachlich anschließenden) Master zählt dazu. Wenn man „nur“ die fachgebundene Hochschulreife hat, kann man nur mit Bachelor an hessischen Universitäten anfangen, deren Studiengänge zu dem Fach an der Schule gehören, in dem man sich „spezialisiert“ hat.

Die hessischen Universitäten können diese Regelung allerdings überschreiben, wie Anfang des Jahres die Uni Frankfurt, die nur noch Leute mit Abitur nimmt.
„Die Universität steht nunmehr vor der Aufgabe, die Lehre vor Qualitätseinbußen zu schützen, damit der dort vorhandene sehr gute Ruf gehalten wird.“
Rechenschaftsbericht des TU-Präsidiums 2009-2010 (Seite 20), angesichts von aktuell 23.000 Studenten und vor G8

levitin
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von levitin »

die Gesetze und Regel kennen wir alle schon.. die Frage war eigentlich zur Politik des Studiums an der TU Darmstadt. Es macht dabei keinen Sinn zwischen Fachhochschulreife und fachgebundenen Hochschulreife zu unterschieden, denn in diesem Fall diese Differenz nicht bedeutend ist. Aus meiner Sicht sind die Untershciede im allgemeinen nur gering.

d_s
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von d_s »

levitin hat geschrieben:Es macht dabei keinen Sinn zwischen Fachhochschulreife und fachgebundenen Hochschulreife zu unterschieden, denn in diesem Fall diese Differenz nicht bedeutend ist. Aus meiner Sicht sind die Untershciede im allgemeinen nur gering.
Dem kann ich auf keinen Fall zustimmen: Nach meiner Erfahrung ist das Niveau an Fachoberschulen deutlich geringer als an allgemeinbildenden Gymnasien. Insbesondere in Mathe und Englisch konnte ich das beobachten: Einige meiner Freunde sind nach der 10. oder 11. Klasse auf Fachoberschulen und berufliche Gymnasien gewechselt und hatten plötzlich durch die Bank weg sehr viel bessere Noten.

Ein paar Beispiele (AG = allgemeinbildendes Gymnasium, BG = berufliches..., FOS = Fachoberschule):
Englisch: 4 Punkte (AG) -> 12 Punkte (FOS)
Mathe: 8 Punkte (AG) -> 13 Punkte (BG)
...

Das sind (jedenfalls in meinem Bekanntenkreis) keine Ausreißer, sondern das ist der Normalfall. Man könnte natürlich argumentieren, dass das Gymnasium, auf dem ich war, einen besonders hohen Anspruch hatte; ich denke aber, dass Ähnliches auch für den Unterschied zwischen anderen Gymnasien auf der einen und FOS und BG auf der anderen Seite gilt.

levitin
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von levitin »

darf ich mal fragen, wie lange studierst du an der TU und ob du den Stoff aus Mathe-1 verstanden hast?
Wenn das der Fall wäre, würdest du wissen, dass die Leute aus Gymnasien müssen genau so viel Zeit dafür investieren wie die Leute aus bsp. FOS und ob sie diese bestehen hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, aber gar nicht vom Schulabschluss oder Schulnoten..
d_s hat geschrieben:... sehr viel bessere Noten...
die Schulnoten kommen aus unterschiedlichen Gründen zustande - das wissen wir alle - außerdem hängen sie auf 70% vom Lehrer ab und davon, wie er seine Stunden organisiert bzw. welche Klausuren er sich erdenkt.
d_s hat geschrieben:ist das Niveau an Fachoberschulen deutlich geringer als an allgemeinbildenden Gymnasien
kann ich zustimmen: die Leute aus FOS denken, ein Integral sei so ein kommisches Zeichen, das mit einer Schnecke ähnlich aussieht, und die Leute aus Gymnasium mit 13 Punkten in Mahte wissen, dass damit die Fläche unterhalb einer Parabel nach einem Algorithmus mit bestimmten vorgegebenen Werten berechnen lässt. Das ist doch ja schon was, oder ;-)

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mba
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von mba »

levitin hat geschrieben:die Gesetze und Regel kennen wir alle schon.. die Frage war eigentlich zur Politik des Studiums an der TU Darmstadt. Es macht dabei keinen Sinn zwischen Fachhochschulreife und fachgebundenen Hochschulreife zu unterschieden, denn in diesem Fall diese Differenz nicht bedeutend ist. Aus meiner Sicht sind die Untershciede im allgemeinen nur gering.
Fachabi == Abi für das Informatik Studium?

Ich habe allgemein die Erfahrung gemacht, dass Leute mit einem guten Abi, einen einfacheren einstiegt haben hier an der TUD Informatik zu studieren. Mathe Abi ist nicht zu vergleichen mit dem Fachabi Mathe. Im Fachabi ist der Mathematikunterricht einfach nur schlecht. Die Themen die behandelt werden, werden sehr oberflächlich durchgenommen und dann noch im Schneckentempo. Viele desinteressierte Schüler bremsen den Unterricht ab.
Man redet oft davon, dass man im Fachabi dafür mehr Themen aus dem Informatikbereich aufgreift. Diesem kann ich auch nicht ganz zustimmen. Denn dort schaut es nicht anders aus als wie in Mathe.

Dies soll natürlich nicht heißen, dass man mit einem Fachabi keine Chance hat an der TUD das Informatikstudium zu überstehen. Wenn man ein sehr gutes /gutes Fachabi hat und außerschulisch sich viel mit Informatik beschäftig hat, übersteht man auch die Studienzeit und mit viel Fleiß kann man sogar einen guten Abschluss erzielen.

Man muss lediglich bedenken, dass der Aufwand (Lernen) für das Fachabi, für die TUD mit Faktor 15 (je nach Begabung, mehr oder weniger) multiplizieren sollte. Kommt natürlich auch darauf an mit welchem Motto man rangeht, Stichpunkt "Vier Gewinnt".
Ziel einer deutschen Schule ist im allgemeinen möglichst viele Schüler zu verdummen
Meinst du das ernst?
»Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen«
Wenn doch, wär er jetzt tot.
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levitin
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von levitin »

mba hat geschrieben: ... Man muss lediglich bedenken, dass der Aufwand (Lernen) für das Fachabi, für die TUD mit Faktor 15 (je nach Begabung, mehr oder weniger) multiplizieren sollte...

...Leute mit einem guten Abi, einen einfacheren einstiegt haben...
stimmt nicht.. Weder Leute aus allergeilsten Gymnasien Deutschlands, noch aus FOS haben Plan von Mathematik im allgemeinen.. Die ersten verstehen veilleicht bischen mehr in Mathevorkurs - mehr nicht.
mba hat geschrieben:Kommt natürlich auch darauf an mit welchem Motto man rangeht
das stimmt natürlich )) Ich glaube sogar, dass das genau das wichtigste Kriterium ist, sondern nicht die Schulnoten oder Abschlussform (die eigentlich alle gleich doof sind und unterscheiden sich nur in einem Jahr).
mba hat geschrieben:...und außerschulisch sich viel mit Informatik beschäftig hat
Das ist genau der Punkt, und Papierchen mit dem Schulstempel, dass man bekommen hat, dient nur als Schlüssel zur weiteren Bildung ;)) Warum werden mit diesem Schlüssel nicht alle Türen aufgemacht, sondern nur einige, war genau das Thema, das ich erstellt habe.

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bruse
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von bruse »

levitin hat geschrieben:
mba hat geschrieben: ... Man muss lediglich bedenken, dass der Aufwand (Lernen) für das Fachabi, für die TUD mit Faktor 15 (je nach Begabung, mehr oder weniger) multiplizieren sollte...

...Leute mit einem guten Abi, einen einfacheren einstiegt haben...
stimmt nicht.. Weder Leute aus allergeilsten Gymnasien Deutschlands, noch aus FOS haben Plan von Mathematik im allgemeinen.. Die ersten verstehen veilleicht bischen mehr in Mathevorkurs - mehr nicht.
Das ist sehr wohl wahr. Ich denke, ich hatte durch mein Gymnasium einen ziemlichen Vorteil, als ich mit dem Studium angefangen habe, vor allem im Einstieg (ich studiere Mathematik). Einen Haufen Konzepte, die in LA1 für viele neu waren (z.B. Gruppe, Körper, axiomatische Definition eines Vektorraums) habe ich schon aus der Schule gekannt. Du kannst mir dann ja mal bei einem Bierchen versuchen zu erklären, wie das kein Vorteil sein kann.
Insgesamt haben Leute aus meinem Gymnasium offenbar relativ gute Karten, während ich ehrlich gesagt vom "Fachabitur" nicht so viel halte. Das hängt wohl aber auch mit dem Nord-Süd-Gefälle bei Mathematik usw. zusammen.
levitin hat geschrieben: Das ist genau der Punkt, und Papierchen mit dem Schulstempel, dass man bekommen hat, dient nur als Schlüssel zur weiteren Bildung ;)) Warum werden mit diesem Schlüssel nicht alle Türen aufgemacht, sondern nur einige, war genau das Thema, das ich erstellt habe.
Mit der Begründung kann man dann ja jeden studieren lassen, auch die Leute mit oder sogar ohne Hauptschulabschluss. Es ist nun mal so, dass die gymnasiale Oberstufe auf ein Studium vorbereitet, inklusive einer breiten Basis an Allgemeinwissen (zwei Fremdsprache, Naturwissenschaften, Philo usw). Jemandem mit fachgebundener Hochschulreife (so heisst das glaube ich richtig) wird dagegen bescheinigt, dass er in einem Bereich genug Kenntnisse hat, um ein Unistudium zu überstehen. Eine so breite Wissensbasis und ein Vorrat an Methodiken ist aber nicht da. Der Ehrlichkeit halber muss man sagen, dass aber bei weitem nicht jeder mit Abitur auch studierfähig ist, und es natürlich umgekehrt auch Leute ohne Abi gibt, die es vielleicht schaffen könnten. Die Tendenz sollte aber klar sein.

Übrigens gibt es noch einen anderen Grund: Jemand, der es bis zum Abitur durchgehalten hat, hat bis zum Alter von 19 Jahren kein Geld verdient, außer durch Nebenjobs. Wenn ich es richtig verstehe, macht man beim "Fachabi" erst eine Ausbildung und erhält dort natürlich auch Geld, hat aber weniger Schulzeit. Wenn solche Leute jetzt auch alles, was sie wollen, studieren könnten, wäre der Abiturient finanziell ja total benachteiligt, hat aber keine Vorteile, denn die lukrativen Akademikergehälter stünden ja dem Nichtabiturienten auch offen. Man muss ja auch mal vor Augen halten, dass ein Studium zunächst einmal, Studiengebühren hin oder her, einen enormen Vorschuss an Lebenszeit und Finanzen (der Eltern) benötigt, im Vergleich zu einer Ausbildung oder Lehre. Wenn es dann hinterher nicht einen gewissen Vorteil gäbe, würde ja kaum jemand noch studieren, oder zumindest würden alle zuerst einen Ausbildung machen, um dann doch nicht in diesem Beruf zu arbeiten.
Un hombre de frente a una ventana
Súper lúcida la mirada
Recorre el paisaje y no,
no es su interior, es luna.

lalala
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von lalala »

Hallo,

bruse, dann hast du es wohl falsch verstanden. Während einer Ausbildung ist es nicht möglich, an einer Fach- oder Berufsoberschule die (Fach-)hochschulreife nachzuholen. In Bayern ist es z. b. so, dass man nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung (also in der Regel 3 Jahre) an einer Berufsschule die Fachhochschulreife in zwei, oder die Hochschulreife in drei Jahren nachholen kann. Beide Schulformen finden aber in Vollzeit statt. Währen also ein Gymnasiast nach der zehnten Jahrgangsstufe in (neuerdings) zwei Jahren die Hochschulreife erlangt, braucht jemand der diesen zweiten Bildungsweg geht nach der 10. Klasse (Realschule) insg. sechs (fünf) Jahre zur Erlangung der (Fach-)Hochschulreife - drei Jahre Ausbildung + drei (zwei) Jahre BOS. In manchen Bundesländern (BW, Bayern, Hessen) ist es auch möglich, ohne eine Berufsausbildung an einer Fachhochschule in zwei (drei) Jahren die (Fach-)Hochschulreife zu erlangen. In manchen Bundesländern (Rheinland-Pfalz) wird eine berufsausbildung für den zweiten Bildungsweg generell vorausgesetzt.

Die einzige Ungerechtigkeit die ich darin sehe ist das jemand, der z. B. seine Fachhochschulreife in der Fachrichtung Wirtschaft erlangt hat, auch ein technisches Fach an einer hessischen Universität studieren kann, obwohl er im Gegensatz zu Schülern der Fachrichtung Technik/IT nur 4 anstatt 7 Wochenstunden Mathematik und nur 2 anstatt 5 Wochenstunden Physik hatte.

Der Begriff fachgebundene Hochschulreife ist meines Erachtens übrigens ziemlich falsch, da es sich dabei nämlich nur um die allgemeine Hochschulreife ohne zweite Fremdsprache handelt. Also macht es schon sinn zwischen fachgebundener und Fachhochschulreife zu unterscheiden, denn der Unterschied zwischen fachgebundener und allgemeiner Hochschulreife ist nicht existent.

Das Niveau der Fachhochschulreife Fachrichtung Technik kann ich natürlich nur subjektiv beurteilen, außerdem unterscheidet es sich auch von Bundesland zu Bundesland erheblich. I. d. R. wird hier davon gesprochen, das es irgendwo zwischen dem Niveau des Grund- und Leistungskurses an einem Gymnasium liegt. Allerdings hat man (in Bayern) für die Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg auch ein Jahr mehr Zeit (bis zur 13. Klasse), wohingegen das Gymnasium nach der 12. Klasse schon endet (das Argument mit der Zeiteinsparung zieht also nicht mehr).

Außerdem halte ich die Freunde von d_s stellvertretend für die Beurteilung des Niveaus an unterschiedlichen Schulen für ziemlich fragwürdig, da dies leider viel subjektiver ist als es sein sollte. Als Gymnasiast wird man ab der fünften Klasse darauf getrimmt den Lehrstoff schnell auswendig zu lernen, wohingegen die Schüler des zweiten Bildungsweges damit mehr Probleme haben. Außerdem ist es kein Argument, das jemand der im Gymnasium ein bestimmtes Thema schon erlernt hat, plötzlich auf der Fachoberschule beim erneuten Erlernen auf einmal besser abschneidet. Der Zeitpunkt, in welcher Jahrgangsstufe bestimmte Dinge auf dem Lehrplan stehen, variiert nämlich bei Gymnasium/FOS/Realschule. Und ich halte es eigentlich für weniger verwundernswert wenn Schüler, der zuvor auf dem Gymnasium war, im 1. Jahr an der FOS besser abschneidet als Schüler, der zuvor auf der Realschule war, besonders wenn er, wie erwähnt, bestimmte Themen schon erlernt hat. Wäre das nicht der Fall, würde ich mir ernste Sorgen um die Qualität des Gymnasiums machen. Da die Realschule zunehmend zur neuen Hauptschule wird (in manchen Bundesländern will man die Hauptschule schon abschaffen), werden diese Differenzen immer größer, und Schüler des zweiten Bildungsweges werden es immer schwerer haben.

fetzer
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von fetzer »

Einige meiner Freunde sind nach der 10. oder 11. Klasse auf Fachoberschulen und berufliche Gymnasien gewechselt und hatten plötzlich durch die Bank weg sehr viel bessere Noten.
Ich habe von einem recht guten allgemeinbildenden Gymnasium auf ein berufliches Gymnasium gewechselt und kann dir nur zustimmen. Allerdings mit der Einschränkung, dass dies nicht nur durch veränderten Stoff resultiert, sondern auch durch die teilweise aufeinander abgestimmten Fächer. Z.b. hatte ich damals Elektro- und Metaltechnik als Hauptfach. Der Stoff aus Mathe wurde hier praktisch angewendet und z.b. das Thema Komplexe Zahlen, was an einem normalen Gymnasium (zumindest in BW) nicht unterrichtet wird, wurde auch behandelt, da es elektrotechnische Berechnungen vereinfacht. Ein Vergleich Mathe allg. Gym. <> Mathe beruf. Gym. kannst du somit nicht wirklich ziehen, da Mathematik am allg. Gymn. theoretisch und in kleineren Beispielen angewandt wird, allerdings findet keine Vertiefung auf interessensbezogene Gebiete statt. So wird an allg. Gymnasien mehr gelehrt, dafür an berufl. Gymn. intensiver. Das war meine Erfahrung.
Das aber nur zum Thema berufl. Gymnasium <> allgm. Gymnasium. Letzendlich führen beide - aus guten Grund - zum gleichen Abschluss.
Die einzige Ungerechtigkeit die ich darin sehe ist das jemand, der z. B. seine Fachhochschulreife in der Fachrichtung Wirtschaft erlangt hat, auch ein technisches Fach an einer hessischen Universität studieren kann, obwohl er im Gegensatz zu Schülern der Fachrichtung Technik/IT nur 4 anstatt 7 Wochenstunden Mathematik und nur 2 anstatt 5 Wochenstunden Physik hatte.
Die Frage ist, inwiefern es Sinn macht, ein technisches Studium zu beginnen, wenn man vorher auf Wirtschaft getrimmt wurde. Ich bin der Meinung, dass ein 10. Klässler sich sehr wohl vorstellen kann, was er später einmal machen möchte und dementsprechen seinen Schulweg planen sollte. D.h. allg. Gymnasium für diejenigen, die nicht wissen, was sie einmal machen möchten. Fachhochschulreife für die, die sich eventl. von einem Gymnasium überfordert fühlen. Berufliche Gymnasien für die, die wissen, was sie machen möchten. Wer auf ein wirtschaftsorientiertes Gymnasium wechselt, obwohl er sich nicht mit Wirtschaft auseinandersetzen will nimmt einem anderen nur den Platz weg - meine Meinung.

Warum gibt die TUD/das Land Hessen Leuten mit FHR o.ä. dennoch die Chance? Weil es immer Ausnahmen gibt und geben wird. Weil es Realschüler gibt, die keinen Platz an einem (allg./beruflichen) Gymnasium finden und dennoch gerne studieren wollen. Wer sich klar wird, dass es viel büffeln und viel Schweiss ins Studium stecken muss, der kann es auch schaffen.

Wikipedia zeigt hier btw. eine sehr übersichtliche Grafik zu den Wegen, die man gehen kann: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Deuts ... m-quer.svg

lalala
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von lalala »

fetzer hat geschrieben:
Fachhochschulreife für die, die sich eventl. von einem Gymnasium überfordert fühlen.
Ich glaube kaum, dass ein 4. Klässler weiß, ob er sich in 6-8 Jahren von einem Gymnasium überfordert fühlt. In Bayern gibt es keine beruflichen Gymnasien, nach der vierten Klasse ist der Weg über das Gymnasium abgelaufen. Ob man hier den Weg des Gymnasiums geht, hängt allein von den Eltern und deren Status ab. Die Leistungen in der vierten Klasse sind weder ausschlaggebend noch ein Wegweiser. Aber das ist eine alte Diskussion: Die Leute, denen dieser Weg geebnet worden ist (auch wenn sie eigentlich garnicht dafür geeignet sind, gibt es ja Unmengen an kostenverursachenden Nachhilfestunden) fürchten um ihren elitären Status der ihnen von ihren Eltern weitervererbt worden ist. Die elternabhängige Selektion funktioniert tadellos, und viele bilden sich darauf eben was ein. Ich kann hier nur von Bayern reden, da ich unmöglich alle Möglichkeiten in allen Bundesländern kennen kann/will. Bayern hat z. B. mit 22% die niedrigste Abiturientenquote in Deutschland.

Natürlich ist es immer leicht andere Bildungswege abzuwerten, wenn man selbst das Glück (!) hatte den Idealweg beschritten zu haben. Aber du hast schon recht wenn du sagst, allgemeine Hochschulreife sei für die Leute, die nicht wissen, was sie machen wollen. Es ist auch so, das viele Gymnasiasten das tatsächlich auch kurz vor dem Abschluss/im Zivildienst noch nicht wissen, wohingegen sich das bei den Pfadfindern des zweiten Bildungsweges sich schon sehr früh herauskristallisiert - natürlich, die werden damit auch ab der 9. Klasse konfrontiert.

Auch wenn es keine elternabhängige Selektion im Bildungssystem gäbe, wir alle im Paradies leben würden, warum sollte man den aufwendigeren Weg wählen, wenn beide zum selben Ziel führen? Ist das nicht auch in der Informatik so: Die simplere Weg ist meist der elegantere/bessere?

fetzer
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von fetzer »

In Bayern gibt es keine beruflichen Gymnasien, nach der vierten Klasse ist der Weg über das Gymnasium abgelaufen. Ob man hier den Weg des Gymnasiums geht, hängt allein von den Eltern und deren Status ab.
Gut, ich kann wiederum nur von BW sprechen. Hier wird das "Abschlusszeugnis" der 4ten Klasse als Empfehlung genommen und entschieden, auf welche Schule ein Schüler kommt. Irgendwo hängt es auch von den Eltern ab, das gebe ich zu: In einem Haushalt, in dem beide Eltern arbeiten müssen, bzw keine Zeit haben, um nach den Hausaufgaben ihres Sprösslings zu schauen, kommt - so habe ich leider die Erfahrung gemacht - ein Großteil der Kinder auf die Hauptschule. Allerdings steht einem Wechsel von Gymn. -> Realschule, Gymn -> Berufsausbildung, aber auch Realschule -> Gymnasium ( während und nach einem Realschulabschluss ) nichts im Wege. Aber wie du schon richtig gesagt hast: Das ist eine ewige und alte Diskussion.

lalala
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von lalala »

Jau, immer das Selbe. Am Ende ist es ohne Belang.

Ich werde auf jeden Fall zum WS 09 mein Studium an der TUD aufnehmen (mit Fachhochschulreife!) und dazu nach Darmstadt ziehen. Kannst du mir vielleicht noch ein Mathebuch empfehlen, das zum Vorarbeiten geeignet ist? Ich will nur während meines Zivis in der Klapse nicht ganz verblöden :-)

Laut Modulhandbuch/Forum wird ja folgendes Buch verwendet:
http://www.amazon.de/Mathematik-Ingenie ... 243&sr=8-1

Eignet sich das Buch auch zum Selbststudium, oder sollte ich lieber zu diesem Buch greifen:
http://www.amazon.de/Mathematik-Studien ... KD0SEGTVQY

Ich tendiere eher zum Grundlagenbuch

fetzer
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von fetzer »

Afaik (klick) wird dieses Buch in Mathe verwendet:
http://www.amazon.de/Arbeitsbuch-Mathem ... 128&sr=1-7
Eventl. würde dir ein Mathebuch für die Gymn. Oberstufe ( z.b. auch gebrauchte Übungsbücher fürs Abitur, solltest du bei Ebay bekommen ) auch nicht schaden.

Xelord
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Re: mit Fachabitur an die UNI

Beitrag von Xelord »

fetzer hat geschrieben: Das aber nur zum Thema berufl. Gymnasium <> allgm. Gymnasium. Letzendlich führen beide - aus guten Grund - zum gleichen Abschluss.
Ich habe den Weg von einem allgm. Gymnasium auf ein berufliches Gymn. gemacht und habe auch sehr schnell bessere Noten gehabt.
Meiner Meinung sollte man dies nicht mit einer FOS vergleichen, da beim BG im allgemeinen die allgemeine Hochschulreife (Abitur) + Zusatzqualifikation (in einem bestimmten Bereich) ausgestellt wird. Wofür man diese Zusatzquali braucht, weiß ich nicht ;)

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