Krypto-Wettbewerb

Moderator: Aktive Fachschaft

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Beitrag von Gast » 23. Dez 2004 00:16

Das ganze ist doch eh total lächerlich ... Ein Wettbewerb für einen mathematisch nachgewiesenermaßen unknackbaren Verschlüsselungsalgorythmus in einem Ciphertext Only Format.

Wenn der Verschlüsselungsalgorithmus mathematisch unknackbar ist, (das wäre er z.B. bei einem OTP und echten Zufallszahlen), dann kann ich mir den Spaß ja sparen. Das is genauso wie wenn ich einen Wettberwerb ausschreibe in dem ich die Lösungsformel für ein Polynom 100. Grades wissen will, oder eine Anleitung für die Quadratur des Kreises.

Wenner sich ned sicher is ob sein Beweis korrekt is, dann soller den veröffentlichen mitm Algorithmus, und ned so'n Schwachsinn machen, wie das hier. Letztendlich kommt man eh ned an ner Veröffentlichung vorbei, denn jeder der ein Verschlüsselungsverfahren benutzt hat ein gewisses Interesse daran überprüfen zu können ob die Verschlüsselung wirklich sicher ist.

Ich geb keinen Cent auf die Behauptung einer Mathematisch nachgewiesenermaßen unknackbare Verschlüsselung, wenn der Beweis inklusive dem Algorithmus unveröffentlicht sind.

Gruß Andreas

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Beitrag von Gast » 23. Dez 2004 01:37

Anonymous hat geschrieben:
Gast XYZ hat geschrieben: Nur mal so als Beispiel:
Ein KC85/4 hat zum Schluss ca. 2000 Ostmark gekostet, das konnte man sich in der DDR problemlos leisten.
Das halt ich mal für ein starkes gerücht bei einem durchschnittlichen monatseinkommen von ca. 800 ostmark...
Wie hoch waren nochmal die Lebenserhaltungskosten in der DDR? Was sind 2000 Ostmark im Vergleich zum Preis vom RFT-Color40 (Farbfernseher mit Videotext+Fernbedienung) der ca. 4500 Ostmark 1989 gekostet hat?

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Beitrag von Gast » 23. Dez 2004 01:37

Möchte hier mal einen Gedanken dazu niederlegen.

Ich weiß ja nicht wie es bei unseren Brüdern im Osten war, da ich nicht dabei war.

1. Wenn er sich mit Freunden und Verwandten ausgetauscht hat, gehe ich mal davon aus das nicht eder einen Rechner hatte. Folglich ist jedenfalls seine damalige Version mit Papier und Bleistift zu lösen gewesen.

2. Es ist keine One Time Pad Methode angewandt worden z. B. Faust, Seite 17 jeweils die Buchstabenwerte zu addieren oder sowas. Dann wäre das ganze a witzlos.

3. Aufgrund der Häufigkeitenverteilung und aufgrund der einfachen Handhabung tippe ich ja auf eine Abwandlung des Caesar Algorythmus.

Ragnar
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Beitrag von Ragnar » 23. Dez 2004 01:53

Wird wohl ein Cypher wie in Neal Stephensons Cryptonomicon sein:

http://www.schneier.com/solitaire.html

In diesem Fall wuerde der Autor der Nachricht einen Keystream mit dem Kartenspiel generieren, und der Schluessel ist die Anfangskonfiguration der Karten. Angeblich (und ich denke Bruce Schneier kann das doch recht gut beurteilen) schwer bis gar nicht zu knacken, ausser der Autor sendet noch eine Nachricht mit demselben Schluessel, dann wird die Entschluesselung (fast) trivial.

Gast
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Beitrag von Gast » 23. Dez 2004 01:55

Und wenn die Oma den Kartenstapel runterschmeisst, kann sie die Karte vom Enkel nicht mehr lesen. Also ich glaube immer noch an meine Bleistift und Ceasar Theorie.

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Beitrag von Gast » 23. Dez 2004 02:05

Meine Naiven Gedanken:

Zum Beispiel kommen das ? und das ! Zeichen sehr selten vor. Aber zum § und % sind offenbar gar nicht vorgesehen.

Also Beschränkt sich die Ergebnismenge auf:

Klartext: a-z, A-Z, ! und !, sowie evtl. das Leerzeichen
Verschlüsseltertext. a-z, A-Z, ! und ?

Eine weitere Spekulation von mir ist, das die ersten beiden Zeichen Parameter für die Verschlüsselung sind.

zZqSfyrX84hZ?
Lebenslauf

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Beitrag von Gast » 23. Dez 2004 02:11

die letzten beiden gez. Pr0teus2k

badong
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Beitrag von badong » 23. Dez 2004 02:47

Nur mal so...
Welcher ernsthafte Kryptograph (Bruce Schneier etc.) würde denn überhaupt versuchen den Code zu brechen und hunderte bis tausende Stunden Arbeit und Rechenleistung in ein solches Projekt stecken, um 10k Euro zu bekommen? Ich glaube, die Herren haben (verdienterweise!) höhere Stundenlöhne.
Meines Erachtens sieht das eher nach Managerfang aus (Ui, das konnte noch keiner knacken, das ist sicher!).

Gast
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Beitrag von Gast » 23. Dez 2004 05:38

Anonymous hat geschrieben:
Also Beschränkt sich die Ergebnismenge auf:

Klartext: a-z, A-Z, ! und !, sowie evtl. das Leerzeichen
Verschlüsseltertext. a-z, A-Z, ! und ?
Du hast 0-9 vergessen

Andreas

Gast
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Beitrag von Gast » 23. Dez 2004 06:40

Geile Story !

Muss beichten, ich versteh auch nicht sehr viel von ver/entschlüsseln. Der Reiz liegt bei mir auch nicht wirklich am Geld zumal es mehr als ungewiss ist dass es je ausbezahlt wird. Jedoch wäre es interessant dieses Algorythmus zu kacken.
Auch ich denke, es ist mehr als unwahrscheinlich, dass dafür ein Computer notwendig ist. Zumindest nicht im "Urzustand".
Wir sollten vielleicht mal zusammentragen was wir wissen.
Er dürfte Architekt sein. (das hab ich so im Gefühl :) )
Er stammt aus der DDR und ist sicher 45+ .
Das er aus Polen stammt, bezweifle ich.

Somit hätten wir schon ein Geburtsjahr (zumindest die ersten 2-3 Zahlen) also 195X ?
Weiters haben wir sicher das Wort Schulbildung o.ä.
Vielleicht kommt sogar das Wort "Geburtsort" oder "geboren in" oä. vor. Somit wissen wir doch schon was (vorausgesetzt, es handelt sich tatsächlich um einen Lebenslauf und es ist auf Deutsch verfasst).

Ich frage mich nur, wie bringt man einen Lebenslauf mit max. 1125 Zeichen :cry: ...
Wie dem auch sei, hoffe, ich konnte etwas helfen.

LG aus Österreich

ys76_Richard
Gast

Echte Zufallszahlen als Basis für verdeckte Codierung....

Beitrag von ys76_Richard » 23. Dez 2004 06:41

So lautete der Beitrag des Herren Jentzsch zum Innovationspreis der Stadt Leipzig. Es bezog sich auf eine Zusatzkarte für einen Computer, die Zufallszahlen liefern sollte, die dann als Schlüssel zur Verschlüsselung dienen sollten.
http://www.bic-leipzig.de/ip-2001/03_te ... rtierung=j

Also doch Vernam? Hat der gute Junge die Probleme des Schlüsselaustausches übersehen? (2001 meiner Meinung nach schon...)

In meinen Augen spricht alles für einen Marketing-Gag!

Richard

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Beitrag von Gast » 23. Dez 2004 07:10

Zum Theme Wetbewerb in Leipig. Da war der Gute Mann nur Teilnehmer. Da stand nix von einem Gewinn drin.

Tropper
Gast

Beitrag von Tropper » 23. Dez 2004 09:07

um mal auf das thema "mögliche rechenpower in der DDR" zurück zu kommen. in dem .pdf schreibt der gute mann:

"Das mit meinem Chiffriergerät SIDA verschlüsselte Schriftgut..."

Nun, es mag daran liegen das ich Informatiker bin, aber wenn ich ein Programm/Algorithmus schreibe dann wurde ich auch in dem .pdf von einer Anwendung/Algorithmus/Programm etc. sprechen.

Es könnte sein das es wirklich eine (eventuell rein mechanische) schwarze Box ist. Das würde auch erklären wie er angeblich einen "echten Zufall" eingebaut haben will. Auch würde das erklären wie seine Freunde in der DDR die Texte wieder entschlüsseln konnten.

Gast
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PIPI-Verfahren

Beitrag von Gast » 23. Dez 2004 09:22

PIPI-Verfahren:

Berechnen der Nachkomma-Stellen von PI Startwert n bis n+Textlänge.
Ergibt gleichverteilten OneTimePad.
Als Schlüssel muß nur der Startwert übermittelt werden.

Naja,
von Hand doch etwas mühsam.

navimarin
Gast

Beitrag von navimarin » 23. Dez 2004 10:20

wenn es sich tatsächlich um ein OTP handeln sollte dann wäre doch ein Beweis schon durch was weis ich wie viele Wissenschaftler gegeben und er könnte sich den Aufwand hier sparen. Und mal ganz ehrlich wenn ich was verschlüsseln will dann würde ich nicht darauf vertrauen dass ein paar Schüler oder Studenten ihre Meinungen in einem Bord austauschen.

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